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00:18 28.10.2017
Der Hagenburger Stefan Erdmann wird in Kroatien festgehalten. Quelle: privat
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Hagenburg/Split

Aufgrund eines aus Ägypten stammenden internationalen Haftbefehles war der Forscher und Sachbuchautor, der seinen Urlaub in Kroatien verbringen wollte, am 20. Juli am Flughafen der Hafenstadt festgenommen worden. Dabei sei die Anklage, in der er beschuldigt wird, die Cheops-Kartusche an den Pyramiden von Gizeh beschädigt zu haben, längst hinfällig, sagt Erdmann. „Mein Kollege und ich sind in Ägypten 2014 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde 2015 aber wieder aufgehoben.“

Es habe sich herausgestellt, dass die Beschädigungen nicht von ihm stammen könnten: „An die in größerer Höhe gelegene Kartusche gelangt man nicht so einfach. Dafür braucht man eine besondere Genehmigung, die wir nie hatten. Wir waren nur in der Pyramide.“ Ein Biologe der Universität Boston, Robert Schoch, der seit Langem in Ägypten arbeitet, habe diese Version eidesstattlich, unter anderem mit Fotos bezeugt. Laut Erdmann ist der ehemalige ägyptische Minister für Antikenverwaltung, Zahi Hawass, der Verursacher. Dieser habe den Verdacht auf ihn gelenkt.

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Am 7. September habe ein kroatisches Gericht entschieden, dass es keine Auslieferung nach Ägypten gebe, berichtet der gebürtige Hagenburger im Telefongespräch. „Die Kammer hat meine Freilassung genehmigt, es fehlt noch die Zustimmung der anderen, übergeordneten Instanz.“

Allerdings sei eine Entscheidung durch das Gericht möglicherweise gar nicht mehr nötig: „Das kroatische und deutsche Außenministerium arbeiten aktuell an einer diplomatischen Lösung. Auch eine Menschenrechtsorganisation hat sich eingeschaltet“, erklärt Erdmann.

Als positiv empfindet er die Unterstützung durch den Anwalt, den ihm die Deutsche Botschaft in Zagreb zur Verfügung gestellt hat. Jadran Franceschi ist Spezialist für Strafrecht und Interpol-Angelegenheiten. Belastend sei für ihn die Trennung von der Familie, so der Vater eines Kindes: „Ich habe jeden Tag Kontakt zu meinen Angehörigen in Hagenburg.“

Wie unsere Redaktion aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, ist die Deutsche Botschaft seit Längerem mit dem Fall beschäftigt. Den vorliegenden Informationen zufolge befindet sich Erdmann auf freiem Fuß, darf das Land aktuell aber nicht verlassen. Es gelte, die Entscheidung der nächsten juristischen Instanz abzuwarten, heißt es. 

Von Andreas Ohler und Vera Skamira