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00:38 22.03.2018
Für den gemeinsamen Fischzug im August schenkt Kirsten Kolberg (Werbegemeinschaft) Stephan Weil ein Fischerhemd. Quelle: Sven Sokoll
Steinnude

 „Ich  habe heute eine Menge gelernt, und ich werde mich kümmern.“ Mit diesen Schlussbemerkungen hat Ministerpräsident Stephan Weil am Montagnachmittag den Wunsch der Initiatoren vielleicht schon erfüllt, als sie ihn als neuen Freyfischer ausgewählt haben. Diese Tradition des prominenten Fürsprechers für das Meer ist wieder belebt, und die Probleme des Steinhuder Meeres sind in  der Landesregierung vielleicht etwas stärker ins Bewusstsein gekommen. 

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt erinnerte bei seiner Begrüßung in Schweers-Harms Fischerhus an die illustre Reihe von Freyfischern seit 1988, von denen viele auch  erschienen waren wie die früheren Landesminister Gert Lindemann, Heiner Aller und Walter Hirche. „Wir sind sehr erfreut, dass du es heute möglich gemacht hast, dass wir diese Reihe fortsetzen  können“, sagte Eberhardt. Seit 2012 war eine Pause eingekehrt.

Nachdem Kirsten Kolberg, die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, die Traditionen des Fischerkreidags vorgestellt hatte, wandte sich der Chef der Fischer, Detlef Hodann, zunächst auf Plattdeutsch mit den überlieferten Sprüchen der Fischer an die Gäste. Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismusgesellschaft, warf aus seiner Perspektive einen Blick auf die Eigenheiten und Traditionen der Meerregion: „Wir dürfen unsere regionalen Produkte nicht so herunterziehen, indem wir etwas abfällig von Aalbrötchentourismus sprechen“, sagte er und riet damit zu mehr Selbstbewusstsein.

Ministerpräsident Stephan Weil wird im Steinhuder Fischerhus zum Freyfischer ernannt.

Nachdem Hodann dem Ministerpräsidenten die Amtskette angelegt hatte, kreiste der Willköm, eine Nachbildung des alten Zunftpokals mit Hochprozentigem. Kolberg überreichte Weil auch noch ein Fischerhemd für den gemeinsamen Fischzug, der für den 31. August geplant ist. Wie es bisher üblich war, wird Weil dann im nächsten Jahr auch noch  mal für einen Torfstich ans Steinhuder Meer kommen. „Ich hätte mir als kleiner Junge sicher nicht vorstellen können, dass ich einmal Freyfischer werde“, sagte der Regierungschef in seiner Dankrede. Für das Land versprach er, sich nach Kräften dafür einzusetzen, dass der Naherholungsraum und Wirtschaftsfaktor Steinhuder Meer erhalten bleibt – im Rahmen der Gesetze und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

Weil bei einem Fischermahl auch ernsthaft diskutiert werden soll, hörte Weil nach seiner Ernennung auch einen Vortrag der örtlichen Fischer und von Vertretern des Landesfischereiverbands. Daraus wurden die beiden Probleme deutlich, mit denen sie am Steinhuder Meer vor allem zu kämpfen haben: der Kormoran und der Fischotterschutz. Nachdem sich bis etwa 1990 der See als ertragreiches Fischereirevier bewahrt hatte, hat der gefräßige Vogel nach den Berechnungen des Berufsstands jährlich Werte von rund 250.000 Euro zerstört. 

Die Auseinandersetzungen darum, dass beim Reusenfischen der Fischotter mit technischen Vorkehrungen geschützt werden muss, binden auch viel Energie: „Wir müssen die Reusen jetzt schon zum vierten Mal umbauten“, sagte Heinz Schweer. Zumindest solle ein Erschwernisausgleich gewährt werden. Der neue Freyfischer sagte zu, noch vor seinem nächsten Steinhude-Besuch dazu Stellung zu nehmen, nachdem er sich mit seinen Fachleuten beraten hat.

Von Sven Sokoll

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