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00:16 31.08.2017
Ein von acht DRK-Rettungshundestaffeln trainierte in der Mergelgrube nahe Kolenfeld. Quelle: Christiane Lange-Schönhoff
Kolenfeld

Am Wochenende übten sieben Teams des DRK-Regionalverbandes Hannover auf dem Gelände der Holcim-Zementfabrik für den Ernstfall. Die Mergelgrube nahe Kolenfeld ist aufgrund ihrer Beschaffenheit ein ideales Trainingsgelände für die Flächen- und Trümmersuche. Für die Rettunghunde simulierten die Ausbilder eine Personensuche in unwegsamen Gelände. Rettungshunde seien ein effektive Ergänzung der Einsatzmaßnahmen bei einer Personensuche. Vor allem, wenn das Gelände aufgrund von dichter Bewaldung für reguläre Suchmannschaften nur schwer zugänglich sei, stellten die Tiere ein große Hilfe da, erklärte DRK-Sprecherin Nadine Hunkert.

Damit das Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch reibungslos klappt, ist regelmäßige Üben das A und O. Bis ein Hund fit für den Sucheinsatz ist, dauert es etwa zwei bis drei Jahre. Einige fangen bereits im Welpenalter mit dem Training an. Ziel ist es, dass die Tiere lernen, hilflose Personen aufzuspüren. Dabei ist ihnen ihr ausgeprägter Geruchssinn behilflich. "Hunde riechen sozusagen gegen den Wind und nehmen danach die Fährte auf. Da reichen schon einige menschliche Hautschuppen in der Luft", erläuterte Ausbilder Daniel Dietrich. Gut ausgebildete Flächensuchhunde schafften es, in 20 Minuten ein Gelände von 20 000 Quadratmetern zu durchlaufen, ergänzte Kollege Peter Grummbach

Die Ausbildung ist für beide Seiten kein Zuckerschlecken, machte der Übungsleiter gleich zu Anfang klar. "Für die Tiere ist das Training Hochleistungssport, so wie ein Marathonlauf. Nach einem Tag mit mehreren Suchübungen sind die Hunde richtig platt", betonte er. Die Durchfallquote bei den abschließenden Prüfungen ist hoch. Etwa 60 Prozent fallen durch. Das liege dann aber nicht am Hund, sondern eher am Menschen, verrät Dietrich. "Uns passieren Fehler, zum Beispiel bei der Orientierung. Dann verlaufen wir uns im Gelände. Darum sollte man auch immer einen Kompass dabei haben", betonte er.

Für Hunde sind Training und Prüfung einfach nur Spiel. In beiden Fällen freuen sich die Tiere auf ihre "Leckerlis". Die gab es nach erfolgreicher Suche auch beim Probeeinsatz in der Mergelgrube. "Nicht jeder trainiert mit Futter. Ich biete meinen Hunden am liebsten ein Spielzeug zur Belohnung an", sagte Dietrich. Mit dabei hatte er seine Hunde Oskar (8 Jahre) und Hansen (18 Monate). Mit ihnen demonstrierte er, wie schnell ein ausgebildeter Rettungshund eine im Gelände "versteckte Person" finden kann. Für die Rüden ein Kinderspiel. "Oskar ist ein alter Hase. Er war bestimmt schon 30 Mal im Einsatz", sagte Dietrich stolz.

Damit die DRK-Rettungshundestaffeln auch weiterhin für ihre Einsätze, dazu gehören unter anderem die Suche nach Kindern oder Senioren, trainieren können, sind die Teams immer wieder auf neue Trainingsflächen wie die in der Mergelgrube angewiesen. "Wir brauchen dringend neue Übungsgebiete. Am liebsten sind uns Bereiche, die unübersichtlich oder dicht bewaldet sind", sagte Dietrich.

Wer der DRK-Hundestaffel ein Gelände anbieten kann, erreicht die Ansprechpartner unter Telefon (0511) 9468847.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Rettungshund

Die DRK-Rettungshundeführer arbeiten ehrenamtlich mit ihren eigenen Hunden. Für das Tier gibt es einen offiziellen Wesens- und Eignungstest. Neben Praxis im Gelände müssen die Hundeführer eine Helfergrundausbildung und eine Sanitäterausbildung beim DRK absolvieren. Gelernt werden muss unter anderem etwas zur Einsatzstatistik, zum Umgang mit dem Kompass sowie zur Ersten Hilfe am Hund. Wichtig ist auch der richtige Umgang mit Karten und die Orientierung im Gelände. Auch nach einer erfolgreichen Rettungshundeprüfung müssen Hundeführer und Tier alle zwei Jahre zur Schulung.

Fotostrecke Wunstorf: Hunde üben im Steinbruch den Ernstfall

Von Christiane Lange-Schönhoff

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