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Wennigsen Tierschützerinnen beklagen Unwissenheit vieler Katzenhalter
Umland Wennigsen

Wennigsen: Tierschützerinnen beklagen Unwissenheit vieler Katzenhalter

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12:55 07.07.2019
Streunende Katzen sind zumeist ein Ergebnis nicht kastrierter und registrierter Katzen. Quelle: Julian Stratenschulte
Wennigsen

Nach langer Überzeugungsarbeit durch Tierschützer und teils emotional geführten Diskussionen in den politischen Gremien hat der Wennigser Rat Ende März eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von freilaufenden Katzen eingeführt. Diese sogenannte Katzenschutzverordnung gilt seitdem im gesamten Gemeindegebiet und soll verhindern, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren.

Das führt nach Ansicht von Tierschützern dazu, dass die Katzen oft hungern und unter Krankheiten leiden. Karin Barnstorf und Anne Wallat, zwei Frauen, die sich seit Jahrzehnten in Barsinghausen und Wennigsen ehrenamtlich im Tierschutz engagieren, sehen die mit Einführung der Verordnung verfolgten Ziele allerdings in Gefahr. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass bisher kaum jemand von dieser Katzenschutzverordnung weiß“, erklärt Wallat.

Tierschützerinnen weisen auf Gefahren hin

Die Verwaltung hat Ende Mai eine amtliche Bekanntmachung im Lokalteil der HAZ und NP abdrucken lassen. „Aber die Bekanntmachungen liest doch keiner. Abgesehen davon, dass man sie kaum lesen kann, da sie so klein gedruckt sind“, sagt Barnstorf. Daher wollen die beiden Frauen, die lange Zeit im Vorstand des Tierschutzvereins Barsinghausen und Umgebung tätig waren, noch einmal auf die Gefahren der Existenz unkastrierter Katzen hinweisen.

Eine Kastrationspflicht sei nur zielführend, wenn sie von allen Katzenbesitzern befolgt werde. „Streunende Katzen entstehen durch unkastrierte Hauskatzen, und es reicht schon ein Tier, um ein wirkliches Problem heraufzubeschwören“, betont Wallat. Die Tierschützerin macht eine einfache Rechnung auf: Ein Katzenpaar kann im Jahr durchschnittlich fünf Kätzchen bekommen, die überleben. Würden diese nicht eingefangen und kastriert, wachse die Zahl des Nachwuchses mit jedem Jahr stark an.

In der Gemeinde Wennigsen habe es in den vergangenen Jahren kaum Probleme mit streunenden, verelendeten und kranken Katzen gegeben, sagt Barnstorf. „Weil wir eben auch sofort losrennen, wenn irgendwo eine Katze gesichtet wird“, beklagt die Tierschützerin. Barnstorf ist über die Jahre zur Spezialistin für das Einfangen streunender Katzen geworden. Insbesondere bei scheuen Tiere benötige man allerdings teils mehrere Tage, bis diese in die Falle tappten, sagt sie. „Das bringt uns an den Rand unserer Leistungsfähigkeit“, bestätigt Wallat.

Katzenhaltern drohen hohe Geldbußen

Die Kastration einer Katze ist nicht billig. Zwischen 70 (bei Katern) und 120 Euro (bei Katzen) kostet der Eingriff. Die Kennzeichnung des Tieres mit einem elektronischen Chip kostet den Halter noch einmal etwa 15 Euro. Nur das Registrieren des Vierbeiners bei einem Zentralregister wie Tasso oder Findefix ist kostenlos.

Doch schützen diese Maßnahmen nicht nur das eigene Tier, sondern auch andere Lebewesen wie Singvögel – und letztendlich auch den eigenen Geldbeutel. Jedem Katzenhalter, der sein Tier ab dem Alter von fünf Monaten nicht kastriert und registriert hat, droht in Wennigsen eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro. Halterin oder Halter einer Katze ist man laut Wennigser Katzenschutzverordnung übrigens schon, wenn man dieser „regelmäßig Futter an bestimmten Stellen“ anbietet.

Informationen zur Katzenschutzverordnung erhalten Interessierte über die Internetseite der Gemeinde www.wennigsen.de, wenn sie im Suchfeld den Begriff „Katzenschutzverordnung“ eingeben und anschließend die angebotene pdf-Datei öffnen.

Von Mirko Haendel

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