Wunstorf: Bürgermeister bestellt Amazon-Verantwortlichen ins Rathaus ein
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Wunstorf: Bürgermeister bestellt Amazon-Verantwortlichen ins Rathaus ein

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17:00 04.02.2020
Fahrende und geparkte Kleintransporter bestimmen weiter das Bild rund um das Amazon-Verteilzentrum. Quelle: Sven Sokoll
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Luthe

Die weißen Transporter des Versandhändlers Amazon haben das Stadtbild verändert. Wie Ameisen breiten sich die Fahrzeuge in der Stadt aus. Rund um das Gelände an der Adolf-Oesterheld-Straße nutzen sie jeden verfügbaren Parkplatz. Manchmal werden auch Einfahrten blockiert. Das hat zu Ärger bei benachbarten Unternehmen, aber auch Wunstorfern geführt. Leser Lothar Spatz beklagt sich beispielsweise über das rücksichtslose Einbiegen vom Firmengelände auf die Albert-Einstein-Straße. „Der Transporter ist mir direkt vor das Auto gefahren, ich musste eine Vollbremsung machen“, berichtet Spatz. Amazon bemüht sich nach eigenen Angaben, die Anfangsprobleme zu beheben.

Amazon stellt Parkplätze für Subunternehmer in Aussicht

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt reichen die Anstrengungen jedoch nicht aus. Er hat daher Standortleiter Andreas Gruber ins Rathaus einbestellt. Bei dem Treffen habe er ihm unmissverständlich klargemacht, dass es so nicht weitergehe, sagt Stadtsprecher Alexander Stockum auf Nachfrage. Die Antwort von Gruber, für die Logistiker sei Amazon nicht verantwortlich, habe der Bürgermeister nicht gelten lassen. Sollte sich die Situation nicht ändern, richte die Stadt gegebenenfalls eine Parkscheibenregelung rund um das Gelände ein.

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Amazon habe in Aussicht gestellt, die benachbarte Fläche zu mieten, um dort einen Parkplatz zu errichten. „Wir arbeiten an einer Lösung“, teilte Pressesprecherin Nadiya Lubnina auf Anfrage mit. Der Bürgermeister möchte, dass künftig alle Fahrzeuge der Subunternehmer auf dem Amazon-Gelände parken. Bisher sei der Stadt jedoch weder etwas von einem Bauantrag noch von einem Mietverhältnis bekannt, sagt Stockum. Ein weiteres Gespräch zwischen Stadt und Amazon ist für diese Woche geplant.

Geparkte und fahrende Kleintransporter bestimmen weiterhin das Bild rund um das Amazon-Verteilzentrum. Quelle: Sven Sokoll

Arbeiten Logistiker illegal in Kolenfeld?

„Die können sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, sagte Uwe-Karsten Bartling auf der Mitgliederversammlung der SPD Luthe verärgert. Er begrüßt das Engagement der Stadt. „Wir ziehen alle an einem Strang.“ Zudem fordert der SPD-Ortsratspolitiker auch sanitäre Anlagen für die Fahrer auf dem neuen Parkplatz. Es sei ihm außerdem berichtet worden, dass Fahrer in ihren Wagen übernachteten. Ebenso habe er gehört, dass die Zollfahndung am Mittwoch diese überprüft habe. Besitzen die Mitarbeiter der Amazon-Subunternehmen überhaupt eine Fahrerlaubnis, Papiere und einen festen Wohnsitz? Das fragt sich Bartling.

Ebenso möchte er wissen, ob ein Gewerbe für die ehemalige Volksbank-Filiale in Kolenfeld angemeldet wurde. Dies verneint der Stadtsprecher. Dort sollen dem Vernehmen nach für Amazon tätige Logistiker ihre Fahrer auf verschiedene Touren verteilen. Die Verwaltung habe eine Betriebsbeschreibung angefordert. Eine Genehmigung könne nicht einfach übernommen werden. Ein Logistiker verursache mehr Fahrzeugbewegungen als eine Bankfiliale. Zudem werde nicht das vorgeschriebene Parkverbot von fünf Metern in der Einmündung zum Beekefeldweg eingehalten. Dort werde die Stadt kontrollieren und gegebenenfalls Knöllchen verteilen.

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Von Rita Nandy

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