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Wunstorf Tilman Kuban kritisiert den Zustand der CDU
Umland Wunstorf

Tilman Kuban von der Jungen Union spricht auf Neujahrsempfang 2020 der CDU Wunstorf

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18:36 24.01.2020
Der Vorsitzende der Wunstorfer CDU, Martin Pavel (rechts), bedankt sich bei Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union, für seine Rede auf dem Neujahrsempfang. Quelle: Rita Nandy
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Wunstorf

Beim Neujahrsempfang der CDU Wunstorf wehte ein Hauch von Bundespolitik durch die Abtei. Die Christdemokraten hatten mit dem Bundesvorsitzenden der Jungen Union, Tilman Kuban, einen prominenten Gast eingeladen.

Mit einer flammenden Rede begeisterte der Politiker seine Parteikollegen. „Der Zustand der CDU bewegt mich besonders“, sagte Kuban in Bezug auf das schlechte Abschneiden bei den letzten Wahlen. Der Anspruch müsse sein, mal wieder an 40 Prozent plus x zu denken. Als Ursache für die Stimmenverluste gab er an, dass die Partei ihre politischen Gegner nicht gestellt habe. „Wir haben unseren eigenen Markenkern vernachlässigt.“

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, spricht beim Neujahrsempfang der CDU Wunstorf. Quelle: Rita Nandy

Deutschland hinkt bei künstlicher Intelligenz hinterher

Kuban verdeutlichte, dass die Einwanderung von Fachkräften erwünscht sei. Wer sich jedoch nicht an Gesetze halte, sei in Deutschland nicht willkommen. Zudem müssten wieder mehr deutsche Unternehmen mit Innovationen auf der Top-100-Liste der besten Firmen gelangen. Beim Thema künstliche Intelligenz hänge Deutschland weit hinterher. Er kritisierte, dass es Monate gedauert habe, Geld für dieses Thema bereitzustellen. Bei der Grundrente sei dies schneller gegangen. Auch die Finanzierung des Rentensystems bereitet dem 32-Jährigen Sorgen.

AfD wird kein Partner der CDU

Besonders beunruhige ihn, dass es der SPD als ehemaliger Volkspartei bei den vergangenen Wahlen noch schlechter ergangen sei. Sie habe ihre Stammwähler vernachlässigt und wolle noch grüner als die Grünen sein, sagte Kuban. Mit Kritik an den Grünen sparte er ebenfalls nicht. Ein Auto zu fahren sei keine Freiheit, sondern auf dem Land oftmals eine Notwendigkeit, betonte er und widersprach damit dem Bundesvorsitzenden der Grünen, Robert Habeck. Für seine Aussage zur AfD gab es stürmischen Beifall: „Solange sie Nazis in ihren Reihen haben, können sie nicht Partner der CDU werden“, stellte er unmissverständlich klar.

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union Tilman Kuban (links) und der Vorsitzende der CDU Wunstorf Martin Pavel kennen sich seit Beginn ihrer politischen Karriere. Quelle: Rita Nandy

Eberhardt kritisiert Grenze für europäische Ausschreibungen

Als Barsinghäuser verbindet ihn einiges mit Wunstorf. Dort sei die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) ebenfalls ein Thema. Anerkennend nahm er zur Kenntnis, dass der Wunstorfer Rat den Haushalt einstimmig beschlossen habe. Dies verkündete Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt stolz in seinem Jahresrückblick: „Das zeigt die Kultur in dieser Stadt.“ Als Demokrat habe er auch den Wegfall der Anliegerbeiträge bei Straßensanierungen akzeptiert. Er lobte dabei den sehr sachlichen und fairen Umgang bei den Diskussionen.

Eberhardt missfällt, dass die Grenze, die eine europaweite Ausschreibungen erfordert, gesenkt wurde. Bei der evangelischen IGS habe die Ausschreibung 350.000 Euro gekostet. „Dadurch haben wir auch keine besseren Arbeiter bekommen“, sagte Eberhardt und kritisierte zugleich das komplizierte Planungsrecht. Als Beispiel nannte er die Nordumgehung, die sich seit Jahren hinzieht. Schneller soll es mit der Beseitigung der Schäden an der Lütje Deile gehen. „Es liegt ein Sanierungskonzept vor“, sagte Eberhardt.

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Von Rita Nandy

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