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Umland Wunstorf Nachrichten Weniger  Schwerverletzte auf den Straßen
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00:17 22.03.2018
Kommissariatsleiter Thomas Broich und der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Rüdiger Wloka, stellen den Verkehrssicherheitsbericht für Wunstorf vor. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

 Im Stadtgebiet hat die Polizei im vergangenen Jahr 849 Unfälle registriert, das sind nur zwei mehr als im Vorjahr. Während die Zahl der Verletzten mit 208 leicht zunahm, ist die Zahl der Schwerverletzten um ein Viertel auf 18 zurückgegangen. Das haben Kommissariatsleiter Thomas Broich und Rüdiger Wloka, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, am Montag bei der Vorstellung des  Verkehrssicherheitsberichts mitgeteilt.

Den drei tödlichen Unfällen steht die Polizei eher ratlos gegenüber, weil sie kaum Ansatzpunkte hat, eine Wiederholung zu verhindern: „Es waren atypische Unfälle“, sagte Wloka. Unter anderem hatte ein Fußgänger nachts sein Fahrrad außerorts auf der B 441 geschoben.

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Mehr verletzte Kinder und Senioren

Was die besonderen Risikogruppen angeht, so ist bei den 18- bis 25-jährigen die Zahl der Verletzten von 48 auf 40 zurückgegangen. „Ich glaube, dass viele junge Erwachsene ihren Freiheitsdrang heute nicht mehr so sehr auf der Straße ausleben wollen“, glaubt Wloka. Bedenklich allerdings ist ein Anstieg bei den verletzten Kindern und Jugendlichen von 11 auf 29, für den noch eine Erklärung fehlt. Die Polizei will das im Blick behalten.

Auch die Altergruppe über 65 Jahren entwickelt sich mit jetzt 33 Verletzten nach 19 im Jahr zuvor ähnlich. Ebenso wie in den Schulen wird die Polizei auch in dieser Altergruppe viel Präventionsarbeit leisten. Unter anderem unterstützt sie das Projekt „Fit im Auto“ mit der Verkehrswacht und Fahrschulen.

Weiterhin ein großes Ärgernis für die Ermittler ist, dass mittlerweile fast ein Drittel der Unfallverursacher sich nach dem Zusammenstoß von der Unfallstelle entfernt –in 295 Fällen nach 238 im Vorjahr. „Das ist doch auch unnötig, wir sind doch alle versichert“, sagt Broich. Die Aufklärungsquote ist zudem mit jetzt nur noch knapp 40 Prozent schlechter geworden. Die Polizei bedauert zudem, dass ihre Zeugenaufrufe meistens auf wenig Resonanz stoßen. 

Warnungen an der Langen Straße zeigen Wirkung

Allerdings meint die Polizei zumindest am Brennpunkt Lange Straße einen Rückgang der Spiegelunfälle gesehen zu haben. In der ersten Jahreshälfte gab es dort 19 Unfälle. Nachdem zur Jahresmitte neue Warnschilder aufgehängt wurden, waren es in der zweite Hälfte des Jahres nur noch 11. Andere Stellen mit hohen Unfallzahlen sind die Einmündung der Adolf-Oesterheld-Straße in die L 392, wo schon eine Ampelanlage geplant wird. Die Haster Kurve im Verlauf der B 442 bleibt problematisch – weil Autofahrer dort trotz aller Warnungen zu schnell unterwegs sind.

Bei ihrer Präventionsarbeit hat die Polizei zuletzt einen Schwerpunkt auf Kontrollen gesetzt, ob alle Verkehrsteilnehmer richtig angeschnallt sind. Im vergangenen Jahr wurden dazu 239 Anzeigen gefertigt. Aufmerksam sehen die Beamten auch auf die Ablenkung duch Mobiltelefone, was in 110 Fällen auch geahndet wurde. Die Polizeidirektion Hannover hat dazu 2016 eine Kampagne ins Leben gerufen. 

Von Sven Sokoll