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Nachrichten Franzosen erhalten erste zivile Lizenzen
Umland Wunstorf Nachrichten Franzosen erhalten erste zivile Lizenzen
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00:29 02.04.2018
Ein großer Teil der Ausbildung wird im Simulator absolviert.
Ein großer Teil der Ausbildung wird im Simulator absolviert. Quelle: Bundeswehr/Hecker
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Wunstorf

 Die militärische Ausbildungsstätte Lufttransportgeschwader 62 hat erstmals an zwei französische Piloten Lizenzen vergeben, die auch im zivilen Flugbetrieb gültig sind. Erhalten haben diese die Musterberechtigungen für den Airbus A400M auf dem Fliegerhorst. Neben den generellen Fluglizenzen ist das nun die Voraussetzung dafür, dass die Piloten das Transportflugzeug fliegen dfürfen.

Deutschland und Frankreich hatten ihre Ausbildung für den neu eingeführten Flugzeugtyp gemeinsam organisieren wollen. Während in Wunstorf die Piloten beider Länder ihre Berechtigung für das Muster erhalten, werden sie anschließend in Frankreich in der Region Orléans gemeinsam taktisch trainiert. 

Oberstleutnant Robert Schenk übergibt die ersten zivilen Zertifikate. Quelle: Bundeswehr/Lüer

Die französische Seite hatte dafür aber als Bedingung gestellt, dass ihre Piloten wie bisher schon üblich weiterhin auch zivile Lizenzen erhalten. In der Bundeswehr war das bisher nicht vorgesehen. Doch nun musste das Geschwader sich bemühen, seine Ausbildungsinspektion auch für zivile Anforderungen lizensieren lassen. 

Dieses langwierige Verfahren war im Juli vergangenen Jahres abgeschlossen worden. Das Luftfahrtamt der Bundeswehr musste dafür der EU-Agentur für Flugsicherheit als neue Aufsichtsbehörde gemeldet werden. Ausbilder wurden entsprechend geschult und Handbücher überarbeitet Jetzt kann das Geschwader auch im zivilen Rahmen schulen und dafür Prüfungs- und Überprüfungsflüge abnehmen.

Ein Prüfungsflug, hier beim Start vom Flughafen Hannover, bildet den Abschluss der Ausbildung. Quelle: Bundeswehr/Wrobel

Die beiden Franzosen Pierre L. und Alexandre N., deren Nachnamen in einer Mitteilung des LTG 62 nicht genannt werden, hatten sich seit Anfang des Jahres in Wunstorf ausbilden lassen. Große Teile der Erfahrung sammelten sie dabei im Simulator. Nachdem die beiden Flugschüler aber auch ihren realen Prüfungsflug bestanden hatten, erhielten sie die Lizenzen aus der Hand von Inspektionsleiter Robert Schenk.

Für diesen war das auch eine besonderer Anlass: „Die Fluglehrer und das gesamte Personal der Ausbildungsinspektion blicken mit Stolz auf diesen Tag“, sagte der Oberstleutnant. Die enge Zusammenarbeit mit den Franzosen spare nicht nur Ressourcen, sondern verbinde die beiden Armeen auch tief.

Von Sven Sokoll