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Umland Wunstorf Nachrichten Dioxin-Skandal: Milchbauern in Wunstorf betroffen
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19:05 07.01.2011
Nach Dioxin in Eiern: Der Skandal hat mit dioxinbelastetem Kraftfutter jetzt möglicherweise auch die Milchwirtschaft erreicht.
Nach Dioxin in Eiern: Der Skandal hat mit dioxinbelastetem Kraftfutter jetzt möglicherweise auch die Milchwirtschaft erreicht. Quelle: dpa
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Drei Wunstorfer Landwirte haben am Freitag Besuch von Veterinären der Region Hannover bekommen. Grund: Mit Dioxin belastetes Kraftfutter ist möglicherweise auf den Höfen verfüttert worden. Der Dioxin-Skandal hat damit die Milchwirtschaft erreicht.

Milch dieser Höfe darf vorerst nicht in den Handel gelangen. Eine Regionssprecherin sagte, dass die Landwirte nachweisen müssen, dass ihre Milch unbelastet ist. Die Region sei aktiv geworden, weil sich aus Lieferlisten eines Futtermittelherstellers ein Verdacht ergeben habe. Erst wenn der Beweis erbracht ist, dass keine Dioxinbelastung besteht, darf die Milch wieder vom Hof. Das gilt auch für zwei Betriebe in Garbsen.

Fred Arkenberg, Vorstandsmitglied des Landvolk-Kreisverbandes, wurde am Freitag von dieser Information überrascht. Der Kolenfelder Landwirt und Milcherzeuger hat das Glück, einer Einkaufsgemeinschaft anzugehören, die genau vorschreibt, wie das Futter beschaffen sein darf und die auch selber Proben vornimmt. Er hatte wie die meisten anderen Wunstorfer keinen Besuch zu befürchten.

Für die vom Verdacht betroffenen Landwirte müsse schnell Klarheit geschaffen werden, sagt Arkenberg. Sonst drohten erhebliche Verluste. „Die Milch kann man nicht lagern“, so Arkenberg. Ob die Laborprüfungen so schnell wie gewünscht erfolgen, scheint zweifelhaft, die Labore seien überlastet, sagte die Regionsprecherin.

Das niedersächsische Landvolk hat in einem Rundschreiben das weitere Vorgehen am Freitag mitgeteilt. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) überprüft mit den Futtermittelherstellern für jeden einzelnen Erzeuger, ob das Futter den Vorgaben entspricht. Wenn Ja, dann wird das dem Futtermittelhersteller mitgeteilt. Der Milcherzeuger soll bis spätestens Montag vom Hersteller die Unbedenklichkeitsbescheinigung bekommen.

Wie die Region am Freitag noch mitteilte, ist auch ein Wunstorfer Schweinemastbetrieb aufgefordert worden, die Unbedenklichkeit seines Futters nachzuweisen.

Albert Tugendheim

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