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Wunstorf Ein Jahr nach der Grubenschließung in Wunstorf: Was machen die Kumpel heute?
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Ein Jahr nach der Grubenschließung in Wunstorf: Was machen die Kumpel heute?

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09:55 21.12.2019
Segelboote kreuzen vor der Kulisse des Kalibergs Wunstorf-Bokeloh auf dem Steinhuder Meer. Nach 120 Jahren wurde das Kali-Bergwerk im Dezember 2018 geschlossen. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Wunstorf

Ein Jahr nach der Schließung von Niedersachsens letztem Kalibergwerk in Wunstorf bei Hannover hat die Mehrzahl der betroffenen Bergleute wieder eine Arbeit. Von den 160 in eine Transfergesellschaft gewechselten Beschäftigten konnten 87 vermittelt werden, viele andere fanden selber eine neue Arbeit oder erreichten das Rentenalter, wie der Dünger- und Salzhersteller K+S in Kassel mitteilte. 270 Beschäftigte sind noch mit Arbeiten in dem geschlossenen Bergwerk beschäftigt, das ab 2021 mit Salzlauge geflutet werden soll. Andere Bergleute wechselten in andere K+S-Bergwerke an der hessisch-thüringischen Grenze.

Bis 2035 weiterbetrieben wird in Wunstorf die Recyclinganlage von K+S für Salzschlacken aus der Aluminiumindustrie, in der rund 50 Menschen beschäftigt sind. Rückstände des Recyclingsprozesses sollen zur Abdeckung der Bergwerkshalde verwendet werden. Außerdem will K+S an dem Standort über Tage ein Innovationszentrum zur Entwicklung neuer Verfahren der Nahrungsproduktion schaffen. Einige Gebäude wurden inzwischen abgerissen, um Platz für ein Gewerbeareal zu schaffen.

Ende der Produktion nach 120 Jahren

Das Bergwerk hatte nach 120 Jahren die Produktion eingestellt, weil die Salzvorräte zur Neige gingen und ein wirtschaftlicher Abbau immer schwieriger wurde. Zuletzt waren die Bergleute in 1400 Metern Tiefe tätig, wo die Temperaturen trotz eines Kühlsystems bei 50 Grad lagen.

Anfang kommenden Jahres will K+S über das Konzept zur Flutung des Bergwerks entscheiden, mit der ab Mitte 2021 zunächst in einer Tiefe von 1150 bis 1400 Metern begonnen werden soll. Dort werden derzeit bereits alle Installationen entfernt. Je weiter der Rückbau Richtung Oberfläche voranschreitet, werden dann höher gelegene Abschnitte des Bergwerks mit Salzlauge aus hessischen K+S-Standorten geflutet. Diese soll teils per Bahn in Kesselwagen herantransportiert werden, teils per Binnenschiff bis zu einem Anleger am Mittellandkanal, von wo eine Pipeline ins Bergwerk verlegt werden soll.

Ein letzter Förderwagen mit Salz und der Aufschrift "Letzte Tonne" Werk Sigmundshall 11898 - 2018". Quelle: Holger Hollemann/dpa

Kein Neustart für das Kalibergwerk Siegfried-Giesen

Ursprünglich war geplant gewesen, das Kalibergwerk Siegfried-Giesen bei Hildesheim wieder in Betrieb zu nehmen und dort den aus Wunstorf kommenden Beschäftigten neue Arbeit anzubieten. Wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatte K+S sich aber gegen einen zeitnahen Neustart in Giesen entschieden. Die Option existiert zwar weiterhin, gegen die Genehmigung des Neustarts sind aber mehrere Klagen eingereicht worden.

Zuletzt reichte der Bund für Umwelt und Naturschutz am Freitag beim Verwaltungsgericht Hannover eine Klage ein um zu verhindern, dass salzhaltige Abwässer aus der Kaliproduktion in Flüsse geleitet werden.

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Von RND/Michael Evers/dpa

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