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Nachrichten Perspektiven für K+S Sigmundshall
Umland Wunstorf Nachrichten Perspektiven für K+S Sigmundshall
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16:42 13.08.2013
Von Jörg Rocktäschel
Ortstermin im Werk Sigmundshall: Wolfgang Blossey (Bezirksleiter IGBCE, von links), Uwe Osterloh (Betriebsratsmitglied), Michael Kilian (Sicherheitsmann des Betriebsrates), Annegret Brandes (Betriebsratsvorsitzende), Mustafa Erkan und Caren Marks (Abgeordnete der SPD), Burkhard Dartsch (Leiter Produktion und Technik unter Tage) und Burkhard Schulze (Werkleiter).   Rocktäschel
Ortstermin im Werk Sigmundshall (von links): Wolfgang Blossey (Bezirksleiter IGBCE), Uwe Osterloh (Betriebsratsmitglied), Michael Kilian (Sicherheitsmann des Betriebsrates), Annegret Brandes (Betriebsratsvorsitzende), Mustafa Erkan und Caren Marks (Abgeordnete der SPD), Burkhard Dartsch (Leiter Produktion und Technik unter Tage) und Burkhard Schulze (Werkleiter). Rocktäschel Quelle: Rocktäschel
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Wunstorf

Das wurde bei einem Ortstermins deutlich, zu dem Annegret Brandes, Betriebsratsvorsitzende und Mitglied im Aufsichtsrat der K+S Kali GmbH, die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks, deren Landtagskollegen Mustafa Erkan und den Bezirksleiter der Gewerkschaft IGBCE, Wolfgang Blossey, eingeladen hatte. Vor allem die Ausbildung liegt Brandes am Herzen. Sie war jahrelang Leiterin der Lehrlingsausbildung im Werk. Inzwischen ist ihr Betriebsratskollege Uwe Osterloh dafür zuständig. Die anerkannt hohe Ausbildungsqualität müsse langfristig weitergeführt werden, waren sich alle Beteiligten einig. „Wir brauchen die nächsten Jahrgänge allein schon deshalb, um unseren Bestand aufzufüllen“, sagte Werkleiter Burkhard Schulze. In diesem Jahr begannen 13 Lehrlinge, 43 sind es insgesamt. In der Vergangenheit sind fast alle übernommen worden, die anderen hatten gute Chancen bei anderen Betrieben. Gedacht ist für die Zukunft an einen Ausbildungsverbund mit anderen Werken von K+S. Dafür werden von der Politik flankierende Maßnahmen erwartet. Wie diese aussehen, dass soll noch erarbeitet werden. Dass der Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie ansteigen wird, davon ist Marks überzeugt. Dem gelte es, gegenzusteuern: „Jugendliche brauchen Perspektiven.“

Im Werk Sigmundshall arbeiten 850 Menschen, zumeist aus der näheren Umgebung. Das Ende der Förderung bedeute auch Einschnitte im Bereich der Zulieferer, bei Handwerksbetrieben, selbst für Bäckereien, sagte Schulze. Das Licht werde nicht ausgehen. Die Rekal-Anlage, das ist die Recyclinganlage für Aluminium-Salzschlacken, werde weiterlaufen. Ebenso die Werkfeuerwehr und das Kraftwerk, möglicherweise auch das Rechnungswesen. Ob die Anlagen für die Produktion weiterlaufen können, steht in den Sternen. In Sigmundshall ist alles vorhanden, was für die Veredelung von Roh- und Hartsalzen notwendig ist. Doch eine zumindest denkbare Zulieferung aus anderen Werken hänge von wirtschaftlichen Faktoren ab, sagte Schulze. Zu den vom Weltmarktführer Uralkali ausgelösten Preis- und Börsen-Turbulenzen auf dem Kalimarkt wollte Schulze sich nicht äußern. Der Mutterkonzern K+S hat seine Gewinnprognose für 2013 am 6. August kassiert und hielt daran auch gestern fest. Allerdings wies das erste Halbjahr eine Umsatzsteigerung um vier Prozent aus.

Sigmundshall

Von Bokeloh aus in alle Welt

Im Jahr 1898 begannen die Teufarbeiten zur Erschließung der Lagerstätten. Das Werk Sigmundshall weist eine Besonderheit auf. Das ist die steile Lagerung des Salzes, die ein spezielles Abbauverfahren erfordert. Seit 1906 arbeitet die Fabrik. Die Produktpalette umfasst heute kalium- und magnesiumhaltige Düngemittel. Außerdem wird aus dem Rohsalz Kaliumchlorid für industrielle Anwendungen, etwa für die Elektrolyse, hergestellt. Von Bokeloh aus werden die Produkte als Schüttgüter per Bahn (auf der Trasse der ehemaligen Steinhuder Meer-Bahn zum Bahnhof Wunstorf), Lastwagen und Binnenschiff in die ganze Welt versandt. Die Ausbildungsberufe sind: Chemikanten, Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekaufleute sowie Industriemechaniker.

Jörg Rocktäschel 11.08.2013
Anke Lütjens 09.08.2013