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00:15 07.05.2015
Seniorchef Friedrich Seegers (Mitte) mit seinen Kindern Lara Himmel und Adrian Seegers in der aktuellen Produktion. Quelle: Sokoll
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Hannover

Das nennt man wohl: Die Fahne hochhalten. In der traditionellen Weberhochburg Steinhude ist das Unternehmen Seegers & Sohn das letzte Unternehmen, das auch nach 250 Jahren noch mit eigenen Produkten erfolgreich am Markt besteht. Jetzt gibt es ein Museum, das die Geschichte anschaulich darstellt: von Gründer Johann Dietrich Jacob Seegers, 1728 geboren in der List – damals noch ein Dorf vor den Toren der Stadt Hannover –, über seine Weberausbildung in Herrenhausen, über die Heirat und die Gründung der „Fr. Seegers Leinen- & Tischzeugweberei“ von 1756 in Steinhude bis heute.

Die Steinhuder Weberei Seegers & Sohn hat zu ihrem 250-jährigen Bestehen ein Museum eröffnet.

Auf Tischwäsche aus Leinen und Baumwolle hat der Betrieb sich spezialisiert, die vor allem in Hotels und Gaststätten der gehobenen Kategorien geliefert wird. Auch die englische Königin, die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident haben an Tischdecken aus Steinhude getafelt, die aber im Bückeburger Schloss ebenso zu finden sind.

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Die 20 Webmaschinen könnten heute auch elektronisch gesteuert werden, doch durch sie rattern noch immer Lochkarten. Rund 30 000 Webmuster hat das Unternehmen in dieser Form vorrätig. „Die Digitalisierung habe ich der nächsten Generation überlassen“, sagt Seniorchef Friedrich Seegers verschmitzt. Diese, die neunte nämlich, sitzt schon mit am Tisch: Sein Sohn Adrian ist mit in die Geschäftsführung eingetreten, während Tochter Lara Himmel für das Privatkundengeschäft verantwortlich ist.
Noch nach dem Zweiten Weltkrieg gab es sieben Weber-Fabriken in SteinhudeSeegers & Sohn besteht als einzige fort und hat im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Das Museum an der Bleichenstraße 28 in Steinhude ist über den Fabrikladen zu erreichen. Geöffnet ist montags bis sonnabends von 10 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr.

Von Sven Sokoll

Albert Tugendheim 04.05.2015
04.05.2015