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Nachrichten Unfälle im Kalibergwerk Sigmundshall wirken noch nach
Umland Wunstorf Nachrichten Unfälle im Kalibergwerk Sigmundshall wirken noch nach
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11:17 02.02.2013
Von Albert Tugendheim
Das Kalibergwerk Sigmundshall in Bokeloh. Die Produktionsbilanz 2012 ist gut, aber der Rückblick ist überschattet von Unfällen.
Das Kalibergwerk Sigmundshall in Bokeloh. Die Produktionsbilanz 2012 ist gut, aber der Rückblick ist überschattet von Unfällen. Quelle: Albert Tugendheim
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„Angesichts der Unglücksfälle verbietet sich eine positive Bilanz“, sagte Werksdirektor Burkhard Schulze bei einem Pressegespräch. Vor allem der Unfall, bei dem ein Bergmann bei einem plötzlichen Austritt von Schwefelwasserstoff ums Leben gekommen war, wirkt noch nach. Ein solches Unglück hatte es bei Sigmundshall noch nie gegeben.

Das Werk hat in Zusammenhang mit den Experten des Landesbergamtes Konsequenzen gezogen: In dem Abbaulager, in dem das Unglück passierte, wird immer noch gemessen. Nach den umfangreichen Untersuchungen in der Folge des Unglücks zieht Schulze das Fazit: „Es gibt wenig Anhaltspunkte dafür, was wir hätten anders machen können.“ An anderen Abbaustellen, an denen es theoretisch zu Problemen kommen könnte, werden Probebohrungen vorgenommen. Aber dennoch: Die Angst sei bisweilen noch zu spüren, sagte Schulze.

Was die Produktionszahlen des abgelaufenen Jahres angeht, kann Schulze durchaus zufrieden sein. 2,4 Millionen Tonnen Rohsalz wurde gefördert, im Jahr zuvor waren es 2,25 Millionen Tonnen. 390000 Tonnen Ware und 230000 Tonnen Kieserit verließen nach der Aufbereitung das Werk. In diesem Jahr will Sigmundshall die Produktion steigern, Ziel ist die Förderung von 2,7 Millionen Tonnen Rohsalz.

Das Bokeloher Werk ist stark beteiligt an der Untersuchung des Standortes Siegfried-Giesen. Das Reservebergwerk nahe Hildesheim könnte eine wichtige Rolle spielen, wenn der Standort Bokeloh 2020 die Förderung einstellen muss. Vier Ingenieure stellt Sigmundshall jetzt schon für die Untersuchungen ab. 2015 muss dem Konzernvorstand ein Konzept auf dem Tisch liegen, dann erst wird entschieden.

„Wir setzen alles daran, dass wir am Standort Sigmundshall bis 2020 mit voller Produktion fahren können“, verspricht Schulze.

Mitarbeiter haben viele Ideen

„Das Werk sind wir“, unter dieser Überschrift läuft seit zehn Jahren jährlich ein Wettbewerb, bei dem die Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge einreichen können. Wenn die Vorschläge umgesetzt werden können, profitiert auch der, der die Idee hatte. 20 Prozent der Einsparung geht auf sein Konto. Im Schnitt sind im vergangenen Jahr im Werk Sigmundshall 2,5 Vorschläge pro Mitarbeiter eingereicht worden. 789 Mitarbeiter hat das Werk. 69 Prozent der Belegschaft hat sich mit Ideen beteiligt, 52 Prozent der Ideen wurden umgesetzt. 600?000 Euro bringen die Verbesserungen dem Werk.

Jörg Rocktäschel 01.02.2013
Albert Tugendheim 31.01.2013
Jörg Rocktäschel 31.01.2013