Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Kanzlerin rückt Steinhude ins Schlaglicht
Umland Wunstorf Nachrichten Kanzlerin rückt Steinhude ins Schlaglicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Von Sven Sokoll
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weitere CDU-Prominenz, bis hin zu Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt (rechts), stehen auf der Bühne. Quelle: Sven Sokoll
Steinhude

"Ich bin froh, dass Sie trotz des drohenden Regens gekommen sind", sagte Merkel zu den rund 1000 Zuhörern, die auf sie gewartet hatten. Wegen des Anschlags in Spanien hatten die Veranstalter entschieden, auf Musik zu verzichten. Beim Eintreffen der Kanzlerin wurde dann auch eine Gedenkminute eingelegt. Frühzeitig tönen aus den hinteren Reihen aber auch Rufe und Trillerpfeifentöne. Auf einem Plakat wird ihr der islamische Terror persönlich angelastet, ein anderes transportiert den Wunsch, den Verkehr aus kleinen Dörfern heraus zu holen. Mehrheitlich recken aber Unterstützer CDU-Plakate in die Höhe.

Als die Bundestags-Direktkandidaten der CDU ihre Ziele zuvor bereits vorstellen, tönt allerdings aus den benachbarten Strandterrassen der Jubel einer Hochzeitsgesellschaft herüber. Lokalmatador Hendrik Hoppenstedt bekommt aber auch Applaus aus dem Publikum, als er sagt: "Als ein Projekt haben wir die Wunstorfer Nordumgehung, die wir unbedingt bauen müssen." Auch die große Investition des Bundes in den Fliegerhorst sei sehr beachtenswert. In einem Gespräch mit Bundesverteidigungsministerin von der Leyen sagt CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann, er gehe nach seiner Auslandserfahrung in Afrika demütig an die nächsten Aufgaben.

Kurz nach 14 Uhr liefen noch die letzten Vorbereitungen, die Ordner wurden eingewiesen und Prospekte verteilt. Rund um den abgesperrten Bereich machten die Imbissbuden indes schon gut Umsatz. Gegen 15.30 Uhr traf die Presse nach und nach ein, die 350 abgesperrten Plätze für die geladenen Gäste waren gut gefüllt, in gespannter Erwartung. Viele CDU-Funktionäre und Mandatsträger aus der Region nutzten die Chance, die Kanzlerin zu sehen. Der Wunstorfer FDP-Ratsherr Kurt Rehkopf erinnerte sich, dass er einst schon als kleiner Junge Konrad Adenauer als Zaungast seiner Verabschiedung auf dem Fliegerhorst die Hand gegeben hatte.

Was bleibt für Steinhude durch eine solche Veranstaltung? Auch Ortsbürgermeister Wilhelm Bredthauer wollte sich Kundgebung mit der Bundeskanzlerin ansehen, auch wenn er ein SPD-Parteibuch hat. "Ich finde gut, wenn Steinhude so beachtet und für große Veranstaltungen ausgewählt wird. Und bei der Politik geht es ja um gute Ideen, die man frei von politischen Brillen betrachten sollte." Wie groß der nachhaltige Effekt für den Urlaubsort sein wird, vermag er noch nicht einzuschätzen. "Aber wenn Steinhude in den Medien erwähnt wird, fühlt sich vielleicht jemand bestätigt, der überlegt, uns zu besuchen."

Auch Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH, sieht das ähnlich. "Wir rücken durch den Besuch in den Fokus der Öffentlichkeit, und das ist gut. Nachdem gerade schon der Ministerpräsident Steinhude besucht hat, würden wir uns jetzt natürlich auch noch über den Bundespräsidenten freuen." In der Tourist-Information gab es viele Nachfragen zu der Kundgebung. "Auch bei den Gästen Steinhudes scheint das Interesse groß zu sein." Er hatte aber noch von keinen Urlauber gehört, für die der Merkel-Besuch vielleicht sogar ausschlaggebend für die Steinhude-Reise gewesen ist.

Merkel musste nach dem Auftritt direkt zur nächsten Rede nach Herford weiter. Bevor sie sich verabschiedete, bescheinigte sie den hiesigen CDU-Abgeordneten, sich hart für ihre Heimat in Berlin einzusetzen. Auf den Weg nahm sie als Geschenk Tischwäsche aus der Steinhuder Weberei Seegers mit, die auch schon das Bundespräsidialamt als Kunden hat.

Fotostrecke Wunstorf: Kanzlerin rückt Steinhude ins Schlaglicht