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Wennigsen Kommt der Storch nach Degersen? Ehrenamtliche bauen Nisthilfe auf
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Wennigsen: Kommt der Storch nach Degersen? Ehrenamtliche bauen Nisthilfe auf

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19:44 02.02.2020
Das Projekt Storchennest ist abgeschlossen. Quelle: Ingo Laskowski
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Degersen

Danquart kann kommen. So soll der erste Storch in Degersen heißen. „Es wurde uns gesagt, dass der erste Besucher des Nestes immer ein männliches Tier ist“, verriet Storchenvater Walter Rasch. Rasch ist einer von zwölf Storchenfreunden, die am Sonnabend im Kapellengarten eine Storchennisthilfe aufgebaut haben.

Der Degerser Ortsbürgermeister Rasch ist Initiator der Aktion. Unterstützung erhielt die Gruppe bei ihrem Vorhaben, das nach gut neun Monaten abgeschlossen werden konnte, vom Naturschutzbund (Nabu) Wennigsen. „Storchennester auf Masten wie hier am Ortsrand von Degersen fallen in der Landschaft auf und lenken die Aufmerksamkeit auf die Zugvögel“, hatte der Wennigser Nabu-Vorsitzende Gerhard Krick im Vorfeld gesagt. Auch wenn sich die Populationen in den vergangenen Jahren erholt haben, fehlen den Störchen wichtige Lebensräume, die der stark flurbereinigten Landwirtschaft weichen mussten.

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Degersen wartet auf den ersten Storch. Quelle: Ingo Lankowski

Die Idee zum Bau eines Storchennestes gibt es in Degersen schon länger. Die Planungen haben sich dann aber doch etwas hingezogen. „Unter anderem wurde für das Projekt mit dem acht Meter hohen Holzmast eine 21 Seiten umfassende Statik erstellt, welche ein massives Fundament und eine solide Haltekonstruktion erfordert. Um das Fundament kümmerte sich Architekt Dorl“, sagte Rasch. Für den sicheren Stand sorgen fünf Kubikmeter Beton und ein Stahlkäfig. Der Stamm kommt aus Sachsen. Das Nest bauten die Degerser Storchenfreunde selbst. Rund 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden seien investiert worden. Am meisten freue er sich über die Dorfgemeinschaft in Degersen, sagte Rasch. „Wenn man hier mal Hilfe braucht, bekommt man sie sofort.“

„Kinder sollen den Storch leibhaftig erleben können“

Ingo Laskowski ist bei den Storchenfreunden von Anfang an dabei. „Wir freuen uns, dass die Kinder in Zukunft vielleicht wieder den Storch leibhaftig erleben können und bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten dürfen“, sagte der Vertreter des Sprachheilkindergartens. „Wenn sie klimabedingt schon nicht wissen, wie ein Schneemann aussieht.“

Die Kosten betragen rund 6000 Euro. „Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt diese Initiative mit 3060 Euro. Der Rest kam aus Spenden zusammen“, sagte Rasch.

Ortsbürgermeister Walter Rasch (links) bedankt sich bei Ulrich Knocke (rechts) mit einem echten Degerser Honig. Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke hat einen Reim gedichtet. Quelle: Heidi Rabenhorst

Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke hatte einen selbst gedichteten Reim mitgebracht: „Gott segne dieses Storchennest, auf dass ein Storch sich niederlässt.“ Nun hoffe er auf einen baldigen Besuch im Nest und verwies darauf, dass in der Vergangenheit schon Störche in Degersen und auch in Wennigsen gesichtet worden seien. „Nachdem sich ein Storch auf der Feuerwehrsirene niedergelassen hat, wurden wir gebeten, den Ton während der Zeit abzustellen. Diesen Wunsch konnten wir natürlich nicht erfüllen“, so Meineke.

Helmut von Roden (links) und Werner Strietzel befüllen das Storchennest mit Rindenmulch. Quelle: Heidi Rabenhorst

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Von Heidi Rabenhorst