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Wennigsen Klosterkammerforsttag: Experten diskutieren über Zukunft der Wälder
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Wennigsen: Klosterkammerforsttag: Experten diskutieren über Zukunft der Wälder

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17:04 04.07.2019
Constantin von Waldthausen (links), Hans-Christian Biallas (Vierter von rechts) und Stefanie Grevelhörster (hinten Mitte) verabschieden vor dem Johanniterhaus die Referenten. Quelle: Ingo Rodriguez
Wennigsen

Trockenperioden, Stürme, Insektenbefall: Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Wälder. Wie lässt sich trotzdem deren Bestand schützen und ihre Widerstandsfähigkeit stärken? Und wie lässt sich dies mit einer naturnahen Waldbewirtschaftung und Holzproduktion vereinbaren? Auf diese und ähnliche Fragen haben jetzt im Kloster Wennigsen beim Klosterkammerforsttag zahlreiche Experten mit ehrenamtlichen Vertretern von Naturschutzorganisationen und behördlichen Mitarbeitern Antworten gesucht.

Naturschutz ist der Themenschwerpunkt

Die Klosterkammer, die als Behörde ehemals kirchliches Vermögen verwaltet, lädt im Zweijahresrhythmus hochrangige Politiker, Vertreter von Kommunen und Geschäftspartner aus der Holz- und Forstbranche sowie Vertreter benachbarter Forsten dazu ein, sich beim Forsttag auszutauschen und Arbeitsabläufe zu optimieren. „In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf dem Naturschutz und der Zukunft des Waldes“, sagte Stefanie Grevelhörster, Betriebsassistentin der Klosterforsten, nach einem Vortrag in der Klosterkirche.

Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas (vorne, Mitte) verabschiedet vor dem Johanniterhaus die Gäste des Klosterkammerforsttages. Quelle: Ingo Rodriguez

Zu den Referaten und Diskussionen waren unter anderem Experten vom Institut für Geobotanik der Leibniz Universität Hannover, der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und des Naturschutzbundes (Nabu) Niedersachsen eingeladen. „Insgesamt sind es 80 geladene Gäste und 20 Mitarbeiter der Klosterkammer“, sagte Grevelhörster. Die Informationsveranstaltung sei auch ein Signal an die Öffentlichkeit: „Wir bewirtschaften die Waldflächen der Klosterforsten nachhaltig und umweltbewusst, das ist nicht einfach Kahlschlag“, sagte Grevelhörster.

Immer mehr Schäden in den Wäldern durch den Klimawandel

Nach der Veranstaltung zog die Klosterkammer ein Fazit: Demnach seien sich die Forstexperten weitgehend darüber einig gewesen, dass Waldbesitzer künftig über ein angemessenes Budget verfügen müssten, um zunehmende Schäden auszugleichen, die durch die Veränderung des Klimas verursacht würden. Zuvor hatten im Beisein von Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas vier Referenten Konzepte und Lösungsvorschläge vorgestellt: Constantin von Waldthausen, Leiter der Klosterforsten, Hansjörg Küster, Professor für Pflanzenökologie, Peter Meyer, Sachgebietsleiter Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt und Carsten Böhm, Vorstandsmitglied des Nabu Niedersachsen.

Holzproduktion ermöglicht Förderung gemeinnütziger Projekte

Für die Klosterkammer ist die Holzbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Ihr Forstbetrieb, die Klosterforsten, bewirtschaftet demnach Flächen mit einer Größe von insgesamt rund 25.000 Hektar. Die jährliche Produktion in den Nutzwaldbereichen liegt bei mehr als 170.000 Kubikmetern Holz als Rohstoff für die Industrie – vom Dachstuhl bis zum Fichtenbett. In den Forsten werden laut Grevelhörster auch Gewinne für gemeinnützige Zwecke erwirtschaftet: Unter dem Dach der Klosterkammer befinden sich vier öffentlich-rechtliche Stiftungen. Deren Erträge finanzieren demnach den Erhalt von mehr als 800 denkmalgeschützten Gebäuden. „Mit rund 3 Millionen Euro Fördermitteln pro Jahr ermöglicht die Klosterkammer auch etwa 200 kirchliche, soziale und bildungsbezogene Maßnahmen“, sagte Grevelhörster.

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