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Wunstorf Trocknet das Steinhuder Meer aus?
Umland Wunstorf

Wetter in der Region Hannover: Trocknet das Steinhuder Meer aus?

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11:15 12.07.2019
Badeinsel im Steinhuder Meer: Der Pegel des Sees sinkt besorgniserregend. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Fällt das Steinhuder Meer trocken? Willi Rehbock sorgt sich jedenfalls wegen des extrem niedrigen Wasserstandes des Gewässers. Der Geschäftsführer der Steinhuder Meer GmbH ruft täglich den Pegelstand des Steinhuder Meers am Wilhelmstein ab. Vor fünf Jahren lag der Pegel noch bei 121 Zentimetern, jetzt beträgt er gerade einmal noch 93 Zentimeter, das entspricht einem Rückgang um ein Viertel. Rehbock hofft jetzt auf viel Regen, damit sich der Wasserstand wieder einigermaßen normalisiert. Derzeit sieht es aber nicht danach aus.

Die Folgen spüren vor allen Segler und Surfer

Die Folgen des niedrigen Wasserstandes spüren vor allen die zahlreichen Wassersportler auf dem Steinhuder Meer. Ein Surfer berichtet beispielsweise, dass er vor einigen Jahren in Mardorf bis an den Strand fahren konnte, jetzt muss er erst viele Meter zu Fuß laufen, um auf das Brett steigen zu können. Die Segler kommen manchmal gar nicht vom Steg weg, weil ihre Boote dort im Schlamm festsitzen. Und auch draußen „passiert es immer häufiger, dass das Boot im Schlamm festsitzt“, berichtet ein Segler, der seit acht Jahren auf dem Steinhuder Meer unterwegs ist. „Dann musst du in den Schlamm steigen, und das Boot rausschieben“, erzählt er.

Doch ohne ergiebige Niederschläge wird der Wasserstand weiter sinken. „An heißen, windigen Sommertagen können bis zu zwei Zentimeter Wasser von der Oberfläche des größten niedersächsischen Sees verdunsten“, sagt der Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Achim Stolz. Das sei bisher nicht immer aufgefallen, weil Sommer mit viel Niederschlägen den Wasserstand immer wieder aufgefüllt hätten. Zudem speise sich das Steinhuder Meer zum überwiegenden Teil aus Grundwasser.

Pegelstand am Steinhuder Meer: An einem heißen und windigen Tag können bis zu zwei Zentimeter verdunsten. Quelle: Moritz Frankenberg

Der vorläufige Minus-Rekord wurde am 22. September 2018 mit einem Wasserstand von 76 Zentimetern verzeichnet. So niedrig war der Wasserstand zuletzt in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts.

Anhaltende Trockenheit seit April 2018

Den derzeit niedrigen Wasserstand erklärt Stolz mit „der außergewöhnlich trockenen Witterung seit April des letzten Jahres“. Dadurch seien keine Niederschläge direkt im See gelandet und der Grundwasserspiegel sei im vergangenen Sommer erheblich gesunken, berichtet Stolz. Und der Grundwasserstand habe durch die Niederschläge im Winterhalbjahr sein Ausgangsniveau noch längst nicht wieder erreicht.

Ob das Steinhuder Meer bei anhaltender Trockenheit austrocknen könnte, darauf will sich Stolz nicht festlegen lassen. „Langfristige Prognosen zur Entwicklung von Wetter und Klima sowie Niederschlagsverhältnissen sind mit großer Unsicherheit verbunden“, sagt der NLWKN-Sprecher. Von daher wären Aussagen zur langfristigen Entwicklung des Steinhuder Meeres spekulativ.

Sinkender Pegel am Steinhuder Meer: „Wie sich das entwickelt, weiß kein Mensch.“ Quelle: Moritz Frankenberg

„Wie sich das entwickelt, weiß kein Mensch“

Ähnlich äußert sich Frank Behrens, der als Naturpark-Ranger täglich mit dem See und seiner Umgebung zu tun hat. „Wie sich das entwickelt, weiß kein Mensch“, sagt er. Aber in den vergangenen Jahren habe sich durch die Trockenheit einiges verändert, nicht nur beim Wasserstand, sondern auch in den umliegenden Wäldern und in der Landwirtschaft.

Tourismusexperte Rehbock hofft auf das Wetter. „Ich weiß nicht, was wir tun können, wenn es nicht regnet“, sagt er.

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