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Wunstorf Kettler schließt Werksverkauf vorerst
Umland Wunstorf Kettler schließt Werksverkauf vorerst
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00:18 10.01.2019
Der Werksverkauf von Kettler in Bokeloh ist geschlossen. Quelle: Sven Sokoll
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Bokeloh

Die Kettler-Gruppe aus Ense, die nach einer Krise Ende 2018 ihren Eigentümer gewechselt hat, hat ihren Werksverkauf in Bokeloh am 12. Dezember geschlossen. Nach Angaben von Stefanie Risse, Sprecherin der Kettler GmbH, sucht das Unternehmen aber nach einem neuen Standort dafür in Wunstorf. Offenbar versucht Kettler, sich von dem bisherigen Betriebsgelände zu trennen.

Der Verkauf mit seinen sechs Beschäftigten sei von den Kunden gut angenommen worden. „Deswegen ist die Idee, damit in Wunstorf zu bleiben“, sagte Risse, dieses Potenzial soll somit weiter genutzt werden. Voraussetzung seien passende Räume – aber abseits des Geländes. Die letzte Entscheidung stehe auch noch aus. „Es ist natürlich schade, dass wir dafür nicht gleich eine Anschlusslösung präsentieren konnten“, sage Risse.

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Nach finanziellen Schwierigkeiten hatte das Unternehmen aus dem Sauerland am 6. Dezember mitgeteilt, dass die Beteiligungsgesellschaft Lafayette Mittelstand Capital die Vermögenswerte, Marken- und Lizenzrechte von Kettler übernimmt. So sollen Gartenmöbel und Sport- und Freizeitgeräte ebenso weiter produziert werden wie das legendäre Kettcar. Allerdings bleiben nur rund 500 Arbeitsplätze in drei Werken erhalten. Das bedeutet für 170 Mitarbeiter, dass sie in eine Transfergesellschaft wechseln müssen, um neue Arbeitsplätze finden zu können.

Produktion wurde schon 2004 eingestellt

Die Kettler-Tochter Nistac hatte die Produktion von Gartenmöbeln und Schreibtischen in Bokeloh bereits im Jahr 2004 eingestellt. Zuletzt hatte sie damals 164 Mitarbeiter. Seitdem wurden in einem Teil der insgesamt 30.000 Quadratmeter großen Hallen auf einem 80.000 Quadratmeter großen Grundstück nur noch Produkte der Kettler-Gruppe mit leichten Mängeln verkauft.

Die Immobilie gehört der Heinz Kettler Stiftung, die zu den Zukunftsplanungen am Montag noch keine Angaben machte – auch nicht, ob es aktuell zum Verkauf steht. Der Auszug des Werksverkaufs ist aber wohl ein Zeichen, dass Kettler für den Komplex keine Verwendung mehr hat. Andere Nutzer als die Sauerländer gab es zuletzt nicht.

Wunstorfs Wirtschaftsförder Uwe Schwamm sagte, dass Kettler mit der Stadt noch keinen direkten Kontakt aufgenommen habe. In den vergangenen Monaten habe es aber einige lockere Kontakte mit Projektentwicklern gegeben, mit denen kommende Veränderungen sich angekündigt haben. „Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe, das Areal schnell zu vermarkten“, sagte Schwamm. Für die meisten Unternehmen, an die man bei der Größe der Immobilie denken könnte, sei der wenig verkehrsgünstige Standort nicht interessant. Vor drei Jahren hatte die damalige Ratsgruppe aus SPD und Grünen deshalb schon ins Spiel gebracht, die Fläche für den Wohnungsbau zu nutzen.

Von Sven Sokoll

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