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Wunstorf Kinderpornografie: Amtsgericht verurteilt Wunstorfer zu Bewährungsstrafe
Umland Wunstorf

Wunstorf: Amtsgericht verurteilt Wunstorfer wegen Kinderpornographie zu Bewährungsstrafe

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19:19 26.11.2019
Das Amtsgericht Neustadt hat einen 50-jährigen Wunstorfer wegen des Besitzes und des Verbreitens von Dateien mit kinderpornografischem Material zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)
Neustadt/Wunstorf

1376 Bilder und Videos mit kinderpornografischen Darstellungen auf dem Computer und vier eigene Dateien in einem entsprechenden Forum hochgeladen: Dafür hat das Amtsgericht Neustadt am Montag einen 50-jährigen Mann aus Wunstorf zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Außerdem muss der Wunstorfer eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen, die noch nach seinem Einkommen zu bemessen sind, sowie 2000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen. Sein Laptop wird einbehalten, weil das Gericht diesen als Tatwaffe bezeichnete.

Angeklagter räumt Taten ein

„Lassen Sie sich durch diese Strafe künftig davon abhalten, diese Straftaten nochmals zu begehen“, sagte Richter Jens Wesche. Er hielt dem Wunstorfer zugute, dass er bereits schriftlich die Taten eingeräumt hatte. Das Geständnis bestätigte der 50-Jährige nochmals mündlich im Gerichtssaal. Außerdem war der Angeklagte nicht einschlägig vorbestraft, er hat einen festen Wohnsitz und Arbeit. „Das ist mir sehr peinlich“, sagte der Familienvater. Er sei sich nicht bewusst gewesen, dass auch andere Nutzer entsprechender Foren auf seine vier hochgeladenen Dateien zugreifen können.

Hinweise kommen aus den USA

Aufgeflogen sind die Taten durch Hinweise der halbstaatlichen Behörde National Center for Missed and Exploited Children (NCMEC) in den USA. Diese befasst sich mit der Aufdeckung von sexuellem Missbrauch von Kindern im Internet und will die Täter dingfest machen. Mitarbeiter waren auf das Material des Wunstorfers gestoßen und konnten auf diese Weise die IP-Adresse des Laptops des 50-Jährigen sichern. Das bestätigte auch der vor Gericht erschienene Zeuge, ein Oberkommissar aus Hannover.

Die Mitarbeiter der Behörde leiteten das Material an das Bundeskriminalamt weiter, das die Polizei Hannover informierte. Bei einer Hausdurchsuchung Ende April stellten Beamte den Laptop des Mannes sicher. Nach der Auswertung, bei der auch die E-Mail-Adresse des 50-jährigen in einem bestimmten Forum entdeckt wurde, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. Auf Grund der Durchsuchung erfuhr auch die Familie des Wunstorfers von den Taten. „Die steht nach einer Aussprache hinter mir“, sagte der Angeklagte.

Angeklagter lädt Dateien auf Festplatte

Die Bilder und Videos zeigen nach Angaben des Richters Jungen und Mädchen unter 14 Jahren in sexuellen Stellungen und auch deren Missbrauch. Die Dateien konnten einem Zeitraum zwischen Ende Dezember und dem Frühjahr 2019 zugeordnet werden. Der Angeklagte gab an, dass er 2017 und 2018 über Chats mit anderen Nutzern auf eine App gekommen sei und sich Dateien auf die Festplatte heruntergeladen habe. „Die Domain führte auch zu seiner Mailadresse“, sagte Richter Wesche.

Für den Staatsanwalt stand der Sachverhalt der beiden Straftaten fest. Er plädierte für eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten sowie für 150 Tagessätze. Außerdem sprach er sich für eine therapeutische Behandlung des Angeklagten aus. Dessen Anwalt erschienen 150 Tagessätze zu hoch, er forderte einen Freispruch. Sein Mandant habe gestanden und kooperiert. „Er war sich nicht bewusst gewesen, dass auch andere Nutzer auf die Dateien zugreifen konnten“, sagte der Verteidiger.

Von Anke Lütjens

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