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Wennigsen Landwirte schimpfen über Suedlink und Agrarpaket
Umland Wennigsen

Wennigsen: Suedlink und Regularien beschäftigen Landvolk bei Bezirksversammlung

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14:00 13.02.2020
Der Vorsitzende Volker Hahn kritisiert das Agrarpaket der Bundesregierung als „untragbar“ für die Landwirte. Quelle: Elena Everding
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Gehrden/Wennigsen/Ronnenberg

Die geplante Stromtrasse Suedlink, die durch das Calenberger Land führen soll, und die umstrittenen Verordnungen des Agrarpakets der Bundesregierung beschäftigen die Landwirte im Calenberger Land. Das wurde auch in der Bezirksversammlung des Landvolks in Wennigsen deutlich. Über beide Themen wurde heftig diskutiert, so dass ein wichtiger Tagesordnungspunkt wie die Vorstandswahlen fast in den Hintergrund geriet.

Zum neuen Vorsitzenden des Landvolks Gehrden wählten die Mitglieder Robert Grefe, Stellvertreter bleibt Christoph Möller aus Lemmie. In Ronnenberg hat Frederick Tubbe den Vorsitz übernommen, Sören Baumgarte ist sein Stellvertreter. Eckhard Rogge wurde zum Wennigser Vorsitzenden gewählt und Heiko Schaper zum stellvertretenden Vorsitzenden.

Die Stromtrasse Suedlink soll nach aktuellem Planungsstand durch das Gebiet von Ronnenberg, Wennigsen und Gehrden verlaufen. „Die landwirtschaftliche Nutzung hat kaum eine Rolle gespielt bei der Trassenauswahl“, kritisierte der stellvertretende Landesvorsitzende Holger Hennies, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Suedlink des niedersächsischen Landvolks ist.

Sowohl die Landwirte als auch die Kommunen im Calenberger Land hatten immer wieder Bedenken zur Suedlink-Trasse geäußert, eine endgültige Entscheidung über den Verlauf in dem Bereich gibt es allerdings noch nicht. Immerhin: In Sachen Entschädigung sei bei der Bundesnetzagentur inzwischen Bewegung zu erkennen, meint Hennies.

Kritik am Agrarpaket

Als „untragbar“ für die Landwirte bezeichnete der Vorsitzende Volker Hahn das Agrarpaket der Bundesregierung. In den vergangenen Wochen waren zwei Treckerkonvois vom Gut Erichshof nach Hannover gestartet. Dort machten die Landwirte ihren Unmut über die geplante Düngeverordnung lautstark Luft.

In dem Agrarpaket würden alle Landwirte innerhalb eines großen Gebietes pauschal einer Kategorie mit schlechten Grundwasserwerten zugeordnet, sagte Möller. Dabei seien nur vereinzelt in teilweise weit entfernten Randzonen des Gebietes schlechte Werte gemessen worden. „Deshalb ist es völlig unsinnig, in den Gebieten mit guten Grundwasserwerten auch eine Reduzierung der Düngemenge anzuordnen“, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende des Landvolks Gehrden.

Das Calenberger Land zählt zum sogenannten roten Gebiet, doch die ausgewerteten Zahlen der relevanten Brunnen in Landringhausen, Groß Munzel, Eckerde, Northen und Ronnenberg zeigen etwas völlig anderes, sagte Landwirt Jakob von Richthofen vom Rittergut Lenthe. Die Werte lägen weit unter einem Milligramm pro Liter Grundwasser und damit mehr als deutlich unter dem Grenzwert. „Wir werden ohne Not eingeschränkt“, schimpfte der Lenther.

Deutlich kritisiert wurde auch das Volksbegehren des Naturschutzbundes Niedersachsen zum Artenschutz. Dies reiße neue Gräben zwischen Naturschützern und Landwirten auf, sagte der stellvertretenden Vorsitzende des Landvolks Hannover, Hanns Christian Seeßelberg-Buresch. „Damit setzt man den guten Willen der Landwirte zum Naturschutz aufs Spiel“, stimmte Hennies dem Everloher Landwirt zu.

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Von Elena Everding

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