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Wunstorf Zu teuer: Fischtreppe wurde vertagt
Umland Wunstorf Zu teuer: Fischtreppe wurde vertagt
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00:19 03.12.2018
August Lustfeld am Wehr im Meerbach, an dem demnächst eine Fischtreppe entstehen soll. Quelle: Jan Peter Wiborg
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Eigentlich sollte in diesem Herbst im Steinhuder Meerbach eine Fischtreppe entstehen, damit Fische trotzt des Wehrs leichter zwischen dem See und dem Bach wechseln können. Explodierende Kosten haben das Projekt des Unterhaltungsverbands Meerbach und Führse vorerst ausgebremst.

Eigentlich waren für die rund 40 Meter lange Umgehungsstrecke rund 70.000 bis 80.000 Euro als Kosten geschätzt worden. Davon sollte ein großer Teil aus einem EU-Programm zur Fließgewässerentwicklung bezahlt werden. Nach der Ausschreibung schnellten die Kosten dann aber auf 225.000 Euro in die Höhe – auch hier wirkte sich wieder die hohe Auslastung der Baufirmen aus. „Wir wollen jetzt versuchen, die Planung leicht zu ändern und dann einen neuen Versuch zu starten“, sagte Geschäftsführer August Lustfeld. Damit hofft er, die Kosten drücken zu können und im nächsten Jahr dann endlich zu bauen.

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„Eigentlich hätten wir in diesem Jahr wegen der Trockenheit und des niedrigen Wasserstands ideal bauen können, somit ist es besonders schade“, sagte Lustfeld. Von dem Bau sollen etwa 14 Fischarten profitieren, die ihre Laichplätze so leichter erreichen können. Allerdings wird die Umgehungsstrecke nicht bei allen Wasserständen nutzbar sein. Eine wichtige Herausforderung bei der Planung war, dass die Menge des insgesamt abfließenden Wassers sich nicht vergrößern soll.

Derzeit liegt der Wasserstand des Steinhuder Meeres nach dem extremen Sommer noch immer 45 Zentimeter niedriger als das Soll. Das führt dazu, dass im Moment überhaupt kein Wasser in den Meerbach ablaufen kann. Das Wehr ist so konstruiert, dass erst dann wieder Wasser in den Bach fließt, wenn der Spiegel des Steinhuder Meeres um mindestens zehn Zentimeter steigt.

Der stete Zufluss von dort ist generell ein wichtiger Faktor dafür, dass die Tier- und Pflanzenwelt im Bach gute Bedingungen vorfindet. „Die Sauerstoffkonzentration ist dort aber noch in Ordnung“, sagt Lustfeld, so dass noch kein Handlungsbedarf bestehe. Nun hofft er vor allem darauf, dass in nächster Zeit ordentlich Regen fällt, damit der Wasserstand zum Beginn der nächsten Saison wieder ordentlich ist. Ab Sonntag ist wohl auch tatsächlich einiger Regen zu erwarten.

Von Sven Sokoll