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Wennigsen Tierschutzverein kritisiert Katzenschutzverordnung
Umland Wennigsen Tierschutzverein kritisiert Katzenschutzverordnung
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14:50 27.02.2019
"Eine Begrenzung auf zwei Orte ist unsinnig": Der Tierschutzverein Barsinghausen will das Leid von Katzen lindern. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
Wennigsen

Der Tierschutzverein Barsinghausen kritisiert die Gemeinde Wennigsen für Teile ihrer geplanten Katzenschutzverordnung. Darin sieht die Gemeinde unter anderem vor, dass die Verordnung nur in zwei Ortsteilen der Gemeinde gilt – nämlich in der Wennigser Mark und in Sorsum. Die Begründung dafür lieferte die zuständige Fachbereichsleiterin Ulrike Schubert bei der Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, öffentliche Ordnung, Mobilität und Digitales: Nur in den Ortsräten dieser beiden Orte hätten die Lokalpolitiker und Bürger von konkreten Problemen mit streunenden Katzen berichtet. Für die soll nach der geplanten Verordnung eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht gelten.

Begrenzung auf Ortsteile ist „unsinnig“

„Eine Begrenzung auf zwei Ortsteile ist unsinnig und sollte vom Rat nicht akzeptiert werden“, sagt Ernst Wildhagen, Vorsitzender des Tierschutzvereins, der auch für Wennigsen zuständig ist. Ähnlich sahen das bereits die Politiker aus Wennigsen bereits im Ausschuss. So wies unter anderem die Vorsitzende Angelika Schwarzer-Riemer von den Grünen darauf hin, dass „gerade streunende Katzen sicher nicht vor einem Ortsschild Halt machen“.

Wildhagen weist außerdem die Aussage der CDU-Politiker im Gremium zurück, dass eine Katzenschutzverordnung grundsätzlich überflüssig sei. Als Beispiel führte Joachim Batke an, dass es eine ähnliche Verordnung in Barsinghausen gibt – diese würde allerdings in der Praxis nicht angewandt. „Die Behauptung stimmt nicht. Der Tierschutzverein profitiert regelmäßig von der Verordnung“, entgegnet Wildhagen. Bei Fundtieren, die der Verein vermittele, gebe es seitdem keine Diskussionen mehr, ob das Tier gechipt und kastriert wird. „Das ist Pflicht.“ Richtig sei: Nur in wenigen Fällen habe das Ordnungsamt Halter schriftlich ermahnen müssen. Meistens reiche ein Hinweis darauf, dass es die Verordnung gibt.

Verordnung soll vorbeugend wirken

Grundsätzlich handele es sich bei solchen Verordnungen um sogenannte Präventivvorschriften, teilt der Tierschutzverein mit mit. Das bedeutet: „Es ist doch im Interesse der Kommunen, wenn es erst gar nicht zu einem Katzenproblem kommt“, sagt Wildhagen und zieht einen Vergleich zu anderen Vorschriften: „Niemand würde doch ernsthaft gegen die Pflicht zur Installation eines Feuerlöschers in einer Schule vorgehen, mit dem einzigen Argument, es habe ja noch nie gebrannt.“ Das Leid von streunenden Katzen sei nun mal nicht für jeden sichtbar, sondern passiere im Verborgenen.

Von Gerko Naumann

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