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Wunstorf DRK-Ortsverein Luthe hält am Blutspendetermin fest
Umland Wunstorf

Wunstorf: DRK-Ortsverein Luthe hält an Blutspendetermin fest

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07:09 31.03.2020
DRK-Blutspendedienst Springe benötigt täglich bis zu 3000 Blutspenden für sein Versorgungsgebiet. Quelle: Benjamin Behrens (Archiv)
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Wunstorf/Luthe

Auch in Zeiten der Coronakrise sind Blutspenden möglich – und sogar dringend nötig. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes hat jedoch die für Donnerstag, 2. April, geplante Blutspende des DRK-Ortsvereins Wunstorf bei McDonalds abgesagt, weil die Sicherheitsabstände zwischen Spendern, Mitarbeitern und Ehrenamtlichen nicht ausreichend eingehalten werden können. Der DRK-Ortsverein Luthe hält jedoch an seinem vorgesehenen Blutspendetermin fest. Dieser ist am Freitag, 8. Mai, von 15 bis 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus, Kirchplatz 2, geplant.

DRK Luthe hofft auf jüngere Spender

Dort kann das DRK mehrere Räume nutzen und so ausreichende Sicherheitsabstände gewährleisten. „Ehrenamtliche und Spender werden geschützt. Wir werden den Aufenthalt so kurz wie möglich halten“, sagt Margarete Mock, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Luthe. Der will versuchen, möglichst jüngere Helfer für die Blutspende zu gewinnen und hofft auf das Entgegenkommen der Arbeitgeber. Die Ehrenamtlichen wollen vermeiden, dass Helfer aus der Risikogruppe der Älteren eingesetzt werden.

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Fieber wird bereits am Eingang gemessen

„Helfer und Spender dürfen zuvor nicht im Ausland gewesen sein. Es gelten strenge Vorschriften für Desinfektion und Sicherheitsabstand. Fieber wird nicht erst bei der Aufnahme gemessen, sondern bereits am Eingang“, erläutert Mock. Außerdem steht Desinfektionsmittel bereit. Die Helfer werden darauf achten, dass Abstände eingehalten werden und das Prozedere innerhalb des Gebäudes entzerrt wird. Bei Blutspenden wird es vorerst auch kein Büfett mehr geben. Die Spender erhalten Lunchpakete, die sie dann zu Hause verzehren müssen. „Wir sind guter Dinge und hoffen auf viele junge Leute und Erstspender“, sagt Mock. Jede Blutspende zähle und werde dringend benötigt.

Der DRK Blutspendedienst Springe bietet weiterhin Blutspendetermine an. Quelle: Bernd Wüstneck

Kontaktverbot gilt nicht für Blutspenden

„Die DRK-Ortsvereine entscheiden frei, ob sie in der aktuellen Situation beim Spendetermin mit dabei sind. Die Abstimmung, ob der Spendetermin vorgenommen wird, erfolgt zwischen den Ortsvereinen und uns“, betont Markus Baulke vom DRK-Blutspendedienst in Springe. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass das Kontaktverbot nicht für den Besuch einer Blutspende gilt. In den ersten Wochen der Krise habe es nach Baulkes Angaben einen Rückgang der Spenden um acht Prozent gegeben. „In den vergangenen Wochen waren die Spenden sehr gut besucht. Wir mussten allerdings einige Termine wegen fehlender Räumlichkeiten absagen“, so der Sprecher weiter.

Virus wird nicht durch Blut übertragen

Blutspenden werden weiterhin angeboten, um die Versorgung mit Blutkonserven sicherzustellen. Ansonsten werden die Ressourcen knapp. „Wir müssen an den Spendeterminen festhalten. Die intensivmedizinische Versorgung könnte in den Krankenhäusern demnächst steigen, dann brauchen wir auch mehr Blutkonserven“, sagt Patrick Ploberger vom DRK-Blutspendedienst. Auf das Coronavirus selbst werden die Spender nicht untersucht, weil es nicht durch Blut übertragbar ist.

Helfer tragen keine Schutzanzüge

Trotz der Hygienevorschriften werden die Helfer und Mitarbeiter, die direkt mit den Spendern in Kontakt kommen, keine Ganzkörper-Schutzanzüge tragen, sondern in ihrer normalen Ausrüstung agieren. „Das wäre auch kontraproduktiv, wenn wir den Leuten erzählen, dass kein Grund zur Panik besteht – und unsere Leute dann in Schutzanzügen rumlaufen“, macht Ploberger deutlich. Die Hotline des Blutspendedienstes ist derzeit vollständig ausgelastet. „Interessierte Blutspender finden alle wichtigen Informationen und Spendetermine auf der Website unter www.blutspende-leben.de“, sagt Baulke.

Der DRK-Ortsverein Wunstorf hat seine nächsten Blutspendetermine für Montag, 8. Juni, in der Stadtschule und für Dienstag, 9. Juni, in der Oststadtschule angesetzt. „Es ist aber nicht sicher, ob wir in die Schulen rein dürfen“, sagte Vorsitzender Jörg Rothbart. Die Stadt stellt diese normalerweise kostenlos zur Verfügung.

Täglich werden 3000 Blutspenden benötigt

Der DRK-Blutspendedienst Springe benötigt täglich bis zu 3000 Blutspenden für sein Versorgungsgebiet, das aus Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besteht. Sollten über einen Zeitraum von mehr als einer Woche nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Versorgung von Patienten nicht mehr abzusichern. Der Grund ist die kurze Haltbarkeit einiger Blutpräparate.

Aus einer Blutspende werden drei unterschiedliche Typen von Präparaten gewonnen. Ein Erythrozytenkonzentrat, das die roten Blutkörperchen enthält, kann maximal 49 Tage eingesetzt werden. Die Thrombozyten, also die Blutplättchen, sind jedoch nur vier Tage haltbar. Nur Blutplasma ist länger lagerfähig – jedoch kann es nach Angaben des Blutspendedienstes auch hier schnell zu Engpässen kommen. Denkbare Folgen wären die Verschiebung geplanter Operationen für einen längeren Zeitraum sowie die Gefährdung von Patienten während einer Krebstherapie.

Aktuelle Blutspendetermine im Umkreis von 15 Kilometern bis zum 20. Mai finden Sie hier

Von Anke Lütjens