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Wunstorf Stift und Stadt bereiten Jubiläum vor
Umland Wunstorf Stift und Stadt bereiten Jubiläum vor
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00:16 10.08.2018
Planen die 1150-Jahr-Feier des Stifts (von links): die Pastoren Thomas Gleitz und Volker Milkowski, Superintendent Michael Hagen und Ludwig Büsing, Vorsitzender des Kirchenvorstands. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Im Jahr 871 hat König Ludwig der Deutsche das vom Mindener Bischof gegründete Stift bei der Siedlung „Vuonherestorpe“ unter seinen Schutz gestellt. Dieses Dokument ist der erste Nachweis geistlichen und bürgerschaftlichen Lebens in Wunstorf und wird für Kirche und Stadt in drei Jahren zum Anlass einer großen Feier zum 1150-jährigen Bestehen. Mit einem runden Tisch am 20. August wollen die Initiatoren viele weitere Mitwirkende dafür gewinnen.

„Wir wollten das Jubiläum nicht spurlos vorbeiziehen lassen“, sagte Michael Hagen, Superintendent des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf. Die Kirche ist schon in Vorleistung getreten und hat den neuen Stiftspastor Volker Milkowski mit einer halben Stelle dafür freigestellt, die Feiern vorzubereiten und zu koordinieren. „Die Stadt hat auch ihre Mitwirkung zugesichert“, berichtete Milkowski. Weitere Akteure sind willkommen, gezielt eingeladen wurden unter anderem Vereine, Kirchengemeinden und Kulturschaffende – mit ordentlicher Resonanz.

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Bevor gefeiert wird, wünscht die Gemeinde sich auch noch eine Sanierung der Stiftskirche, die im 12. Jahrhundert weitgehend in der heutigen Form entstanden ist. Auf der Wunschliste, die der Klosterkammer Hannover als Geldgeber vorgetragen wurde, stehen innen unter anderem eine intensive Reinigung, neue Beleuchtung und neue Lautsprecher, auf dem Außengelände könnten bessere Begegnungsmöglichkeiten entstehen. „Ihren Plan für nächstes Jahr hat die Klosterkammer bereits ohne Wunstorf aufgestellt, aber wir hoffen auf 2020“, sagte Ludwig Büsing, Vorsitzender des Kirchenvorstands.

Die Ursprünge des kirchlichen Lebens in Wunstorf liegen nicht lange nach der Zeit, in der der niedersächsische Raum überhaupt christianisiert wurde. „Deshalb sind wird durchaus auch ein Leuchtturm in der Landeskirche“, sagte Milkowskis Pastorenkollege Thomas Gleitz. Somit ist gut möglich, dass das Jubiläum auch über Wunstorf hinaus strahlen wird. Landessuperintendentin Petra Bahr vom Sprengel Hannover hat bereits die Schirmherrschaft übernommen, immerhin steht sie in der Nachfolge der Calenbergischen Generalsuperintendenten, die lange in Wunstorf ansässig waren.

Aber auch in Wunstorf sollen bei den Feiern die Grenzen der Kirchengemeinde überschritten werden. „Wir hoffen, dass der Funke überspringt“, formuliert Hagen es. Und der Blick in die Geschichte soll verbunden werden mit Debatten darüber, wie Kirche und Gesellschaft in Wunstorf sich weiter entwickeln sollen. Wie lang der Veranstaltungszeitraum sein soll, muss sich noch herausstellen. Denkbar wäre ein Monat vor den Sommerferien 2021.

Darin könnte es als Höhepunkte unter anderem einen großen Open-Air-Gottesdienst und einen offiziellen Empfang der Stadt geben. Auch die ökumenische lange Nacht der Kirchen könnte in der Veranstaltungsreihe nach den bisherigen Ideen eine Neuauflage erleben. Ein wichtiges Element sehen die Initiatoren auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf das Jubiläum hin. „Wir können vielleicht neue Pfade begehen, um Menschen wieder stärker zu erreichen“, sagte Milkowski.

Der Runde Tisch am Montag, 20. August, beginnt um 15 Uhr im Gemeindehaus, Stiftsstraße 5b. Anmeldungen werden erbeten im Gemeindebüro unter Telefon (0 50 31) 34 84.

Von Sven Sokoll

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