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Wennigsen Neue AWO-Kita wird nicht fertig: Krippenkinder ziehen in die Hirtenstraße
Umland Wennigsen

Wennigsen: Neue AWO-Kita wird nicht fertig: Krippenkinder ziehen in die Hirtenstraße

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16:36 06.08.2019
Übergangslösung: Im Oktober soll eine Krippengruppe ins Haus an der Hirtenstraße 23 ziehen. Das Erdgeschoss ist ausgeräumt und wird dafür gerade umgebaut. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

Eigentlich sollte der neue AWO-Kindergarten im Langen Feld schon zum 1. Mai eröffnen, dann zum 1. August – doch nun wird daraus wohl erst was im Sommer 2020. „Ich befürchte, solange wird’s dauern“, sagt Fachbereichsleiterin Barbara Zunker, die im Rathaus für die Kindergärten zuständig zuständig ist.

Probleme mit dem Untergrund

Wennigsen plant eine Vier-Gruppen-Kita mit zwei Krippengruppen mit jeweils 15 Plätzen, einer altersübergreifenden Gruppe mit 18 Plätzen und einer Regelgruppe mit 25 Plätzen. Im Dezember hatte der Rat mehrheitlich beschlossen, dass die Verwaltung mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) einen Trägerschaftsvertrag vorbereiten soll. Das Grundstück neben den Mehrfamilienhäusern im Karree zwischen Marie-Juchacz- und Hildegard-von-Bingen-Straße gehört der Klosterkammer Hannover. Bauherrin wird ihre Tochtergesellschaft Liemak werden, die das Gebäude nach den Wünschen der Gemeinde erstellt.

Hier auf dem Grundstück neben den Mehrfamilienhäusern im Karree zwischen Marie-Juchacz- und Hildegard-von-Bingen-Straße soll der neue AWO-Kindergarten gebaut werden. Quelle: Jennifer Krebs

Da der Bauherr nicht Träger ist, läuft die Bauplanung zurzeit parallel. Einen Bauantrag konnte die Liemak aber immer noch nicht stellen, weil der Untergrund Probleme macht. Das Regenwasser versickert schlecht. „Hier ist noch einiges zu klären, bevor es weitergehen kann“, sagt Zunker.

Eine Krippengruppe zieht in die Hirtenstraße

Die Wennigser Gemeindeverwaltung hat nun immerhin eine Lösung für den Übergang parat, solange der neue Kindergarten im Langen Feld noch nicht gebaut ist: Im Oktober soll die AWO zumindest schon einmal mit einer Krippengruppe mit knapp 20 Kindern vorübergehend in die Begegnungsstätte an der Hirtenstraße 23 ziehen. Der große Raum im Erdgeschoss ist leergeräumt und wird dafür gerade umgebaut. Es gibt eine Küche und auch schon einen Wickelraum. Das rote Backsteinhaus beherbergte vor einigen Jahren nämlich schon einmal eine Kita-Gruppe. Es war Ausweichquartier für den Kindergarten Vogelnest gewesen, als dieser an der Neustadtstraße neu gebaut wurde.

Wennigsen hätte gerne mehr Tagespflegeeltern

In Wennigsen betreuen elf Tagesmütter aktuell 43 Kinder. Einen Tagesvater gibt es bislang nicht. Freie Plätze in einer Tagespflegestelle gibt es in Wennigsen momentan nicht, stattdessen eine lange Warteliste. „Alle Tagesmütter sind ausgelastet“, sagt Fachbereichsleiterin Barbara Zunker. Sie hätte gerne mehr Tagespflegeeltern in Wennigsen und findet sogar: Insbesondere für Kinder unter drei Jahren ist eine Tagesmutter, die weniger Kinder betreut, oftmals eine bessere Alternative.

Um der Nachfrage an Betreuungsplätzen auch in Zukunft gerecht zu werden, ist die Gemeinde Wennigsen bemüht, weitere Tagespflegeeltern zu gewinnen. Zur Tagesmutter, oder zum Tagesvater, kann sich grundsätzlich jeder ausbilden lassen, der Freude am Umgang und an der Erziehung von Kindern hat, unabhängig davon, welcher Beruf vorher ausgeübt wurde.

Damit sie aber auch wissen, welche Voraussetzungen sie erfüllen müssen und wie sie sich bestmöglich um die Kleinen kümmern, setzt die Gemeinde auch auf das Angebot der VHS Calenberger Land. Im Auftrag der Region Hannover hat die Volkshochschule die Kurse ins Lehrprogramm aufgenommen. Die nächste Schulung beginnt im März 2020 und dauert vier Monate bis zum Mitte Juli 2020. Anmeldungen werden schon jetzt entgegengenommen.

Ansprechpartnerin im Wennigser Rathaus ist Britta Stielau-Backhaus vom Kinder- und Familienservicebüro. Sie ist unter Telefon (05103) 7007-22 und per E-Mail an b.stielau-backhaus@wennigsen.de zu erreichen.

Die Gemeinde benötigt dringend weitere Kindergartenplätze, um den Rechtsanspruch der Eltern und den Bedarf an Plätzen zu erfüllen. Wenn auch nur äußerst knapp: „Momentan reichen die Kita-Plätze in Wennigsen irgendwie“, sagt Fachbereichsleiterin Zunker. Spätestens ab Januar werde es allerdings ziemlich knirschen, prophezeit sie.

Viele Familien mit drei oder mehr Kindern

Seit die Kommune quasi das ganze Jahr über Plätze vorhalten muss für die Kinder, die im Laufe des Kindergartenjahres drei Jahre alt werden, ist es schwer geworden. Ohnehin steige seit Jahren die Geburtenzahl, sagt Zunker – ein Trend deutschlandweit. In Wennigsen gibt es inzwischen viele Familien mit drei oder sogar vier Kindern.

Inzwischen hat die Gemeindeverwaltung die ersten Anmeldungen für Kita-Plätze aus dem neuen Baugebiet Caleidis bekommen, wo die Arbeiten an der Degerser Straße in vollem Gange sind. Der erste Bauabschnitt ist längst komplett vermarktet und verkauft. Alles in allem werden später in dem neuen Quartier in der Ortsmitte etwa 500 Menschen wohnen. Die ersten Bewohner sollen im Herbst einziehen. „Die ersten Kita-Plätze werden dort dann ab Januar/Februar gebraucht“, sagt Zunker.

Auch in Bredenbeck und Holtensen ist es eng

Nicht nur im Kernort, auch in Bredenbeck, Holtensen und Evestorf muss die Gemeinde ran. In Bredenbeck ist ein neuer Kindergarten im neuen Baugebiet Im Bergfelde vorgesehen, für das der Rat im März den Aufstellungsbeschluss gefasst hat. In Holtensen läuft wohl offenbar alles auf einen Neubau des Kindergartens Nimmerland hinaus. Während der Bauzeit könnte dann möglicherweise das Gebäude neben dem Holtenser Dorfgemeinschaftshaus herhalten.

Bis jetzt war dort der Hort drin. Dieser kann mit dem neuen Schuljahr aber an die Bredenbecker Grundschule verlegt werden, weil die Janusz-Korczak-Räume frei geworden sind. Der Hort in der Grundschule Wennigsen kann zum neuen Schuljahr um zwölf Plätze aufgestockt werden, weil für die Schulkindbetreuung noch ein weiterer Klassenraum zur Verfügung steht.

Jetzt wird das Vogelnest auch draußen schön

Balancieren, klettern, rutschen, matschen – nach und nach wird auch das Außengelände der Kita Vogelnest endlich schön. Der Bauhof hat für die Krippenkinder einen Balancierbalken, ein Wippenest und eine kleine Rutsche mit Holzpodest aufgebaut. Die Eltern zimmerten aus Euro-Paletten eine Waschanlage. Demnächst soll im Krippenbereich auch ein niedliches Adlerküken aus Holz einen schönen Platz bekommen – „und einen schönen Namen von den Kindern“, sagt Fachbereichsleiterin Barbara Zunker.

Manche Eltern hatten schon nicht mehr daran geglaubt, dass das mit dem Außenbereich vom Vogelnest noch mal irgendwann etwas wird. Seit die Kita vor sechs Jahren an der Neustadtstraße eröffnet wurde, war draußen sehr lange nichts passiert. Immer wieder wurden die Eltern von der Gemeinde vertröstet.

Inzwischen sind aber offenbar auch die Sachen für die Wasserspielanlage nicht nur bestellt, sondern sollen vielleicht noch in diesen Ferien aufgebaut werden. Die Anschaffung des großen Klettergerüsts musste die Gemeinde derweil noch einmal verschieben – wegen der horrenden Preise. Die Verwaltung hatte mit etwa 75.000 Euro kalkuliert. Das Angebot lag letztlich bei knapp 110.000 Euro. „Im Herbst/Winter werden wir neu ausschreiben, mit dem Ziel, dass wir mehr Angebote und dann auch bessere Preise bekommen“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke.

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Von Jennifer Krebs

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