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Wennigsen Sauberes Wasser fürs Dorf: Wennigser Verein baut Engagement in Kenia aus
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Wennigsen: Sauberes Wasser fürs Dorf: Wennigser Verein baut Engagement in Kenia aus

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17:58 20.11.2019
Das neue Projekt in Uhola: eine bessere Wasserversorgung für das Dorf. Hier wird das Gestell für den 10.000 Liter großen Wassertank aufgebaut. Quelle: privat
Wennigsen

Global denken – lokal handeln. Treffender als mit diesem Leitsatz lässt sich kaum beschreiben, warum sich die Wennigserin Tabitha Stimpfle mit ihrer Uhola Village Foundation in Afrika engagiert. Vor zwei Jahren gründeten sie und ihr Vater Alois Stimpfle den Verein, um die Dorfschule im kenianischen Uhola auszubauen. Seitdem sind gut 30.000 Euro über die Stiftung dorthin geflossen – „alles private Gelder“, sagt Stimpfle.

Das neue Vorschulgebäude: Knapp 25.000 Euro brauchte der Verein, um die Dorfschule in Uhola auszubauen. Quelle: privat

Das neue Vorschulgebäude wurde im September eröffnet. 97 Schüler im Alter zwischen zwei und sechs Jahren gehen in die zwei Vorschulklassen. Insgesamt hat die Schule in Uhola knapp 300 Schüler bis zur achten Klasse. Eine Schulköchin kocht für die Kinder. Damit der Rauch besser abziehen kann, hat die Küche eine neue Kochstelle und einen Kamin bekommen. Ein Schulgarten wurde angelegt.

Auch ein Schulgarten wurde angelegt, in dem nicht nur Mais und Bohnen wachsen, die typisch sind für die schwarzafrikanische Küche sind, sondern auch Zucchini, Grünkohl und Tomaten. Quelle: privat

Auch Toiletten wurden gebaut, um die Hygiene zu verbessern. In Uhola und den Nachbardörfern leben etwa 2000 Menschen. Nur 2 Prozent der Haushalte haben Strom. Das nächste große Projekt ist schon geplant: Die Wasserversorgung für das ganze Dorf soll verbessert werden. Eine solarbetriebene Elektropumpe wird das Wasser aus dem schuleigenen Brunnen in einen 10.000 Liter großen Wassertank pumpen, der auf einem Turm steht. Vor einigen Tagen wurde begonnen, das Gestell dafür aufzubauen. Auf der Facebook-Seite der Uhola Village Foundation kann man die Fortschritte verfolgen. Mehrere Wasserkioske, die verlässlich sauberes Wasser liefern, sollen später an den Haupttank angeschlossen werden. An ihnen können sich die Menschen dann versorgen, ohne kilometerweit laufen zu müssen.

Die Spendenbereitschaft ist groß

Stimpfle ist begeistert von der großen Spendenbereitschaft, ohne die das alles gar nicht möglich wäre. Sie sucht aber auch noch weitere Mitstreiter und nutzte deswegen jüngst im Bildungsausschuss der Gemeinde die Möglichkeit, ihr Projekt vorzustellen und auch von der Gemeinschaftsinitiative der kommunalen Spitzenverbände „1000 Schulen für unsere Welt“ zu berichten. Stimpfle möchte Menschen aus Wennigsen, vielleicht sogar die Kommune selbst dafür gewinnen, sich aktiv für das Programm zu beteiligen.

Das Grundschulgebäude in Ralak, einem Nachbardorf von Uhola, ist heruntergekommen. 51.000 Euro würde es kosten, es wieder herzurichten. Quelle: privat

Konkret denkt sie dabei an die Grundschule in Uholas Nachbardorf Ralak, die eine Rundumerneuerung gebrauchen könnte. Die Ralak Primary School wurde vor 50 Jahren gebaut. Ihr nairobischer Gastvater Nashon Omondi sei dort früher zur Schule gegangen, erzählt Stimpfle. Das Gebäude ist heruntergekommen, weil nie etwas daran gemacht wurde. Die Schule braucht ein neues Dach. Auch die Außenwände müssten ausgebessert und gestrichen werden. Drinnen fehlen Tische und Stühle. Um das alles zu verbessern, bräuchte man etwa 51.000 Euro.

Skype-Freundschaften mit Bredenbeck?

Die Wennigser Schulen signalisierten im Bildungsausschuss Interesse. Das wäre ein Anfang. Inzwischen hat Stimpfle ihren Vortrag noch einmal in der Gesamtkonferenz der Grundschule Bredenbeck vor Elternvertretern und dem Kollegium gehalten. Rektorin Tatjana Seidensticker ist von dem Projekt überzeugt. Nun müsse man schauen, wie sich so etwas konkret ausgestalten ließe, sagt sie.

Erste kleine Ideen sind da. So wurde bereits über Brief- oder Skype-Freundschaften zwischen Schulklassen aus Bredenbeck und Uhola diskutiert. Außerdem wurde überlegt, ob man nicht zum Beispiel ein Plätzchenbacken oder ähnliche Aktionen veranstalten und die Erlöse an Ralak und Uhola spenden könnte.  

Eine Idee, die Schule macht

Tabitha Stimpfle lernte Kenia kennen, als sie im Sommer 2013 nach dem Abitur für ein soziales Jahr dorthin ging. Inzwischen ist nicht nur die Geologiestudentin mehrfach in Afrika gewesen, sondern auch ihr Vater Alois Stimpfle, Theologe und Hochschulprofessor in Hannover. Dabei entstanden Freundschaften, die den Weg dafür ebneten, in Kenia aktiv zu werden. Kenia gehört zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Tabitha und Alois Stimpfle gründeten die Uhola Village Foundation, um zu helfen. Uhola mit seinen rund 500 Einwohnern liegt weit im Westen Kenias an der Grenze zu Uganda.

Erstes Ziel ist der Ausbau der Uhola Primary School, der Grundschule. Der Wennigser Verein reiht sich damit in das Projekt des schwäbischen Landkreises Donau-Ries „Zehn Schulen für Afrika“ ein. Alois Stimpfle kommt gebürtig aus Maihingen, einer Gemeinde dort. „Die zehn Schulen wurden inzwischen übertroffen“, sagt seine Tochter. Die Uhola Primary School ist die 14. Schule, die aus Spendengeldern im Rahmen der Initiative bis 2020 entsteht. Die kommunalen Spitzenverbände setzen sich mit ihrer Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für unsere Welt“ dafür ein, dass das gute Beispiel des Landkreises Donau-Ries bundesweit Schule macht.

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