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Wunstorf Streitschlichter der Grundschule haben Erfolg
Umland Wunstorf Streitschlichter der Grundschule haben Erfolg
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00:19 28.03.2019
Die Streitschlichter-Gruppe der Grundschule Steinhude. Quelle: Marleen Gaida
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Steinhude

Sie sind noch klein, aber im Streitschlichten bereits ganz groß. Drittklässler der Grundschule Steinhude lassen sich zurzeit zu Mini-Mediatoren ausbilden. Sie wissen, wie man Konflikte friedlich löst und auch, was gewaltfreie Kommunikation bedeutet. Beigebracht hat ihnen das Sozialpädagogin Katja Backs.

Die pädagogische Mitarbeiterin der Grundschule betreut seit acht Jahren wöchentlich die Streitschlichter-AG. Und das mit großem Erfolg. Backs: „Die Schüler der oberen Jahrgänge haben uns zurückgemeldet, dass es in den Pausen viel ruhiger geworden ist, seit es die Streitschlichter gibt.“ Die Kinder erlernen bei Backs kostbares Wissen über konstruktive Gesprächsführung. Eine Fähigkeit, die ihnen auch im Erwachsenenalter, im Beruf und im Privatleben weiterhelfen wird. Die achtjährige Jana macht die Ausbildung sehr viel Spaß. Aktiv als Streitschlichter auftreten, darf sie aber erst ab der vierten Klasse. Sie sagt: „Ich würde mir wünschen, dass es das an jeder Schule gibt.“ Luisa (8) pflichtet ihr bei: „Ja, das stimmt.“

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In Steinhude nutzen Schüler Angebote der Streitschlichter freiwillig

Der Streitschlichter-Raum, in dem sich die Kinder jeden Donnerstag treffen, ist ruhig und gemütlich. Bunte Farben zieren den Raum und Bilder sind an die Wände gepinnt. Hierher kommen auch die anderen Schüler, wenn sie in einem Konflikt nicht mehr weiter wissen. Dann wenden sie sich freiwillig an die ausgebildeten Streitschlichter des letzten Grundschuljahrgangs.

Eine Beratung erfolgt nach einem festen Prinzip. Zwei Streitschlichter sitzen den Schülern mit Streit gegenüber. Auf dem Tisch liegen für jeden sichtbar die Regeln der Beratung. „Alles bleibt unter uns; wir sind unparteiisch“, steht dort ganz oben. Denn es kann schon einmal passieren, dass dort Schüler sitzen, mit denen Streitschlichter befreundet sind. Yelva (8) weiß, wie sie sich dann zu verhalten hat: „Zu Beginn der Ausbildung haben wir gelernt, was einen guten Streit ausmacht. Die Schlichter müssen unparteiisch, mutig und freundlich sein.“ Ein Streitschlichter müsse gut zuhören können. Und am Ende solle eine Win-Win Situation entstehen. „Jede Partei soll sich als Gewinner fühlen“, erklärt Luisa weiter.

Pädagogin Backs sagt, dass das übergeordnete Ziel jeder Konfliktbeilegung sei, dass die Kinder am nächsten Tag wieder fröhlich zur Schule kommen. Lina meint: „Eigentlich ist es schön, dass es uns gibt, aber irgendwie auch schade.“ Nein, nein, das sei nicht schade, muntert Katja Backs auf. Die Pädagogin fasst es so zusammen: „Ihr habt es geschafft, die Welt ein bisschen besser zu machen.“ Und das Gute: Das Streitschlichter-Zertifikat gilt ein Leben lang.

Von Marleen Gaida