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Wennigsen Wennigserin kommt über neues Gesetz an Job in Seniorenheim
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Wennigsen: Wennigserin kommt über neues Gesetz an Job in Pflegeheim

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09:24 27.07.2019
Bettina Gladisch-Wagner (rechts) berichtet Matthias Miersch (von links), Kerstin Liebelt, Claudia Dudszus, Marc Uhden und Philipp Rose von ihrer Arbeit als Alltagsbegleiterin.
Bettina Gladisch-Wagner (rechts) berichtet Matthias Miersch (von links), Kerstin Liebelt, Claudia Dudszus, Marc Uhden und Philipp Rose von ihrer Arbeit als Alltagsbegleiterin. Quelle: Stephan Hartung
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Wennigsen

Matthias Miersch ist auf Sommertour in seinem Wahlkreis. Der SPD-Bundestagsabgeordnete besucht in diesen Tagen und Wochen zwölf Einrichtungen, in denen Menschen arbeiten, die auf Basis des Gesetzes zur Teilhabe am Arbeitsmarkt wieder in ein festes Beschäftigungsverhältnis gelangt sind. Zum Auftakt der Besuchsreihe war Miersch jetzt im Wennigser Seniorendomizil Deisterblick zu Gast. Hier ist Bettina Gladisch-Wagner seit dem 15. April als sogenannte Alltagsbegleiterin tätig. „Ich habe im vergangenen Jahr von dieser Möglichkeit erfahren und im Seniorendomizil ein Praktikum gemacht. Da hat man bereits gemerkt, dass es passt“, erzählte Gladisch-Wagner, für die die neue Arbeitsstelle sogar den Vorteil der räumlichen Nähe hat: Sie wohnt seit 15 Jahren in Wennigsen.

„Jeder Bewohner ist anders“

Im Seniorendomizil besteht ihre Aufgabe darin, mit den Bewohnern Gespräche zu führen, Spaziergänge zu machen oder Einkäufe zu erledigen. Auch Spiele und Bastelaktionen gehören zum Repertoire. „Jeder Bewohner ist anders. Der eine will mehr, der andere weniger erleben. Es macht sehr viel Spaß, ich arbeite gern mit Menschen zusammen“, berichtete die 49-Jährige begeistert. Gladisch-Wagner besitzt eigentlich eine kaufmännische Ausbildung, war über einen langen Zeitraum aber auch ehrenamtlich im Sozialkaufhaus tätig. „Und dort kann man viel Erfahrung mitnehmen, da geht es ja um den Umgang mit älteren oder sozial schwächeren Menschen.“

Gladisch-Wagner ist in der Senioreneinrichtung mit einer 25-Stunden-Woche im Einsatz. Der Deisterblick hat 71 Bewohner, die auf drei Etagen leben und von rechnerisch 3,3 Vollzeit-Alltagsbegleitern umsorgt werden. Einrichtungsleiter Phillip Rose betonte jedoch, dass ihre Tätigkeit von kein Personal ersetze. „Ihre Arbeit ist on top. Das hilft uns sehr, denn die Kollegen werden entlastet.“

150 000 Menschen in Beschäftigung

Ziel des Gesetzes zur Teilhabe am Arbeitsmarkt ist es, bundesweit innerhalb von fünf Jahren 150.000 Menschen zurück in feste Beschäftigungsverhältnisse zu holen. Derzeit liegt diese Zahl bei 21.500. Im Gebiet des Jobcenters Barsinghausen-Wennigsen-Gehrden liegen derzeit 55 Anträge vor. 38 davon sind bereits bewilligt, und die Antragsteller befinden sich damit wie Gladisch-Wagner in einem festen Arbeitsverhältnis. „Wir freuen uns, dass alle Bereiche abgedeckt sind – von Verwaltung über Soziales bis hin zur freien Wirtschaft“, sagte Marc Uhden vom Jobcenter.

Alle Jobs auf Basis des Gesetzes werden über fünf Jahre vom Jobcenter finanziert, zunächst zu 100 Prozent. Ab dem dritten Jahr nimmt die Förderung um jeweils 10 Prozent ab. Ziel ist es, dass die Arbeitnehmer dauerhaft übernommen werden von ihrem Arbeitgeber. Im Falle von Bettina Gladisch-Wagner sind die Aussichten dazu schon jetzt gut. „Sie macht es gut, kommt bei den Bewohnern prima an. Nach zwei Jahren kann man sich mal zusammensetzen“, sagte Rose. Dieses Aussage hat Matthias Miersch gern mitgenommen als Resonanz. „Es ist mit diesem Beispiel toll zu sehen, wie gut das Gesetz in der Praxis funktioniert“, resümierte der Abgeordnete.

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Von Stephan Hartung