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Wennigsen Risse und Schimmel: Sporthalle Im Lindenfelde muss saniert werden
Umland Wennigsen

Wennigsen: Risse und Schimmel: Turnhalle Im Lindenfelde muss dringend saniert werden

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18:30 13.08.2019
Die Turnhalle Im Lindenfelde ist seit Langem ein Sanierungsfall. Jetzt wurden Latten unter die Decke genagelt, damit die Holzvertäfelung nicht runterkommt. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

Schnell besteht in der Sondersitzung des Sportausschusses Einigkeit darüber: Die marode Turnhalle Im Lindenfelde hat oberste Priorität. Der Sportentwicklungsplan für Wennigsen ist zwar seit November fertig, nun muss es aber konkret werden. Die Halle neben der Wennigser Grundschule ist in den Sechzigerjahren gebaut worden – und seit Langem ein Sanierungsfall. Grundschulrektorin Hanna Rojczyk sprach in der Sportausschusssitzung von einem „miserablen Zustand“, der den Kindern und Lehrern kaum noch zuzumuten sei.

Stellenweise gibt es große Risse in den Wänden. Quelle: Jennifer Krebs

Es schimmelt an den einfach verglasten Fenstern. Das Geländer der Tribüne ist zu niedrig, und es besteht Absturzgefahr. Auch die Fluchtwege sind keine zwei Meter hoch, wie sie es mindestens sein müssten. Damit die Deckenvertäfelung nicht runterfällt, wurden vor Kurzem zusätzliche Latten unter die Holzvertäfelung genagelt.

Nicht nur Michael Meißner von der FDP kam zu dem Schluss: „Diese Halle wird uns irgendwann zugemacht.“ Lediglich in die Umkleiden und Duschen war schon vor einigen Jahren über das Konjunkturpaket investiert worden. 305 Grundschüler turnen Im Lindenfelde jede Woche. Bei wöchentlich 32 Stunden Schulsport ist die Halle jeden Vormittag belegt. Und nachmittags sind die Vereine drin.

Die Turnhalle Im Lindenfelde ist in den Sechzigerjahren gebaut und seit Langem ein Sanierungsfall. Quelle: Jennifer Krebs

Der Sportentwicklungsplan ist 185 Seiten dick und als Fazit werden etwa 40 organisatorische, aber vor allem bauliche Maßnahmen für die Sportentwicklung empfohlen. Das fängt an bei einer neuen, unbeheizten Kaltsporthalle über dem Kleinspielfeld der Sophie-Scholl-Gesamtschule und hört auf bei einem zentralen Schützenhaus für die Gemeinde Wennigsen.

Der Arbeitskreis (AK) Sport würde gerne einen Beschluss haben von der Wennigser Politik, dass die Maßnahmen, die im Sportentwicklungsplan genannt sind, „zügig umgesetzt und ausgeführt“ werden. Über einen entsprechenden Antrag wollte SPD-Mann und stellvertretender Arbeitskreisvorsitzender Reinhard Wiens eigentlich im Sportausschuss abstimmen lassen. Formal dürfe der Arbeitskreis aber keinen Antrag stellen, erklärte Michael Wittich, der in der Gemeindeverwaltung für Sport zuständig ist und am Sportentwicklungsplan mitgearbeitet hat.

„Keine Wolkenkuckucksheime aufbauen“

„Natürlich wollen wir, dass der Sport in Wennigsen vernünftig stattfinden kann, das ist überhaupt keine Frage“, sagte Barbara Krüger (Grüne). Trotzdem dürfte man keine Wolkenkuckucksheime aufbauen, warnte sie. Ursula-Brigitte Veit (SPD) gab ihr recht. „Wenn wir alles anpacken wollten, bräuchten wir mehrere Millionen.“ Für die chronisch klamme Gemeinde sind schon 300.000 bis 400.000 Euro, die eine Kaltsporthalle ungefähr kosten würde, hohe Summen. Was ist also am dringendsten?

Der Sportausschuss beschloss einstimmig, dass die Gemeindeverwaltung bis zur übernächsten Bauausschusssitzung am 12. September für die Turnhalle Im Lindenfelde darlegt, in was für einem baulichen Zustand sie sich befindet. Auch Zahlen soll sie dann für die Turnhalle liefern, die wichtig werden in den Haushaltsberatungen, die ab Oktober anstehen.

Kein Geld vom Bund für Turnhalle Im Lindenfelde

Die Turnhalle Im Lindenfelde ist seit Jahren marode. Die Gemeinde hatte zuletzt auf Geld vom Bund gehofft – das mit dem Förderprogramm hat aber nicht geklappt. „Wir sind nicht über die erste Runde hinausgekommen“, sagt Bürgermeister Christoph Meineke auf Nachfrage. Jetzt sei vorgesehen, die Turnhalle Im Lindenfelde ins Sportstättensanierungsprogramm des Landes für das übernächste Jahr zu platzieren.

Im November war der Sportentwicklungsplan, den eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Politik und Sport erstellt hat, in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt worden. Er ist 185 Seiten dick und soll eine Richtschnur für die Verwaltung und gleichzeitig auch für die Vereine in Wennigsen sein. Die Idee war ursprünglich gewesen, dass es etwas Ähnliches wie den Feuerwehrbedarfsplan auch für den Sport in Wennigsen geben sollte.

Die Vereine wurden befragt, um einen Überblick zu bekommen. Das Fazit: Die Gemeinde hat zwar ein vielseitiges Angebot, aber es muss einiges dafür getan werden, damit das auch so bleibt. Unter anderem bestätigt der Sportentwicklungsplan, was eigentlich schon seit Längerem klar ist: Wennigsen braucht mehr Sporthallen.

Der Sportentwicklungsplan schlägt eine neue Kaltsporthalle über dem Kleinspielfeld an der KGS vor. Eine Kaltsporthalle ist quasi ein eingefasster Hartplatz, der bei jedem Wetter nutzbar ist, aber nicht beheizt wird. Sie könnte dann auch als Ausweichmöglichkeit herhalten für die Zeit, wenn die Turnhalle Im Lindenfelde saniert oder schlimmstenfalls abgerissen und komplett neu gebaut wird.

Darüberhinaus erwarten die Mitglieder im Sportausschuss eine generelle Einschätzung von der Verwaltung zum Sportentwicklungsplan und wollen zeitnah wissen: Was kann wann wie umsetzbar sein? Auch FDP-Mann Meißner plädierte in der Sportausschusssitzung für so eine Aufstellung, wies aber gleichzeitig deutlich darauf hin, dass trotzdem der Rat am Ende die Prioritäten festlege. „Wir lassen uns nicht über eine Liste diktieren, was wir machen sollen.“

100-Millionen-Euro-Programm vom Land

Wiens verwies in der Diskussion auf ein neues 100-Millionen-Euro-Programm, das das Land für kommunale Sportstätten aufgelegt hat. „Wennigsen sollte zumindest ausprobieren, hierüber an Gelder zu kommen – noch in diesem Jahr!“

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