Handwerker in Wunstorf haben mit Holz gut vorgesorgt
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Handwerker in Wunstorf haben mit Holz gut vorgesorgt

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17:00 09.06.2021
Auszubildende Sandra Heins von der Tischlerei Schwahn liefert diese fertige Massivholzplatte mit aus.
Auszubildende Sandra Heins von der Tischlerei Schwahn liefert diese fertige Massivholzplatte mit aus. Quelle: Anke Lütjens
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Wunstorf

Die Corona-Pandemie hat im In- und Ausland zu einem Bau-Boom geführt. Daher ist die Nachfrage nach Holz und anderen Materialien stark gestiegen – ebenso die Preise und die Lieferzeiten. Ein weiterer Grund für die Holzknappheit sind laut Medienberichten von FAZ und SZ beispielsweise Exporte überwiegend nach China und in die USA, die mehr dafür zahlen. Wie ist die Lage bei Betrieben in Wunstorf?

Ohne Material droht Kurzarbeit

„Wir sind bis zum Herbst mit Arbeit ausgebucht. Aber wenn wir dann kein Material bekommen, müssen wir Kurzarbeit anmelden“, sagt eine Mitarbeiterin der Zimmerei Brand in Großenheidorn. Der Chef habe aber gut mit Material vorgesorgt.

Tischlerei wartet lange auf Material

Die Tischlerei Schwahn im Wunstorfer Gewerbegebiet bekommt den Holzmangel auch zu spüren. „Ich habe einen Auftrag angefangen und zwei Monate lang auf hellgraue Platten gewartet“, sagt Inhaberin Silke Schwahn. Alles sei schwieriger und teurer geworden. Ein Beispiel: Am Jahresanfang habe ein Festmeter Fichte 30 Euro gekostet, jetzt 90. „Kein Wunder, wenn die Chinesen und Amerikaner alles aufkaufen. Wir bekommen erst was, wenn wieder Holz da ist“.

Einzig im Massivholzbereich arbeite sie mit einem einheimischen Händler zusammen. „Der hat eigentlich immer etwas da“, so Schwahn weiter. Auch Beschläge sind nach Angaben der Tischlerin teurer geworden. Die Folgen für die Kunden: Der Betrieb muss die Preise anziehen. „Ich kann ja nicht zum Selbstkostenpreis arbeiten“, sagt Schwahn.

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Holzpreise sind stark gestiegen

Auch die Zimmerei Rusche, ebenfalls in Großenheidorn ansässig, hat volle Auftragsbücher. Sie hat nach Angaben des Inhabers fast keine Einbußen, weil sie von Stammlieferanten bevorzugt beliefert wird. Er sei sehr froh darüber, noch relativ zügig in drei bis sechs Wochen beliefert zu werden. Die Holzpreise hätten sich jedoch fast vervierfacht – von 400 Euro im Januar bis aktuell auf 1200 Euro. Das bestätigt auch Sebastian Alder vom gleichnamigen Sägewerk in Auhagen. „Holz ist um 40 Prozent teurer geworden“, sagte er. Noch ist das Lager gut gefüllt, und Alder kann noch alle Kunden beliefern.

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Beim Familienunternehmen Türnau im Gewerbegebiet Süd in Wunstorf lagern auf dem Außengelände Bretter für die Herstellung von Massivholzdielen, Treppen und Möbel. Quelle: Anke Lütjens

Das seit 1908 bestehende Familieunternehmen Wilhelm Türnau aus Wunstorf stellt Massivholzdielen, Möbel, Treppen und Fensterbänke her. Das Holz dafür stammt aus heimischen Wäldern. Das bestätigte Geschäftsführer Marc Türnau. Sein Lager ist noch gut gefüllt.

Von Anke Lütjens