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Wennigsen Hunderte Besucher bei der Wennigser Kunstspur und Gartenlust
Umland Wennigsen

Wennigsen: Tausende Besucher bei der Kunstspur und Gartenlust 

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00:18 19.06.2019
Uli Sander freut sich über sein Kunstwerk, das eine Erinnerung an den Universitätsprofessor Anton Wilhelm Amo ist. Quelle: Stephan Hartung
Wennisen

Viele Wennigser waren am Sonnabend und Sonntag unterwegs, um an den Veranstaltungen Kunstspur und Gartenlust teilzunehmen. 40 Künstler und Kunsthandwerker zeigten in ihren Ateliers ihre Arbeiten, außerdem luden 16 Gartenbesitzer in ihre Gärten ein. Zusätzlich war die Region Hannover am Sonnabend in Wennigsen mit ihrem Nostalgiebus im Einsatz. Die „Gartenregion“ feiert zehnjähriges Bestehen.

In Wennigsen war am Wochenende wieder Kunstspur und Gartenlust – eine wunderbare Aktion, um den Ort kennenzulernen.

Im Bürgersaal des Wennigser Rathauses, wo kleinere Kunstelemente ausgestellt waren, eröffneten Organisatorin Marianne Kügler und Bürgermeister Christoph Meineke die Kunstspur und Gartenlust. Kügler ist Erfinderin und Koordinatorin der Veranstaltung – „und sie ist hier, obwohl ihr eigener Familienbetrieb heute sein 40-jähriges Bestehen hat“, sagte Meineke.

Große Vielfalt in allen Ortsteilen

Und dann schwärmten die Besucher aus, soweit sie nicht ohnehin schon überall in der Gemeinde unterwegs waren. Ob Kunstwerke von Kindern in der Grundschule Wennigsen, abstrakte Bilder bei Stefanie Rogge in Bredenbeck, der bunte Hausgarten von Elke Kassel in der Wennigser Mark oder die Keramikarbeiten von Friederike von Zitzewitz in Degersen – das Angebot war vielfältig.

Die Gastgeber, die sich an der Regionsveranstaltung offene Pforte beteiligten, hatten ihre Blumenbeete prächtig arrangiert und boten Kaffee, Tee oder Holunderbrause, Kekse und sogar Torten an. Sitzecken waren liebevoll mit Blumensträußen dekoriert, es gab Honig- und Marmeladenproben sowie eine kleine Einführung in die Bienenkunde. Auch die eine oder andere Pflanzenrarität wurde ausgetauscht. Mancher verweilte länger in den lauschigen Sitzecken und genoss die Rosenpracht, die in diesem Jahr besonders üppig ist. Dank der Infohefte mit Übersichtskarten konnte jeder seine optimale Route durch alle Ortschaften festlegen, um nichts zu verpassen.

„Eine wunderbare Aktion, um unseren Ort kennenzulernen“

„Das ist eine wunderbare Aktion, damit auswärtige Besucher unseren Ort kennenlernen und entdecken, wie schön es hier ist“, sagte Amirah Adam vom Wennigser Tourismusservice, die Organisatorin der Gartenlust. „Ich habe so viele gut gelaunte Menschen an diesem Wochenende gesehen, die zu Fuß, mit dem Rad oder Auto auf Kunst- und Gartenspuren unterwegs waren – einfach toll, wie viele aktive Gärtner und kreative Künstler unser Ort zu bieten hat!“

Einen besonderen Hingucker gab es in Evestorf: Nur etwa 300 Einwohner hat der Ortsteil, aber den „einzigen Voodoo-Garten nördlich der Sahara“, wie der Künstler Uli Sander seine Kombination aus Sträuchern, Stauden und Pflanzen bezeichnet. Dazu gehört beispielsweise die Kermesbeere, die nach der Voodoolehre von Krebs befreien soll. Auch Bilder, Skulpturen und Spiegel finden sich in seinem Garten. Sander stellt die Kunstwerke selbst in seiner eigenen Werkstatt her. „Zu 90 Prozent stammt das Material aus Recycling, ich erhalte es von einer Dachdeckerfirma aus Evestorf“, sagte er.

Verbindung zwischen Evestorf und Nigeria

Sein größtes Kunstwerk befindet sich direkt am Eingangsbereich. Es handelt sich um eine große Skultptur, die Sander nach dem Anton Wilhelm Amo, dem ersten Philosophen und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland, benannt hat. „Aus Respekt vor diesem großartigen Professor. Er war im 18. Jahrhundert der erste Schwarze, der an einer deutschen Universität unterrichtet hat“, sagte der 74-Jährige. „Seine Vorfahren waren Voodoo-Priester in Afrika.“

Seit zehn Jahren gestaltet Sander seinen Garten. „Ich habe bestimmt 20.000 Nägel und Schrauben verbaut und 8500 Arbeitsstunden investiert“, sagte er. Sander ist selbst von der Voodoo-Lehre fasziniert und hat seinen Garten deswegen entsprechend gestaltet. „Die Kraft der Natur ist gleichbedeutend mit Voodoo. Das möchte ich hier zeigen.“

Dass sich sein Voodoo-Garten ausgerechnet in Evestorf befindet, ist aber in der Tat ein bisschen Voodoo. Denn das Ortswappen von Evestorf zeigt mit seiner Y-Form den Zusammenfluss von Bredenbecker und Wennigser Bach, woraus die Ihme wird. Das Hoheitswappen von Nigeria weist die gleiche Y-Form auf, was den Zusammenfluss der Hauptströme Niger und Benue symbolisiert. „Und Nigeria ist das Land, in dem der Voodoo entstanden ist“, sagte Sander.

Von Stephan Hartung

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