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Umland Wunstorf Nachrichten Schloss: Bauarbeiten weiter in der Kritik
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00:37 03.06.2018
Am Schloss Bokeloh hat der Ausbau der Schloßstraße begonnen. Quelle: Sven Sokoll
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Bokeloh

Die Stadt hat eine archäologische Baubegleitung für den Ausbau der Schloßstraße beauftragt. In Aktion sind die Experten bisher nach Angaben von Stadtsprecherin Jasmin Behrens aber noch nicht getreten, weil die Bauarbeiten in die Tiefe sich noch nicht im Bereich des Schlosses bewegen.

Die Kritiker von den Heimatvereinen in Wunstorf und Bokeloh, die der Stadt einen laxen Umgang mit dem Denkmal vorgeworfen haben, sind mit der Reaktion der Verwaltung indes weiter unzufrieden, weil sie nach ihrer Ansicht überwiegend an den Problemen vorbei geht. Manfred Rasche, zweiter Vorsitzender des Kernstadt-Heimatvereins, betont zwar, die Beauftragung der Baubegleitung sei unstrittig, weil nach dem Denkmalschutzgesetz gefordert. „Die Heimatvereine erwarten auch gespannt die archäologischen Untersuchungsergebnisse zum Aufbau des Burghügels und anderen bisher noch unbekannten Fakten zu Schloss Bokeloh“, schreibt er.

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Für unzulässig hält Rasche aber, dass die Stadt einen Wendehammer auf einem Baudenkmal anlegen und dafür noch einen Stromkasten versetzen lässt. Nach dem Gesetz seien nur Arbeiten erlaubt, die dem Schutz oder Erhalt des Baudenkmals dienen. Die Einschätzung der Stadt, dass das Bild der Schlossanlage nicht beeinträchtigt werde, sei in dem Zusammenhang nicht relevant.

Die Stadt hatte eingeräumt, bei den Planungen sei offenbar nicht bewusst gewesen, dass die Straße im Bereich des Schloss auch auf Teilen der historischen Burganlage verläuft. „Der Stadt als unterer Denkmalschutzbehörde hätte das von Amts wegen bekannt sein müssen“, kommentiert das Rasche. Außerdem habe er die Verwaltung darauf hingewiesen. Zunächst habe diese die größere Ausdehnung des Denkmals bestritten, sich dann aber dieser Sichtweise angeschlossen, nachdem das Landesamt für Denkmalschutz hinzu gezogen wurde.

Von Sven Sokoll