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Wunstorf HAZ/NP-Mitarbeiterin probiert Jugger aus
Umland Wunstorf HAZ/NP-Mitarbeiterin probiert Jugger aus
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00:15 13.07.2018
Ausprobiert Juggern: HAZ/NP-Mitarbeiterin Rita Nandy versucht einen Treffer gegen Stephan Kuckuck zu setzen. Quelle: Nicole Brickwedel
Wunstorf

Jugger??? Von diesem Trend-Mannschaftsport höre ich das erste Mal bei einem Pressetermin beim Projekt Kurze Wege. Angelehnt sei es an Live-Rollenspiele, erzählt Diplom-Pädagoge Stephan Kuckuck von dem bei den Jugendlichen sehr beliebten, neuen Angebot. Es sei eine Mischung aus Ringen und Ritterspiel, spezielle Vorkenntnisse nicht erforderlich. Jeder könne mitspielen. „Egal ob man dick, dünn, schnell oder langsam ist“, sagt er. Das Motto laute „Juggern statt Prügeln“ und diene auch dem Aggressionsabbau. Keine speziellen Vorkenntnisse, das klingt gut. Also verabrede ich mit für einen Freitagnachmittag zum Mitmachen.

Vielleicht etwas voreilig. An den letzten Mannschaftsspielen habe ich während meiner Schulzeit teilgenommen. Dunkle Wolken am Himmel machen mir morgens Hoffnung. Bei starkem Regen falle das Spiel aus, hatte Kuckuck gesagt. Nachmittags scheint die Sonne. Mein Kommen wurde sogar auf der Internetseite der Jugendeinrichtung angekündigt. Ich kann also keinen Rückzieher machen. Später erfahre ich, dass ich mich in guter Gesellschaft befinde. Die Hemmschwelle mitzumachen, sei bei Mädchen größer, erzählt Kuckuck. Und am Freitag spielen auch nur Jungs mit.

Zum Juggern werden einige besondere Spielgeräte benötigt – die man aber auch ersetzen kann.

Treffpunkt ist am Kurze-Wege-Laden an der Barnestraße. Mit dem Lastenrad geht es von dort in Richtung Wunstorf Elements. Auf dem Gepäckträger wird ein Kanister mit Wasser befestigt. Die großen, gepolsterten Stangen müssen allerdings in einer riesigen Tasche getragen werden. Auf dem Rasenbolzplatz neben dem Hallenbad liegt die Spielfläche. Mit Hütchen wird das Feld markiert. Gespielt wird in zwei Teams mit je einem Läufer sowie bis zu vier Spielern. Ziel ist es den Spielball (Jugg), den nur die Läufer anfassen dürfen, im gegnerischen Mal zu versenken.

Mit den so genannten Pompfen (gepolsterten, unterschiedlich langen Stangen) soll dies verhindert werden. Wird einer vom Gegner mit der Pompfe berührt, – erlaubt ist nur an der vorderen Körperseite, Rücken sowie Beinen und Armen - muss der Spieler in die Knie gehen und fünf Schläge aussetzen. Legt ein Spieler das Ende seiner Pompfe an eine gültige Trefferzone des Gegners, ist dieser gepinnt. Er muss solange aussetzten, bis das Pinnen aufgehoben wird. Die Kette mit Ball kommt diesmal nicht zum Einsatz. Eine Partie dauert zwei Mal je 100 Schläge. Beim Projekt Kurze Wege wird improvisiert. Statt auf eine Trommel, schlägt der Schiedsrichter mit einem Holzlöffel auf eine alte Bratpfanne. Wenn dieser „1, 2, 3 Jugger!“ ruft, beginnt die Partie.

Stephan Kuckuck teilt die Mannschaften ein. Und los geht es. Der gegnerische Läufer schnappt sich den Jugg und ehe wir uns versehen, ist er in unserem Mal. Zwei, drei Mal werden wir überrumpelt. Taktikbesprechung vor der nächsten Partie. Der gegnerische Läufer ist blitzschnell. Wir müssen uns voll auf ihn konzentrieren. Ich freue mich wie ein Kind über meinen ersten Treffer. Alle haben riesigen Spaß. Das Gewinnen steht überhaupt nicht im Vordergrund.

Die Mannschaften werden zwischendurch bunt gemischt. Und wenn jemand Durst hat, eine kurze Pause einlegt, spielt seine Gruppe halt in Unterzahl. Das gefällt mir. Bei dem Spiel kann wirklich jeder mitmachen. Zwischendurch darf ich den Takt schlagen. Viel zu schnell vergehen die knapp zwei Stunden. Am Ende gibt es ein Lob für mich von Stephan Kuckuck „Du hast dich hervorragend angestellt.“ Auch die Jugendlichen haben mich sofort akzeptiert. Nur zu gerne hätte Teamer Emircan, dass ich die Spieler zum anstehenden Jugger-Turnier begleite. So wie mir, meine Armen sind anschließend ein wenig lahm, hat es auch meinen Mitstreitern gefallen. „Das macht Spaß“, sagt Lukas, der erstmals mitgespielt hat. Ausprobiert hat er Juggern allerdings schon auf dem Schulfest der Otto-Hahn-Schule. Der zehnjährige Mustafa will auf jeden Fall wieder kommen.

Projekt Kurze Wege: Jugger

Auch in den Ferien treffen sich Jugendliche zum Juggern auf dem Rasensportplatz neben dem Wunstorf Elements. Gespielt wird am Freitag, 13. und 27. Juli, von 16 bis 18 Uhr. Treffpunkt ist am Laden Kurze Wege, Barnestraße 52. Als kostenlose Ferienpass-Aktion bietet das Projekt Kurze Wege das Mannschaftsspiel am Montag, 6. August, ab 15 Uhr an. Mitmachen können Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren. Sportliche Kleidung und feste Schuhe sind erforderlich. Außerdem sollten ausreichend Getränke mitgebracht werden. Nach den Ferien wird wieder regelmäßig freitags von 16 bis 18 Uhr gespielt.

Das Training der vergangenen Wochen hat sich gelohnt: Zum Ferienauftakt hat das Team vom Projekt Kurze Wege das Jugger-Turnier der Jugendpflege Isernhagen gewonnen.

Von Rita Nandy

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