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Umland Wunstorf Nachrichten Ortsrat bekommt Nachhilfe in Sachen Verkehr
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00:17 23.10.2017
Bokeloh: An der Bushaltestelle Schaumburger Straße hängt der Fahrplan falsch. Er gehört auf die Gehwegseite. Die Bokeloher wünschen sich auch, dass der Mast für den Fahrplan nicht mitten im Weg steht, sondern in Höhe des Vorfahrtsschildes. Quelle: Region Hannover
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Viele Radfahrer sind offensichtlich unsicher, wie sie nach der neuen Verkehrsregelung fahren müssen. Daher gab es für die Ortsratsmitglieder und zahlreiche Zuhörer bei der Sitzung in der Grundschule am Donnerstagabend eine Lehrstunde in Sachen Straßenverkehrsordnung. Zu Gast war Conrad Vinken von der Region Hannover.

Messungen hätten ergeben, dass täglich etwa 6000 bis 7000 Autos durch Bokeloh fahren. Das macht einen so genannten Schutzstreifen am Fahrbahnrand oder einen Gehweg, der für Radfahrer freigegeben wird, notwendig.

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In Bokeloh gibt es beide Varianten. Für zwei Schutzstreifen reiche die Fahrbahnbreite nicht aus, erläuterte der Verkehrsexperte. Er hält die gebaute Variante für die sicherste. In Richtung Mesmerode müssen Radfahrer auf dem Gehweg Schrittgeschwindigkeit fahren. "Das wurde uns zwei Jahre als Radweg in Richtung Westen verkauft", ärgerte sich Ortsratsmitglied Helga Ebel (SPD). "Das ist ein Gehweg, er ist für Radfahrer frei", betonte Vinken und erntete dafür Empörung von den Zuhörern.

In Richtung Cronsbostel müsse der Radstreifen genutzt werden. Ein Ausweichen auf den Bürgersteig sei nicht erlaubt. Verständnis hat Ortsbürgermeister Matthias Waterstradt (CDU) dafür nicht. Erwachsene dürften mit ihren Kindern den Bürgersteig nutzen. Ältere, die unsicher sind, hingegen nicht.

Was viele Bokeloher nervt, ist auch die erhöhte Lärmbelästigung durch die neuen Fahrbahnmarkierungen. Das liege an den scharfen Kanten, die erst abgefahren werden müssten. "Meistens dauert es ein halbes Jahr", sagte Vinken. Hoffnung auf breitere Absenkungen der Bordsteine, die sich vor allem Benutzer von Rollatoren und Rollstühlen wünschen, kann er jedoch nicht machen. Die seien auf eine Breite von einem Meter festgelegt.

Ein weiteres Problem kommt gerade nach Regenfällen zum Tragen: Auf der Straße bilden sich Wasserlachen. "Das Wasser scheint überhaupt nicht abzulaufen", berichtete Helga Ebel. Sie vermutet, dass die Gullys nicht richtig angeschlossen seien. Das werde überprüft, sagte Vinken.

Für die nächste Straßensanierung steht bereits der Zeitplan. Voraussichtlich Ende Oktober soll die Ausschreibung für die Arbeiten an der Schloßstraße veröffentlicht werden, teilte Matthias Blume von der Stadtverwaltung mit. Die Auftragsvergabe ist für Dezember geplant. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiter im zeitigen Frühjahr 2018 wieder nach Bokeloh ausrücken.

Von Rita Nandy