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09:00 19.12.2009
Archäologen suchen im Steinhuder Meer Reste der mittelalterlichen Kranenburg. Quelle: Decker (Archiv)

Die bei einem neuartigen Messverfahren entdeckten Überreste der „Kranenburg“ im Steinhuder Meer aus dem Jahr 1320 sollen geschützt werden. „Es steht nun eindeutig fest, dass von Menschen gemachte Strukturen unter Wasser bestehen“, sagte Hans-Wilhelm Heine vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Georadarmessungen hätten eine Menge neue Informationen gebracht. Die Untersuchungen im August mit Hilfe von Geomagnetik, Sonar und Radar hatten eine 120 mal 90 Meter große Fläche unter Wasser ergeben, in dessen Kern sich die Umrisse eines inneren Burgplatzes von etwa 42 mal 20 Meter abzeichnen.

Diese Ergebnisse weichen von den Erkenntnissen aus dem 18. Jahrhundert ab, als ein etwas größeres Burgplateau beschrieben wurde. Die „Kranenburg“ wurde vermutlich von den Mindener Bischöfen gebaut, die sie nach den am Steinhuder Meer lebenden Kranichen benannten.

„Wir müssen sehr sorgsam mit dem Bereich umgehen und ihn schützen“, betonte Heine. Dort dürften keine Bojen oder Stellagen installiert werden. Schlickbagger sollten an dieser Stelle vor der Uferpromenade ebenfalls nicht eingesetzt werden, auch auf Seebühnen sollte man verzichten. „Für Segler ist die Stelle ohnehin tabu, da sich dort eine Untiefe befindet, gegen die sie stoßen würden“, erklärte Heine. An der Oberfläche gebe es schon Beschädigungen, viele der Pfähle seien herausgezogen worden.

Der Denkmalpfleger und Archäologe möchte den Ort als historische Stätte bewahren. Das sei natürlich schwierig, da man in dem trüben Wasser kaum etwas sehen könnte. Dennoch soll ein Schutzkonzept entworfen und eine Empfehlung herausgegeben werden, erläutert Heine.

Nach einer historischen Überlieferung aus dem Jahr 1602 dehnte sich das Steinhuder Meer aus, der Seespiegel stieg und die Kranenburg verschwand unter der Wasserlinie. Im Meer waren Kessel, Messing- und Eisentöpfe, Pfannen und Hufeisen sowie Keramik gefunden worden, die jedoch verschollen sind.

lni

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