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Umland Wunstorf Nachrichten Pflegeheime der Diakonie zahlen nach Tarif
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00:16 27.08.2017
Dagmar Brusermann (von links), Thilo Jahn sowie Joachim von der Osten unterzeichnen den Tarifvertrag, an dem auch Christel Di Biase (hinten von links) und Claudia Potornyai als Vorsitzende der Mitarbeitervertretungen mitgearbeitet haben. Der Vertrag gilt für die beiden Einrichtungen, die Marcel Graf leitet.
Dagmar Brusermann (von links), Thilo Jahn sowie Joachim von der Osten unterzeichnen den Tarifvertrag, an dem auch Christel Di Biase (hinten von links) und Claudia Potornyai als Vorsitzende der Mitarbeitervertretungen mitgearbeitet haben. Der Vertrag gilt für die beiden Einrichtungen, die Marcel Graf leitet. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Am Donnerstagmorgen unterzeichneten Vertreter der Tarifpartner, Dagmar Brusermann und Joachim von der Osten von der Diakonischen Altenhilfe Leine-Mittelweser (DALM) sowie Verdi-Verhandlungsführer Thilo Jahn, den Vertrag. Dieser sieht nicht nur eine Anhebung des Gehalts um etwa 15 bis 20 Prozent, sondern auch weitere Sonderregelungen vor. Dazu gehört beispielsweise eine Kinderzulage, die ab 2019 gezahlt werden soll, sowie zusätzliche Altersentlastungstage, die im nächsten Jahr von vier auf sieben Tage steigen. In einem ersten Schritt wurden bereits im vergangenen Jahr die Wochenarbeitszeit von 40 Stunden auf 38,5 reduziert und die Urlaubstage auf 30 erhöht.

Um den Vertrag umsetzen zu können, müssten die beiden Senioreneinrichtungen mehr als eine Millionen Euro zusätzlich erwirtschaften, sagt Joachim von der Osten, Kaufmännischer Vorstand der DALM. Auch die Mitarbeiter tragen durch den Verzicht auf einen Teil der Jahressonderzahlung dazu bei. Außerdem müssen sie sich mit 0,4 Prozent an der betrieblichen Altersversorgung beteiligen. Demnächst werde auch mit den Kostenträgern, Pflegekassen und Sozialhilfeträgern, über eine Entgeltsteigerung gesprochen.

Eineinhalb Jahre haben die beiden Partner in einer gemeinsamen Tarifkommission miteinander verhandelt. "Gute Pflege muss auskömmlich bezahlt werden", sagt Dagmar Brusermann als theologischer Vorstand der DALM und Geschäftsführerin der Diakonischen Altenhilfe Wunstorf. Außerdem müsse in Zeiten des Pflegenotstands potenziellen neuen Mitarbeitern ein Anreiz geboten werden, sich für die Diakonie als Arbeitgeber zu entscheiden. "Wir setzen so gut wie keine Fremddienstleister ein", sagt Brusermann. Das sehe in vielen Betrieben heutzutage anders aus, betonte Gewerkschaftssekretär Thilo Jahn. Üblicherweise würden Leiharbeiter und Honorarkräfte beschäftigt.

Das Haus am Bürgerpark bietet Senioren knapp 90 Plätze, das Haus Johannes etwa 70. Die Einrichtung an der Barne verfügt seit Kurzem über einen geschützten Demenzbereich für sieben Bewohner. Das Haus im Bürgerpark erhält nächstes Jahr einen Anbau, der die gestiegene Nachfrage nach Einzelzimmern decken soll.

Von Rita Nandy

Sven Sokoll 27.08.2017
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