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Wunstorf Jubiläum: Planung nimmt Fahrt auf
Umland Wunstorf Jubiläum: Planung nimmt Fahrt auf
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00:15 24.08.2018
Die Teilnehmer hängen Ideen an die Pinnwände und kleben Punkte auf ihre Favoriten. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Mit dieser guten Resonanz hatten die Initiatoren nicht unbedingt gerechnet: Fast 50 Wunstorfer, Vertreter von Kirche, Stadt, Schulen, Vereinen und weiterer Institutionen, haben am Montagnachmittag im Saal der Stiftsgemeinde in einer ersten großen Runde Ideen für die 1150-Jahr-Feiern in drei Jahren gesammelt. „Das ist wunderbar, es ist schon viel entstanden“, sagte Pastor Volker Milkowski bei der Schlussrunde, der sich für die evangelische Kirche federführend um die Feiern kümmern wird.

Zum Auftakt ergriff unter anderem die Landessuperintendentin für den Sprengel Hannover, Petra Bahr, das Wort: „Es ist eine Ehre, dass ich die Schirmherrschaft übernehmen darf“, sagte sie. „Es wird ein Moment der Vergewisserung der Identität. Das Fest wird aber auch eine großartige Gelegenheit, sich zu fragen, wie wir in den nächsten zehn bis 20 Jahren leben wollen.“ Superintendentin Michael Hagen dankte der Theologin, dass sie sich auch aktiv in die Vorbereitungen einbringen will.

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Menschen sollen mitgenommen werden

In der Urkunde vom 14. Oktober 871 ist aber nicht nur das Stift, sondern auch der Ort Wunstorf zum ersten Mal erwähnt worden. Deshalb will auch die Stadt mitfeiern. „Ich war gleich Feuer und Flamme“, sagte Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt. Er beschrieb, dass die Konkurrenz zwischen geistlicher und weltlicher Herrschaft lange eine wichtige Triebfeder für Wunstorfs Entwicklung war. Bei den Feiern, deren Schwerpunkt vor den Sommerferien des Jahres 2021 liegen sollen, kann er sich vorstellen, unter anderem einen ausgeweiteten Neubürgerempfang zu organisieren.

Der eigentliche Jahrestag im Oktober, könnte dann auch noch mal mit einer Veranstaltung begangen werden, bei der er neue Bürgermeister vorgestellt wird – denn seiner Amtszeit wird zwei Wochen danach enden. „Auf jeden Fall müssen die Menschen bei dem Fest mitgenommen werden“, ist Eberhardts Überzeugung.

Erste Ideen für die Feiern in drei Jahren werden gesammelt.

Nach den Einleitungen forderte Milkowski dann auch alle auf, eigene Ideen aufzuschreiben und an eine der fünf vorbereiteten Pinnwänden mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu befestigen. Anschließend verteilte der Pastor Klebepunkte, mit denen jeder in der zweiten Runde seine Favoriten kennzeichnen konnte.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass im Bereich Stadt und Bürgerschaft eine lange Tafel mit einem gemeinsamen Essen ähnlich wie beim Matjessen auf viel Unterstützung stößt. Bei einer Vortragsreihe könnten unterschiedliche Aspekte der Stadt- und Stiftsgeschichte beleuchtet werden. Bei der Idee für einen mittelalterlichen Markt wünschte Milkowski sich, daraus keine Ritterspiele zu machen, aber vielleicht alte Handwerkskunst zu präsentieren.

Gute Chance für Sanierung der Stiftskirche

Für die kirchlichen Bereich fand eine Neuauflage für die Lange Nacht der Kirchen viel Unterstützung. Auch die Jugend soll mit unterschiedlichen Veranstaltungen gezielt angesprochen werden. Für die Kultur zeichnet sich ab, dass ein Musikfestival ein wichtiger Bestandteil sein könnte. Theaterszenen aus der Geschichte, vielleicht von Schülern zu einem Musical gemacht, könnten vorgetragen werden. Vorgeschlagen wird aber auch ein Kunstwettbewerb, bei dem Motive aus der Stiftskirche dargestellt werden sollen.

Mit den Sanierungsarbeiten an der Stiftskirche, die die Initiatoren sich im Vorfeld wünschen, sieht es nach den Gesprächen mit Klosterkammer für das Jahr 2020 offenbar ganz gut aus. Danach könnte dann auch auch die Geschichte des Stifts dort auf neue Weise präsentiert werden. Für neue Akzente auf dem Außengelände gab es auch Freiwillige, die sich an den Überlegungen dafür beteiligen wollen.

Aus Anlass der Feiern forderte Manfred Rasche, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Wunstorf, die frühe Geschichte noch einmal professionell aufzuarbeiten. „Sie ist bisher nur von Laien geschrieben worden“, betonte er bei der Versammlung. Eine Initiative dafür zeichnet sich im Moment aber noch nicht ab.

Aus den ersten Ansätzen will Milkowski mit einer Steuerungsgruppe in den nächsten sechs bis neun Monaten versuchen, die einzelnen Projekt genauer zu fassen und Freiwillige zu finden, die sich in Gruppen darum kümmern. Bei einer zweiten großen Runde vor den Sommerferien nächsten Jahres soll dann das Programm im Groben festgeklopft werden. Damit können dann auch Geldgeber gesucht werden. „Es fängt jetzt an zu gären“, stellte Hagen zum Abschluss fest.

Von Sven Sokoll

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