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Wunstorf Orden für Psychiatrie-Papst Andreas Spengler
Umland Wunstorf

Hannover: Psychiater Andreas Spengler erhält Bundesverdienstkreuz

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17:28 31.01.2020
„Interesse an Menschen“: Sozialministerin Carola Reimann mit Prof. Andreas Spengler. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Ohne ihn stünde es schlechter um die psychiatrische Versorgung in Deutschland. Über Jahrzehnte hinweg hat Andreas Spengler sich bundesweit darum gekümmert, eine ambulante Versorgung kranker Menschen aufzubauen. Für Hunderttausende von Patienten wurden die wohnortnahen Psychiatrischen Institutsambulanzen (Pias) eine Alternative zu stationären Klinikaufenthalten. Sozialministerin Carola Reimann nennt den Wunstorfer auch respektvoll den „Pias-Papst“ – ein Ehrentitel ganz eigener Art.

Im schmucken Gästehaus der Landesregierung überreichte die Ministerin dem 72-Jährigen jetzt das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, kurz: das Bundesverdienstkreuz. Der Bundespräsident hatte den Psychiater, der in Luthe lebt, für sein langjähriges medizinisches Engagement ausgezeichnet.

„Wir bräuchten mehr Menschen wie Sie“

Das Wohl psychisch Kranker sei immer das Leitmotiv seines Handelns gewesen, sagte Reimann. Spengler habe Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft stehen, ins Zentrum seines Handelns gestellt. „Wir bräuchten mehr Menschen wie Sie“, erklärte die Ministerin. Spengler hatte als junger Mediziner noch Ärzte kennengelernt, die in NS-Verbrechen an Kranken verstrickt waren. Er selbst gehörte zu jener Generation, die sich der Psychiatriereform verschrieben hatte und „Interesse an Menschen“ zum Maßstab ihres Handelns machten, wie er selbst bei der Feierstunde sagte.

Unter anderem baute Spengler in Hamburg einen psychiatrischen Notdienst auf, später wechselte er an die Psychiatrie in Wunstorf. Als deren Ärztlicher Direktor ging der aus Bad Gandersheim stammende Psychiater 2008 nach 20 Jahren in Ruhestand. „Wir fühlen uns Wunstorf jedoch nach wie vor eng verbunden“, sagt der dreifache Großvater, der mit seiner Frau Barbara zur Ordensverleihung gekommen war.

In den vergangenen Jahren kümmerte sich der passionierte Aquarellmaler unter anderem um Künstler, die selbst mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hatten. So setzte er sich für den Erhalt der „Klingebiel-Zelle“ ein. Der Patient Julius Klingebiel hatte in den Fünfzigerjahren die Wände seiner Zelle im Landeskrankenhaus Göttingen mit großflächigen Motiven bemalt.

Von Von Simon Benne und Jakob Wierse

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