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Wunstorf Ausstellung über Weimarer Zeit sehenswert
Umland Wunstorf

Wunstorf: Ausstellung über Wunstorf in der Weimarer Republik

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00:17 13.05.2019
Zahlreiche Gäste besuchten die Eröffnung der Ausstellung. Quelle: Albert Tugendheim
Wunstorf

Um es gleich vorweg festzustellen: Der Besuch der Ausstellung in der Stadtkirche über Wunstorf in der Weimarer Republik lohnt sich. Und das nicht nur für historische Vorgebildete. Das, was ein Arbeitskreis nach zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit nun präsentiert, verdient großes Lob. Auch ohne, dass die Ausstellung technisches Präsentationsmaterial wie handytaugliche Apps und Multivisionshows einsetzt. Oder vielleicht auch deshalb. Man muss sich schon vertiefen in die informativen Texttafeln und in die Bilder. Am Donnerstagabend wurde die Schau eröffnet.

Viele waren am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt. In den Eröffnungsreden wurden die Beteiligten zu recht genannt. Das Stadtarchiv mit Klaus Fesche und Hinrich Ewert, das Forum Stadtkirche,das mehr als nur Hausherr ist, Lehrer und Schüler des Hölty-Gymnasiums sowie die Heimatvereine aus Wunstorf und Steinhude.

Die Ausstellung „Wunstorf in der Weimarer Republik“ ist in der Stadtkirche eröffnet worden. Die Schau bietet viele interessante Aspekte einer auch in Wunstorf spannenden Epoche.

Erinnern und Demokratie fördern

Zwei Leitlinien gibt es für die Ausstellung. Die erste ist klar: 100 Jahre ist es her, dass mit der Verfassung der Weimarer Republik die erste Demokratie in Deutschland begründet wurde. Dieses umfassende Ereignis nicht aus dem Blick zu verlieren und es dennoch herunterzubrechen auf die lokale, die Wunstorfer Ebene, das gelingt der Ausstellung.

Die zweite Leitlinie: Die Ausstellung soll einen Beitrag dazu liefern, das Nachdenken über die Demokratie zu fördern. So zog Stadtarchivar Fesche die Linie aus der Weimarer Republik zu heute. „Das ständige Ringen um Demokratie ist die Grundlage ihres Erhaltes“, sagte Fesche in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung. Möglicherweise werde der Eine oder Andere über diese oder jene Ausstellungstafel irritiert sein oder sich zu Widerspruch provoziert fühlen – „Das ist gut so, das haben wir gewollt. Denken Sie daran – wir leben in einer Demokratie“, sagte Fesche.

Viele Fortschritte in der Weimarer Republik

Die Weimarer Republik nur als Vorgeschichte des Dritten Reiches abzutun, werde ihr nicht gerecht, sagte Fesche. Die Reduzierung darauf habe dazu geführt, dass sie in der Medienöffentlichkeit und im Schulunterricht unterbelichtet werde. Und damit sei der Fokus nicht auf die gerichtet worden, die den Nährboden für die spätere Machtübernahme der NSDAP legten: Nicht Kaiser und Generäle, nicht Kriegstreiber und -gewinnler, sondern Demokraten, Arbeiter, Juden, die Republik.

Mit der ersten Republik verbanden sich aber auch viele Fortschritte. Das Wahlrecht für Frauen, ein kultureller Aufbruch und Änderungen in der kommunalpolitischen Gestaltung. All das zeigt die Ausstellung mit dem Fokus auf Wunstorf. Zum Beispiel beim Blick auf das sportliche Geschehen mit Motorradrennen, die Gründung des heutigen FC und anderer Fußballvereine. Oder Thema Kino: Wer Zerstreuung suchte, konnte zwischen zwei Kinos wählen.

Am Ende der Eröffnungsveranstaltung waren dann Hölty-Schüler am Zuge. Mit kleinen Ausschnitten wies die Theater-AG auf eine bevorstehende Aufführung hin, auch die beschäftigt sich mit dem Thema Weimar.

Die Ausstellung in der Stadtkirche ist bis zum 23. Juni dienstags, donnerstags, freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet, sonnabends und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Von Albert Tugendheim

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