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Wunstorf Amazon startet Betrieb seines Verteilzentrums in Luthe
Umland Wunstorf

Wunstorf: Amazon stellt sein Verteilzentrum beim Ortsrat Luthe vor

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18:49 25.10.2019
Das neue Amazon-Verteilzentrum hat den Betrieb aufgenommen. Quelle: Rita Nandy
Luthe

Die ersten Pakete rollten am Mittwoch an der Adolf-Oesterheld-Straße vom Band. Das neue Amazon-Verteilzentrum für die sogenannte letzte Meile zum Kunden hat seinen Betrieb aufgenommen. Firmenvertreter stellten einen Tag später bei der Sitzung des Luther Ortsrats ihr Unternehmen vor.

Amazon bezahlt Subunternehmer pro Route

Den Luther Politikern bereitet nach wie vor der zunehmende Verkehr im Gewerbegebiet-Süd Sorgen. Sie fordern eine Betrachtung des gesamten Areals. Verkehrsgutachter hatten zumindest durch die Ansiedlung von Amazon keine kritischen Belastungen des Verkehrsnetzes gesehen. Bis zu 20 Lastwagen liefern in den Nachtstunden von 22 bis 7 Uhr die Waren an, erläuterte Thorsten Freers, der für die Öffentlichkeitsarbeit bei Amazon zuständig ist.

Die Lieferfahrzeuge starten täglich von 9 bis 12 Uhr auf bis zu 173 Touren – im Weihnachtsgeschäft könne sich die Zahl auf 453 erhöhen. Das wären an einer Handvoll Tagen bis zu 2000 Fahrten täglich, ergänzte Logistik-Regionaldirektor Karsten Frost. Amazon kooperiert für die Auslieferung mit zwölf mittelständischen Firmen. Als Besonderheit wies Freers darauf hin, dass die Subunternehmer pro Route und nicht pro zugestelltem Paket bezahlt werden.

Thorsten Freers, Amazon-Öffentlichkeitssprecher (stehend), stellt sich im Ortsrat Luthe auch den Fragen der Zuhörer. Quelle: Rita Nandy

Mitarbeiter arbeiten in drei Schichten

Zudem achte der Onlinehändler darauf, dass die Fahrer den Mindestlohn erhalten. Amazon beschäftigt derzeit rund 80 Mitarbeiter, die keine spezielle Ausbildung vorweisen müssen. Der Stundenlohn liegt bei 11,71 Euro. „Nach zwei Jahren verdienen die Mitarbeiter etwa 2500 Euro“, sagte Freers. Hinzu kommen 20 Fachkräfte. Zu Spitzenzeiten soll die Mitarbeiterzahl bei rund 250 liegen.

Auf dem rund 25.000 Quadratmeter großen Gelände wird im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Der Mietvertrag laufe zunächst für zehn Jahre. Im nächsten Jahr soll auch die Auslieferung der Pakete starten. Zudem möchte das Unternehmen auf dem benachbarten Gelände zusätzliche Parkplätze errichten.

Andreas Gruber ist Standortleiter im neuen Amazon-Verteilzentrum in Luthe. Quelle: Rita Nandy

Bäume als Willkommensgeschenk

„Wir sind natürlich nicht mit den Gehältern zufrieden, die Sie zahlen. Doch dafür will ich Sie nicht in die Pflicht nehmen“, sagte Uwe-Karsten Bartling. „Wir sind nicht ganz glücklich mit der Ansiedlung“, machte der SPD-Politiker deutlich. Diese bringe doch eine Menge Verkehr nach Luthe. „Wir bekommen eine Belastung, auf die wir nicht vorbereitet sind.“

Als Willkommensgeschenk wünscht sich die Luther SPD von Amazon die Pflanzung eines Baumes für jeden der knapp 5767 Luther. „Wir wollen Aufforstungsprojekte vor Ort unterstützen“, versprach Freers. Auch solle die Stadt die Sozialdemokraten dabei unterstützen, mit Amazon einen Runden Tisch für einen regelmäßigen Austausch ins Leben zu rufen. Die SPD würde es zudem begrüßen, wenn Amazon Retouren – statt sie zu vernichten – an lokale soziale Einrichtungen verteilen würde.

Kunden entscheiden über Firmenerfolg

Ortsratsherr Heiner Heimberg (CDU) erkundigte sich nach dem Einkaufsverhalten der Kunden. Diese würden am Wochenende überlegen, was sie bräuchten, erläutert Freers. So komme es zu Wochenbeginn zu einem kleinen Hoch bei den Auslieferungen. „An uns liegt es, wie stark Ihr Unternehmen ist. Der lokale Einzelhandel leidet. Manche Geschäfte wird es in Zukunft nicht mehr geben“, warnte Heimberg. Zuhörerin Ulrike Erler machte sich vor allem über den anfallenden Verpackungsmüll der Pakete Sorgen. „Wir haben ihn um 20 Prozent reduziert“, hielt der Amazon-Sprecher dagegen.

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Von Rita Nandy

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