Polizeikommissariat Wunstorf gibt die Kriminalstatistik für 2017 bekannt
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00:26 17.03.2018
Michael Fieber, Leiter des Ermittlungsdienstes (links), und Kommissariatsleiter Thomas Broich stellen die Kriminalstatistik für 2017 vor.  Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

  Die Zahl der Straftaten in Wunstorf hat im vergangenen Jahr abgenommen. Dies zeigt die Kriminalstatistik, die Kommissariatsleiter Thomas Broich und Michael Fieber, Leiter des Ermittlungsdienstes, am Mittwochmorgen vorstellten. Verantwortlich dafür ist der starke Rückgang bei Diebstählen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche war 2016 ungewöhnlich stark angestiegen. 

Ungewöhnliche Beobachtungen sofort melden

In Wunstorf ereigneten sich im Jahr 2017 insgesamt 2470 Straftaten, 138 Fälle weniger als im Jahr davor. Die Aufklärungsquote entspreche mit 61,21 Prozent in etwa dem Landesdurchschnitt, sagte Michael Fieber. Den Rückgang auf 105 Wohnungseinbrüche (minus 24 Prozent) führt Fieber auf verstärkte Kontrollen sowie offenen und verdeckte Polizeipräsenz zurück. Hatte der Anteil von Diebstählen an den Gesantstraftaten früher 45 Prozent betragen, ist diese Zahl auf 35 zurückgegangen. Bei Eigentumsdelikten oder Betrugsversuchen hofft die Polizei auch weiterhin auf die Unterstützung von Seiten der Bevölkerung. Fieber bittet bei auffälligen Geräuschen oder ungewöhnlichen Beobachtungen sofort das Kommissariat unter Telefon (05031) 9530115 anzurufen und nicht zu zögern. „Wenn uns keiner anruft, erschwert das unsere Arbeit.“ Keiner müsse befürchten, dass er die Polizei mit seinem Anruf belästige, ergänzt Kommissariatsleiter Broich.

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Kontaktbeamter an Markttagen unterwegs

Beliebte Beute sind nach wie vor Fahrräder, die bevorzugt am Bahnhof entwendet werden. Auch wenn die Zahl der Fälle (218) leicht gesunken ist, so sei sie „immer noch zu viel für eine Stadt wie Wunstorf“, sagt Fieber, der sich an Spitzenzeiten mit rund 500 gestohlenen Fahrrädern erinnert. Geplant seien verstärkte Kontrollen sowie eine Veranstaltung zum Thema Fahrradsicherheit Anfang April. Radfahrer sollten von der Möglichkeit der Fahrradcodierung Gebrauch machen. Zwar schrecke dies Diebe nicht mehr ab, erleichtere aber den Beamten die Arbeit bei Kontrollen, berichtet Broich. Als neuer Kommissariatsleiter möchte er verstärkt auf Präsenz und Prävention setzten. An dem Wochenmarkttagen, Dienstag und Donnerstag, wird ab sofort der Kontaktbeamte Ralf Möllmann in der Fußgängerzone ansprechbar sein. Polizisten der Steinhuder Wache sollen in ihrem Einzugsgebiet ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Bevölkerung haben. Für Herbst steht eine Veranstaltung zum Einbruchsschutz an. 

Falsche Polizisten verstärkt als Betrüger unterwegs

Sorgen bereitet der Polizei das weiterhin hohe Niveau (515 Fälle) von Kreditkartenmissbrauch, betrügerischem Aneignen von Daten sowie Online-Betrügereien. Um ältere Menschen besser zu schützen, setzt die Polizei auf ihre Seniorenberater, die über Betrugsmaschen aufklären. Verstärkt haben sich 2017 die Betrüger als Polizisten ausgegeben. 

Starker Anstieg bei Rauschgiftdelikten

Durch verstärkte Kontrollen wurden mehr Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (271 Fälle, plus 88) registriert. „Marihuana-Konsum ist für viele zur Normalität geworden, aber auch im Gebrauch von Kokain und Amphetaminen gab es wiederum Steigerungen“, heißt es in der Kriminalstatistik. Bei Ladendiebstählen (133, minus 53) hängt die Zahl von den eingesetzten Ladendetektiven ab. Es fallen jedoch immer mehr offensichtlich organisierte osteuropäische Banden auf.  Der Ausländeranteil von Tatverdächtigen bei den Gesamtstraftaten beträgt in Wuntorf 26,2 Prozent, bei einem Bevölkerungsanteil von 8,99 Prozent. Diese Daten seien jedoch „nicht valide“, sagt Fieber, weil auch reisende ausländische Täter mit dazugezählt werden. 

Von Rita Nandy

17.03.2018
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