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Wunstorf Werbegemeinschaft: Geschäfte überstehen Corona-Krise
Umland Wunstorf

Werbegemeinschaft Wunstorf: Geschäfte überstehen Corona-Krise

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13:00 09.07.2020
Die Geschäfte in der Wunstorfer Fußgängerzone werden die Corona-Krise wohl alle überstehen. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Ein funktionierender Weihnachtsmarkt: Das ist nach Angaben des Vorsitzenden Christoph Rüther ein wichtiges Ziel der Werbegemeinschaft Wunstorf. Auch wenn die Stände wohl weiter auseinanderstehen müssen, arbeiten die Kaufleute daran, diesen nach der Veranstaltungspause wegen Corona umsetzen zu können. Das hat Rüther am Mittwoch im städtischen Finanz- und Wirtschaftsausschuss berichtet.

Wenn der Weihnachtsmarkt nicht mehr so kompakt ausfällt, muss mit der Marktgilde als Betreiberin der Wochenmärkte noch verhandelt werden, wie sich beide den zur Verfügung stehenden Platz aufteilen werden. „Und über die Weihnachtsbeleuchtung müssen wir noch einmal nachdenken, weil die Bäume, an denen sie installiert waren, Käfern zum Opfer gefallen sind.“

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Kaufleute können ihre Betriebe wohl halten

Mit Interesse hört die Werbegemeinschaft von den Plänen der Landesregierung, den Geschäftsbetreibern in der zweite Jahreshälfte noch vier verkaufsoffene Sonntage ohne den sonst notwendigen Anlass zuzugestehen. Wenn diese Möglichkeit wirklich kommt, wollen die Kaufleute darüber nachdenken, ob sie das nutzen wollen.

Vor Corona war die Innenstadt nach Rüthers Einschätzung in einem sehr guten Zustand. Dann aber mussten die Läden mehrere Wochen lange schließen. „Viele haben dadurch natürlich Einbußen, aber bisher sieht es für mich noch nicht danach aus, dass jemand seinen Betrieb aufgeben muss.“ Besonders schwer sei es natürlich für die gewesen, die in der Zeit eröffnen wollten. Um gegen den boomenden Onlinehandel bestehen zu können, müssten die ansässigen Händler mit Qualität und Service punkten. Sie denken auch über einen gemeinsamen Internetauftritt nach.

Citygutscheine werden wieder gut angenommen

Während der Krise hat die Werbegemeinschaft zudem wieder begonnen, neue Citygutscheine auszugeben, die auch gut angenommen werden. „Die Kunden hatten danach gefragt, weil sie gern mit einem Gutschein als Geschenk dazu beitragen wollten, dass das Geld in der Stadt bleibt“, sagte Rüther.

Ortsbürgermeister Thomas Silbermann (SPD) bedankte sich bei dem neuen Vorstand um Rüther, der zu Jahresbeginn ins Amt gekommen ist, für das große Engagement in den ersten Wochen, und bot eine enge Zusammenarbeit mit der Politik an. Für die Werbegemeinschaft ist dabei auch das Parken noch ein großes Thema. Der neue Parkplatz an der Straße In den Ellern sei zwar gut, kompensiere aus Sicht der Kaufleute aber nicht ausreichend die Stellplätze, die vorher weggefallen sind.

Gewerbesteuer: Ausgleich könnte kleiner ausfallen

Die Corona-Krise belastet den städtischen Haushalt stark, aber nicht ganz so stark, wie im ersten Moment befürchtet. Wie Andreas Saars für die städtische Kämmerei vorstellte, waren die Finanzexperten erst von einem ähnlichen Einbruch wie bei der Finanzkrise 2009 ausgegangen, als die Gewerbesteuer auf ein Drittel der vorherigen Werte stürzte. Diese Einschätzung hat mit dazu geführt, dass die Haushaltssperre im Mai erlassen wurde.

Nun aber wird für dieses und die nächsten Jahre damit gerechnet, dass Wunstorf bei der Gewerbesteuer von bisher rund 12 Millionen Euro jährlich rund 3 Millionen Euro fehlen werden. Bei der Einkommenssteuer fehlen jährlich im Schnitt knapp 2 Millionen Euro. „Es wird aber trotzdem nicht einfach“, sagte Saars, zumal bei Vergnügungs- und Umsatzsteuer Einnahmen wegfallen.

Die Haushaltssperre hat die Stadt mittlerweile auch deshalb aufgehoben, weil Bund und Länder versprochen haben, die Einnahmeausfälle der Kommunen auszugleichen. „Allerdings sieht es im Moment so aus, dass Niedersachsen uns zumindest bei der Gewerbesteuer unseren richtigen Anteil nicht weitergeben will. Die Verbände haben deshalb schon protestiert, das Ergebnis müssen wir abwarten“, sagte Saars.

Von Sven Sokoll