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Wunstorf Kreishandwerkerschaft spricht 89 Lehrlinge frei
Umland Wunstorf

Wunstorf: 89 Lehrlinge bei Kreishandwerkerschaft freigesprochen

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13:05 07.07.2019
Nicht mehr Lehrlinge: Die jungen Leute aus den verschiedenen Gewerken wurden im Wunstorfer Stadttheater freigesprochen. Quelle: Albert Tugendheim
Wunstorf

Ob Meisterschule, Ausland oder die Führung eines eigenen Unternehmens: Die Chancen für junge Handwerker stehen gut. Das gab der Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Neustadt/Burgdorf, Thomas Hinze, 89 jungen Gesellen mit auf den Weg. Die erfolgreichen Lehrlinge wurden am Sonnabend im Stadttheater Wunstorf freigesprochen.

Hinze teilt kräftig aus

Ansonsten nutzte Hinze die Gelegenheit, kräftig gegen die deutsche Politik auszuteilen. In seiner erfrischenden Art berichtete der Luther über veraltete Infrastrukturen in Berlin und kam dann zu dem Schluss: „Ganz Berlin, nein ganz Deutschland hat einen Schaden. Kaputte Rad- und Gehwege, Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude, Turnhallen, Schwimmbäder, Schulen, Schulklos. Alles wurde sträflich vernachlässigt.“

Der Kreishandwerksmeister kritisierte, dass die öffentliche Hand bei den Investitionen in den Bestand gespart habe. „Aufgrund dieses politischen Einmaleins der Finanzpolitik der vergangenen Jahrzehnte stehen wir heute vor dem Scherbenhaufen unserer Infrastruktur“, sagte Hinze. Dazu komme die Baukonjunktur, die auf Hochtouren laufe, unter anderem, um Wohnraum zu schaffen. „Weil keiner die Zeichen der Zeit erkannt hat“, kritisierte Hinze.

89 erfolgreiche Lehrlinge wurden im Stadttheater Wunstorf freigesprochen. Sie hatten ihre Prüfungen bestanden. Die Festredner bescheinigten den jungen Handwerken beste Zukunftsaussichten.

Anforderungen an Baustandards hemmen

Daraus entstehe unter anderem ein regelrechter Kampf um Handwerker. „Und siehe da, auf einmal werden auch die öffentlichen Auftraggeber wach. Wer saniert denn jetzt unsere Schulklos? Und wann? Und zu welchem Preis?“, fragte er. Dass Handwerker nicht mehr sehr bereit sind, Angebote für Vorhaben der öffentlichen Hand abzugeben, liege unter anderem am bürokratischen Ausschreibungswahnsinn oder auch an der schlechten Zahlungsmoral.

Zudem kritisierte Hinze die überzogenen Anforderungen an die Baustandards, die der Chef des Wunstorfer Bauvereins, Michael Nahrstedt, kürzlich als Killerkriterium gebrandmarkt hatte. Der Handwerkerchef vergaß aber nicht, den Freisprechungstag als eine der großen Freuden zu würdigen.

Beste Chancen für junge Handwerker

Dass die jungen Handwerker eine Zukunft haben, das sah auch Wunstorfs stellvertretender Bürgermeister Martin Pavel so. „Man wird sich um Sie reißen“, prophezeite er in seinem Grußwort. Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, riet den Absolventen, sich auf ihre eigenen Stärken zu verlassen. Die jungen Gesellen hätten die Ausbildung zu einem Zeitpunkt gemacht, in dem es im Handwerk anders als in anderen Brachen quasi eine Beschäftigungsgarantie gebe.

Eine besondere Ehrung wurde zwei Junggesellen zuteil, die ihre praktischen Prüfungen mit der Note Eins bestanden: Zimmerer Lion Marquardt aus Essel (Heidekreis), der in Neustadt-Brase bei Hemme-Holzbau gelernt hat, sowie Maler und Lackierer Paul Blender, der in der Wunstorfer Psychiatrieklinik ausgebildet wurde.

Von Albert Tugendheim

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