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Wunstorf Stadt will nicht zu lange auf schnelles Internet warten
Umland Wunstorf Stadt will nicht zu lange auf schnelles Internet warten
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17:45 14.02.2019
Die Idenser Kolonie ist einer der Bereiche, in denen das Internet scheller werden muss.
Die Idenser Kolonie ist einer der Bereiche, in denen das Internet scheller werden muss. Quelle: Albert Tugendheim
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Wunstorf

Um den Ausbau von schnellem Internet in Randlagen des Stadtgebiets hat sich eine Auseinandersetzung der Stadt mit der Region entwickelt. Eigentlich hatte letztere einige Wunstorfer Siedlungen, die bisher noch nicht von den Ausbau-Programmen der vergangenen Jahre profitiert haben, bei einem Förderprogramm des Landes angemeldet. Jetzt hat sie aber einen Rückzieher gemacht und will das Geld nicht abrufen, worüber Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt sich ärgert.

Von dem Ausbau sollten in Wunstorf eigentlich das Rittergut Düendorf nahe der Kernstadt, in Idensen die Kolonie und Niengraben sowie in Steinhude die Straßen An der Trift und Lütjen Deile profitieren. Insgesamt sollten sieben Regionskommunen bedacht werden, wobei mit 148.000 Euro fast die Hälfte des Geldes nach Wunstorf fließen sollte. Die Region setzt jetzt aber auf ein neues Programm des Bundes in den nächsten Jahren, mit dem der Ausbau mit den besonders schnellen Glasfasernetzen bis ins Haus ermöglicht wird. In dem aktuellen Programm ist der Standard niedriger.

Region will Entscheidung überprüfen

Eberhardt kritisiert jedoch, dass noch nicht absehbar ist, wann die betroffenen Bürger mit Besserung wirklich rechnen können. „Wir brauchen eine belastbare Aussage, wann es genau kommt“, sagte der Bürgermeister. Er verstehe die Sorgen von Bürgern, dass es zu lange dauern könnte. Der Ortsrat Idensen habe auch noch einmal bekräftigt, dass das schnelle Netz benötigt wird.

Dabei vertritt Eberhardt die Auffassung, dass der Standard, wie er mittlerweile in den dichter besiedelten Gebieten erreicht wurde, den meisten Bürgern wohl völlig ausreichen würde. Die Glasfaser-Technik sei eher auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgelegt. Deshalb plädiert er dafür, lieber bald eine zumindest ordentliche Lösung zu bekommen, statt auf die ganz hohen Geschwindigkeiten zu setzten – wenn nicht absehbar ist, wann sie wirklich zur Verfügung stehen.

Deshalb hat Eberhardt den Wirtschaftsdezernenten der Region, Ulf-Birger Franz, beim Spatenstich der Logistikfirma Havi am Mittwoch seine Bedenken mitgeteilt. Dieser habe zugesagt, die Sache noch einmal zu prüfen. Nächste Woche wollen beide noch einmal telefonieren. Die Pressestelle äußerte sich am Donnerstag noch nicht dazu, ob die Region zum ursprünglichen Plan zurückkehren will.

Von Sven Sokoll