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Wennigsen Triskele-Mitarbeiter besuchen Großküche
Umland Wennigsen Triskele-Mitarbeiter besuchen Großküche
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17:08 21.03.2019
Die Triskele-Mitarbeiter bedanken sich mit Rosen und Kerzen bei dem Küchenpersonal des Seniorenheims Deisterblick. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
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Wennigsen

Wo kommt eigentlich unser Essen her? Dieser Frage sind die Mitarbeiter der Triskele-Werkstatt, der neuen Einrichtung für Behinderte in Wennigsen, am Donnerstagvormittag nachgegangen. Bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug haben sie die Küche des Seniorendomizils Deisterblick besucht. Dort wird jeden Tag das Mittagessen für die rund 30 behinderten Menschen gekocht und normalerweise von dem Mitarbeiter Henning Schumacher in die Einrichtung gebracht. Ein ganz besonderer Tag für die Mitarbeiter: „Es herrschte schon die ganze Woche eine aufgeregte Stimmung“, sagt die Angestellte Anna Kemme. Nun blicken die Mitarbeiter hinter die Kulissen der Großküche. „Sie sollen sehen, wo das Essen herkommt und wer es zubereitet“, sagt Triskele-Betriebsleiter Uwe Dietrich.

Der Küchenleiter Oliver Thesen (zweiter von links) zeigt den Triskele-Mitarbeitern die Küche in dem Seniorenheim Deisterblick. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Von der Anlieferung auf den Teller: Gemeinsam mit Küchenchef Oliver Thesen gehen die Werkstattmitarbeiter durch alle Räume, von der Warenannahme bis zur Küche. Sogar in die Kühlräume dürfen sie hineingehen – das machen aber nur einige, und die sind nach wenigen Sekunden wieder draußen. Immerhin herrschen in dem zwei Mal zwei Meter großen Raum Minusgrade.

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Auch Amtsgericht wird besucht

Wie die Köche es schaffen, jeden Tag so viele Gerichte zu kochen? „Das Küchenteam arbeitet in Schichten und bereits morgens um 4 Uhr stehen einige in der Küche“, erklärt Thesen. Und so kommt es, dass pünktlich zur Mittagszeit die Speisen bei Triskele auf dem Tisch stehen. In der Werkstatt hängt für die ganze Woche ein Speiseplan, sodass die Mitarbeiter genau wissen worauf sie sich freuen können. „Heute gibt es Currywurst“, sagt Marco Heinrich, der eigentlich lieber Tortellini mit Spinat oder Senfeier isst. Der 23-jährige Lemmier arbeitet in der Gartengruppe sowie in der Holzwerkstatt von Triskele. Nach der Führung bedanken sich die Mitarbeiter mit selbstgemachten Kerzen, einem Osterei und Rosen bei dem Küchenchef und dem Personal.

Die Mitarbeiter der Triskele-Werkstatt Wennigsen besuchen die Fotoausstellung im Amtsgericht. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Vor ihrem Ausflug in die Küche haben sich die Mitarbeiter sich zudem eine Fotoausstellung der Bredenbecker Fotogruppe im Wennigser Amtsgericht angeschaut. Die Fotografen Dieter Grabitz und Susanne Frank haben ehrenamtlich für Triskele Fotoaufnahmen für die Internetseite erstellt. Daher wollten sich die Triskele-Mitarbeiter die Werke der Fotokünstler einmal anschauen.

Tag der offenen Tür im März

Für die Mitarbeiter gibt es einen weiteren Höhepunkt in diesem Monat. Die Werkstatt feiert am Sonnabend, 30. März, den Tag der offenen Tür und begrüßt alle Interessierten von 15 bis 18 Uhr in den Räumen in der Albert-Einstein-Straße 2. Weiterhin wird an diesem Tag auch die offizielle Eröffnung der gemeinnützigen GmbH Triskele gefeiert, die aus dem Verein Musicon hervorgegangen ist. Zu diesem besonderen Anlass werden zwei neue Produkte angeboten. Die Besucher können drei verschiedene Senfsorten mit dem Namen Fassbrause sowie das Holundergetränk „Zaubertrunk“ probieren.

Das ist die Triskele-Werkstatt

Im Dezember 2018 hatte Uwe Nordhausen, heute Geschäftsführer von Triskele, die gemeinnützige GmbH Triskele gegründet. Die künstlerisch handwerkliche Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung macht durch Sinn gebende, gemeinsame Arbeit Hilfe zur Selbsthilfe möglich. In den Räumen an der Albert-Einstein-Straße sind die Ateliers in die Bereiche Metall, Holz, Papier, Hauswirtschaft und Kerzen aufgeteilt. 700 Quadratmeter sind Werkstatt-, Aufenthalts- und Verkaufsräume groß, zudem gibt es einen 1000 Quadratmeter großen Garten.

Bis zu 42 Menschen sollen künftig bei Triskele einen Job finden. Der Betrieb will in Zukunft auch selbst ausbilden. Die Menschen, die bei Triskele arbeiten, kommen aus der gesamten Region und der Stadt Hannover – allerdings nur, wenn sie den Weg zur Arbeit eigenständig schaffen. Lediglich aus dem Einzugsgebiet Gehrden, Wennigsen und Weetzen werden die Beschäftigten abgeholt.

Die Waren können täglich zu den Arbeitszeiten von 8.15 bis 15.45 Uhr in den Verkaufsräumen erworben werden. Alle Informationen zu Triskele gibt es auch auf der Homepage der Einrichtung.

Von Ann Kathrin Wucherpfennig