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Wennigsen Sinfonieorchester präsentiert sich als eingespieltes Team
Umland Wennigsen

Wennigsen: Sinfonieorchester präsentiert sich als eingespieltes Team

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19:07 30.09.2019
Beim Jubiläumskonzert des Sinfonieorchesters spielen direkt hinter der Gitarristin Negin Habibi die beiden Wennigser Musikerinnen Renate Bury-Uhlendorf (links) und Ulrike Poppelbaum-Lürig. Quelle: Ingo Rodriguez
Sorsum

Teamfähig, rücksichtsvoll, mannschaftsdienlich und diszipliniert – vor allem aber: bereit, sich ein- und unterzuordnen. Wenn Ulrike Poppelbaum-Lürig aus Wennigsen und Renate Bury-Uhlendorf aus Sorsum über die Qualitäten guter Orchestermusiker sprechen, drängt sich dem Zuhörer schnell der Vergleich zu einem guten Mannschaftssportler auf.

Das sei auch gar nicht so abwegig, sagt Bury-Uhlendorf. Die beiden pensionierten Lehrerinnen aus der Gemeinde Wennigsen können das beurteilen: Die Geigerin Bury-Uhlendorf, die auch im Sorsumer Ortsrat sitzt, und Bratschistin Poppelbaum-Lürig spielen seit Jahrzehnten in verschiedenen Orchestern. Anlässlich des Jubiläumskonzertes ihres Sinfonieorchesters der Schaumburger Landschaft in der Klosterkirche gestatten die beiden Streicherinnen einen Blick hinter die Kulissen.

Für Ulrike Poppelbaum-Lürig (links) und Renate Bury-Uhlendorf ist ein gutes Orchester immer auch ein eingespieltes Team. Quelle: Ingo Rodriguez

Orchestermusiker werden für Fülle an Aufgaben belohnt

Um einem Laien den Aufbau eines Orchesters zu erläutern, holen die erfahrenen Musikerinnen weit aus: „Man muss sich das wie einen Kuchen vorstellen: In der Mitte steht der Dirigent und drum herum sind die verschiedenen Pulte der Instrumentalisten als Einheiten angeordnet“, sagt Bury-Uhlendorf. Es gibt einen guten Grund für sie, den komplexen Aufbau und die Positionen von mehr als 60 Musikern ihres Sinfonieorchester – inklusive der ersten Geigerin als Konzertmeisterin und der zweiten Geigerin als Stimmführerin – zu beschreiben.

„Man muss sich einordnen können: die Noten spielen und gleichzeitig viele Klänge, aber auch die Anweisungen des Dirigenten beachten“, betont die Frau aus Sorsum. Für diese Fülle an Aufgaben werde ein Orchestermusiker aber schließlich belohnt. „Es ist Wahnsinn, bei brillanten Stücken und Kompositionen mitwirken zu können – geführt von einem guten Dirigenten“, nennt Bury-Uhlendorf den Grund für ihre große Leidenschaft. Das habe immer für sie den Ausschlag gegeben, in Orchestern zu spielen.

Bis zur Konzertreife sind viele Probenwochenenden nötig

Die pensionierte Pädagogin Bury-Uhlendorf spielt seit ihrem zwölften Lebensjahr Geige. „Damals hat es mir mein Musiklehrer auf dem Gymnasium in Hameln nahegelegt, das Instrument zu erlernen“, erinnert sie sich an die Anfänge. Zwar sei sie später auch gemeinsam mit ihrem Ehemann hin und wieder als Kammermusik-Duo aufgetreten. „Aber in Orchestern habe ich eigentlich immer gespielt“, sagt sie. Bury-Uhlendorf nennt auch ihre Motivation: „Im Team den Zuhörern Klangerlebnisse bescheren. Es soll auch Laien berühren, wenn wir spielen“, sagt sie. „Für das Jubiläumskonzert haben wir erst einzeln unsere jeweiligen Noten vom Blatt eingeübt. Dann wurden die Stücke gemeinsam im Orchester an fünf Probenwochenenden zur Konzertreife gebracht“, erzählt sie.

Die Bratschistin Poppelbaum-Lürig vergleicht die Atmosphäre in einem Orchester mit einer Familie. „Man freut sich auf das Wiedersehen“, sagt sie. Die Mitgliedschaft in einem Orchester fördere sogar soziale Kompetenzen. „Disziplin und Rücksichtnahme zu üben sind schöne Begleiteffekte“, sagt die Frau aus Wennigsen.

Für Teamleistung gibt es beim Konzert viel Applaus

Für ihren Probeneifer wurden die Mitglieder des Sinfonieorchesters beim Jubiläumskonzert anlässlich des 25-jährigen Bestehens wieder belohnt. Das Ensemble unter der Leitung von Siegfried Westphal besteht aus rund 60 Instrumentalisten – darunter Laienmusiker, fortgeschrittene Instrumentalschüler und Berufsmusiker. Gemeinsam brachte das Ensemble vor zahlreichen Zuhörern in der Klosterkirche klassische Stücke zu Gehör. Und die klangvolle Teamleistung wurde mit lautem Beifall belohnt.

Die Besucher verfolgen in der Klosterkirche die musikalischen Darbietungen des Sinfonieorchesters. Quelle: Ingo Rodriguez

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Von Ingo Rodriguez

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