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18:05 07.01.2015
Heinz Schweer räuchert in seiner Steinhuder Räucherei Aale.
Heinz Schweer räuchert in seiner Steinhuder Räucherei Aale. Quelle: Nico Herzog (Archiv)
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Wunstorf

Wie echt sind die Steinhuder Aale? Oder heißt es doch nur „geräuchert nach Steinhuder Rezept“? Der Räucheraal aus Steinhude ist eine weltweit gern verzehrte Delikatesse - die Hochsaison mit dem Versandgeschäft über die Weihnachtstage ist gerade vorbei, da schwappt die Diskussion um den Schutz regionaler Produkte hoch, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Verlauf der Debatte um das Freihandelsabkommen TTIP angestoßen hat.

Seit Jahren ist bekannt, dass die überwiegende Mehrzahl der Aale, die in Steinhude weiterverarbeitet werden, aus Zuchtfarmen in Polen, Italien und den Niederlanden lebend per Lastwagen an das Steinhuder Meer gefahren wird. Zu hiesigen Fischen werden die Aale erst durch das Räuchern nach Steinhuder Rezept. Wie viel Prozent der Aale, die in Steinhude verkauft werden, wirklich aus dem Meer stammen, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Die nur noch nebenberuflich tätigen Steinhuder Fischer bestätigten früher hinter vorgehaltener Hand Zahlen zwischen 2 und 5 Prozent.

Der hauptberufliche Fischer Rudolf Endjer hat solche Zahlen stets bestritten. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin „Impulse“ räumte er vor einigen Jahren schon ein, speziell im Winter, wenn sich keine Aale fangen lassen, dazuzukaufen. Die verbliebenen echten Aale aus dem Steinhuder Meer mutieren auf ihrem 200 Kilometer langen Weg nach Emden zur dortigen Spezialität nach ostfriesischem Rezept. Keine Chance also für den Steinhuder Aal, das strenge, von der EU vergebene Siegel der „geschützten Ursprungsbezeichnung“ zu bekommen, wie sie in Niedersachsen nur die Diepholzer Moorschnucke und die Lüneburger Heidschnucke besitzen. Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung erfolgen in einer Region.

Auch für die nicht so strengen Regeln von der „geschützten geografischen Angabe“ reicht es nicht. Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung muss dazu in einer Region stattfinden. Doch nicht nur der Markenschutz und das damit verbundene EU-Qualitätssiegel, um die es bei den Verhandlungen um den Freihandelsvertrag geht, sind dabei Thema. Auch juristische Gründe spielen dabei eine Rolle, dass sich die meisten Betriebe am Steinhuder Meer mit der Formulierung „geräuchert nach Steinhuder Rezept“ begnügen.

Von Jan Peter Wiborg

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