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Nachrichten Ermittler wollen im Fall Jenisa nicht aufgeben
Umland Wunstorf Nachrichten Ermittler wollen im Fall Jenisa nicht aufgeben
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00:16 18.07.2014
Von Tobias Morchner
Erneut suchte die Polizei ergebnislos mit Hunden nach der vermissten Jenisa. Quelle: Elsner
Hannover

Die Polizei hat am Dienstag die Suche nach der seit sieben Jahren vermissten Schülerin Jenisa Muja fortgesetzt. Mit insgesamt sechs Leichenspürhunden waren die Ermittler in dem Teil des Waldstücks zwischen Blumenau und Liethe bei Wunstorf unterwegs, das sie in der vergangenen Woche nicht durchforsten konnten. Doch auch dieses Mal musste die Aktion am Nachmittag erfolglos eingestellt werden. „Wir überlegen jetzt, ob es noch eine weitere Suche in dem Gebiet geben wird oder nicht“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Die Kripo war auf das Areal an der Leinechaussee durch ein Geständnis des ehemaligen Lebensgefährten der Tante das Mädchens aufmerksam geworden. Ibrahim B., der bereits 2007 im Fall Jenisa als Verdächtiger galt, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er hat gestanden, in Herford einen fünfjährigen Jungen getötet zu haben. Im Gefängnis soll der Deutsch-Türke sich zwei Mithäftlingen offenbart haben. Er soll schriftlich gestanden haben, die achtjährige Jenisa aus Hass auf alle Albaner umgebracht zu haben. Die Familien der beiden Kinder stammen beide von der Balkanhalbinsel. Das siebenseitige Geständnis solle auch eine handgezeichnete Karte enthalten, auf dem das Wäldchen bei Wunstorf als Versteck der Leiche des Mädchens angegeben war. Bislang ist unklar, wie das Geständnis zustande gekommen ist.

Rechtsanwältin Christina Peterhanwahr, die Ibrahim B. vertritt, kritisiert unterdessen die Staatsanwaltschaft Hannover. „Die Behörde verweigert mir derzeit die Akteneinsicht. Deswegen prüfe ich, ob ich rechtlich dagegen vorgehen kann“, sagt die Strafverteidigerin. Sie hält die aktuellen Vorwürfe der hannoverschen Strafverfolger gegen ihren Mandanten für „unhaltbar“. „Ich gehe davon aus, dass lediglich das angebliche Geständnis meines Mandanten den Ausschlag für die Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Jenisa gegeben hat“, sagt die Rechtsanwältin. Der 43-Jährige sei derzeit in einem schlimmen Zustand. „Er kann sich der Presseberichterstattung über ihn auch in der U-Haft nicht entziehen“, sagt Peterhanwahr.     

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