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Umland Wunstorf Nachrichten Maria Furtwängler dreht auf dem Fliegerhorst
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00:19 14.06.2015
Von Rüdiger Meise
Schauspieler Richard van Weyden und Schauspielerin Maria Furtwängler beim "Tatort"-Dreh auf dem Fliegerhorst Wunstorf.
Schauspieler Richard van Weyden und Schauspielerin Maria Furtwängler beim "Tatort"-Dreh auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Quelle: Christian Behrens
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Wunstorf

Ein Geländewagen rast durch die riesige Halle - vorbei am neuen Transportflugzeug A400M, das ebenso erhaben wie unbeweglich da steht. Soldaten werkeln an den Triebwerken und schlendern am Leitwerk vorbei. Durch eine kleine Tür kommt eine auffällig blonde Frau in brauner Lederjacke und blauer Bluse in die Halle. "Stopp", ruft irgendjemand. "Nochmal!" Es ist Tatort-Dreh im Fliegerhorst Wunstorf. Maria Furtwängler ermittelt für einen neuen Fall der LKA-Kommissarin Charlotte Lindholm unter Soldaten.

Der Arbeitstitel des Krimis ist "Spielverderber", und er soll voraussichtlich im kommenden Jahr in der ARD gezeigt werden. Die Handlung ist pikant: Die Frau eines Transall-Piloten ist ermordet aufgefunden worden. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Ermordete ein ausschweifendes Liebesleben geführt hat. Kameraden ihres Mannes und Ehemänner von Soldatinnen gehörten zu ihren Liebhabern. Es gibt also eine Vielzahl von Verdächtigen in der Luftwaffen-Kaserne ...

Kamera ab: Maria Furtwängler ermittelte als Kommissarin Lindholm für einen neuen "Tatort" auf dem Fliegerhorst Wunstorf.

Maria Furtwängler fühlt sich sichtlich wohl unter all den Soldaten - in einer Drehpause gibt es ein Erinnerungsbild mit der Münchner Schauspielerin im Mittelpunkt. "Wir als Filmteam werden hier unfasssbar nett begleitet", sagt sie. Und zu Presseoffizier Roman Ladenko gewandt - "Und dieser nette Spion hier muss immer dabei sein." Der Major lächelt verlegen.

Tatsächlich stellt der Filmdreh besondere Anforderungen an alle Beteiligten, verrät Furtwängler. "Filmcrews sind chaotisch. Um 13.30 ist Essenszeit verabredet, und um 15 Uhr sitzt immer noch keiner. Das ist man hier nicht gewohnt." Aber auch die Bundeswehr hat ihre Spielregeln. Dazu gehört, dass die Produktionsfirma Cinecentrum bezahlen muss. Miete für die Halle, Strom, Wasser, Stundensätze der Soldaten, die als Komparsen mitspielen. "Das ist schließlich Steuergeld", sagt Major Ladenko. Nicht alle Wünsche der Filmcrew habe man erfüllen können. Szenen aus einer fliegenden Transall wird es daher im Tatort nicht geben. "Zu teuer", verrät er. "Die Flugstunde kostet 17.000 Euro." Und ein Tatort habe schließlich "nur" ein Budget von rund 1,2 Millionen Euro. In Hannnover werde für "Spielverderber" nicht gedreht, sagt Produzentin Dagmar Rosenbauer. Die Folge spielt fast ausschließlich auf dem Fliegerhorst.

Neben Furtwängler wird es in dem Tatort durchaus einen weiteren Star geben - auch, wenn er nur eine Nebenrolle spielt. Die Größe und Präsenz des A400M hat es der Filmcrew angetan. "Size matters" - Größe spielt eine Rolle - sagt auch Furtwängler und nickt anerkennend in Richtung des unbeweglichen Riesen. Und während sie davor posiert wie einst Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor der Transall lässt ein Windzug ihre Haare wehen.

Fliegen darf die einzige Maschine dieses Modells in Wunstorf allerdings bis auf Weiteres nicht. Grund ist der Absturz eines A400M in Spanien Anfang Mai. "Aber es wird Bilder im Simulator geben", sagt Produzentin Rosenbauer. Ein bisschen Imagepflege kann der Riesenvogel auch gebrauchen. 

Dreh in der Südstadt: 150 Parkplätze gesperrt

Geduld brauchen die Anwohner um Stolzestraße und Kleine-Düwelstraße in der Südstadt in der kommenden Woche: Vom 16. bis einschließlich 19. Juni sind Straßen und Parkplätze dort wegen Dreharbeiten gesperrt. Anwohner müssen sich in dieser Zeit auf Einschränkungen im Verkehr und vor allem bei der Parkplatzsuche einstellen.

Damit der Verkehr in der Südstadt weiterfließen kann, werden die Straßen nicht komplett gesperrt. Durch sogenannte Intervallsperrungen, die nicht länger als zwei Minuten andauern dürfen, soll 
verhindert werden, dass der Verkehr dort zum erliegen kommt.

Nichtsdestotrotz werden Parkplatzsuchende in der kommenden Woche ein starkes Nervenkostüm brauchen. Ist die Parksituation in dem dichtbesiedelten Stadtteil auch ohne zusätzliche Behinderungen schon schwierig, werden durch die Dreharbeiten weitere etwa 150 Parkplätze wegfallen. „Alternative Lösungen werden wir nicht anbieten können“, sagt Stadtsprecher Udo Möller.

Möller betont, dass die Stadt solche Anträge stets genau prüfe und abwäge, inwieweit die Sperrungen den Anwohnern zuzutrauen sei. Außerdem hätten sich die Produktionsfirmen im Falle eines Drehs an enge Auflagen zu halten, wie etwa das Freilegen von Rettungswegen für Einsatzfahrzeug, so Möller.

Die Stadt hat die Sperrungen bereits genehmigt, nun liegt es bei der Produktionsfirma, die Anwohner über die Einschränkungen zu informieren. Zu den Hintergründen der Dreharbeiten konnten sowohl Stadt wie auch NDR keine Auskunft geben.     

Nadja Neqqache

11.06.2015
Sven Sokoll 10.06.2015
Albert Tugendheim 09.06.2015