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Nachrichten Flüchtlingsheim: Ortsrat braucht Bedenkzeit
Umland Wunstorf Nachrichten Flüchtlingsheim: Ortsrat braucht Bedenkzeit
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19:10 24.04.2014
Von Albert Tugendheim
Der für ein Heim ausgeguckte Standort auf dem Parkplatz Barnestraße/Rudolf-Harbig-Straße stößt auf Skepsis. Quelle: Symbolbild
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Wunstorf

Grundsätzlich war aus den zahlreichen Wortbeiträgen dieselbe Tendenz herauszuhören: Es sei richtig, dass die Verwaltung sich vorbereiten wolle für den Fall, dass plötzlich die Zuweisungszahlen rasant steigen und deutlich mehr Flüchtlinge nach Wunstorf kommen als bisher. Der für ein Heim ausgeguckte Standort auf dem Parkplatz Barnestraße/Rudolf-Harbig-Straße stößt indes auf Skepsis.

Etliche Zuhörer aus der Nachbarschaft des möglichen Standortes verfolgten die Sitzung, an der - eher ungewöhnlich - auch Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt teilnahm. Er warb für das Vorgehen der Verwaltung. „Wenn das Flüchtlingskontingent steigt, kriegen wir ein Problem“, sagte er. Deshalb sei es nötig, Plan B in der Schublade zu haben. Zunächst bleibe er aber auch dort. Wenn allerdings kein Plan B existiere und plötzlich mehr Flüchtlinge zugewiesen würden, was dann? Dann müsste die Stadt möglicherweise auf Turnhallen zurückgreifen. Das könne niemand wollen, meinte der Bürgermeister.

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Dann lieber Container. Denn an ein Stein auf Stein gemauertes Heim ist nicht gedacht. Und auch trotz eines vereinfachten Bebauungsplanverfahrens sei mit einem Verfahrensvorlauf von bis zu eineinhalb Jahren zu rechnen.

Stadtplaner Peter Pfadenhauer erläuterte dem Ortsrat das Auswahlprocedere, dass schließlich zum Standortvorschlag Barne geführt habe. Schnelle Verfügbarkeit sei wesentliches Kriterium gewesen. Etliche ins Auge genommene Standorte in Gewerbegebieten schieden aus, weil dort Wohnen planungsrechtlich nicht umsetzbar sei.

Die Skepsis gegenüber dem ausgewählten Standort blieb bei vielen Kommunalpolitikern aber spürbar. Die Barne müsse sensibel behandelt werden, appellierte Heinz Schaper (SPD). Dieter Brüning (CDU) und Siegfried Kröning (FDP) regten an, einen Aufruf zu starten, um an freie Wohnungen zu kommen. Denn, darin waren sich alle einig: Wenn das Prinzip der dezentralen Unterbringung durchgehalten werden könnte, wäre das das beste.

Andere Standorte

Verwaltung hat vieles geprüft

Eine lange Liste mit Standort-Vorschlägen, die verworfen wurden, hat Stadtplaner Peter Pfadenhauer dem Ortsrat vorgelegt, einige Beispiele:

  • An der Straße Am Stadtrande hat die Stadt ein Gebäude mit maximal zwei Wohnungen, das derzeit nicht genutzt werden kann.
  • Das Grundstück In den Ellern/Haster Straße: Dort gibt es andere städtebauliche Vorstellungen.
  • Am Luther Weg gibt es städtische Häuser, deren Verfügbarkeit mit vielen Fragezeichen versehen ist.
  • Das Bürogebäude Vion am Luther Weg: Dort ist nicht einzuschätzen, was aus dem Gesamtgelände wird.
Jörg Rocktäschel 23.04.2014
Jörg Rocktäschel 23.04.2014
Albert Tugendheim 23.04.2014